Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  3. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  8. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  9. Zwei Formen - ein Ritus
  10. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  11. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut
  12. "Angriffe auf Christen werden in Deutschland ignoriert"
  13. Euthanasie trotz dreimaligem Senatsveto
  14. Gottes Wirken vollzieht sich im Verborgenen
  15. Militärdienst auch für Geistliche: Schweizer Kirchen protestieren

Kanada hat fast 100.000 Euthanasiefälle seit der Legalisierung 2016

5. März 2026 in Prolife, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Was als streng regulierte Ausnahme für schwerkranke Menschen begann, hat sich innerhalb von weniger als zehn Jahren zu einem der bedeutendsten Todesursachenfaktoren in Kanada entwickelt.


Ottawa (kath.net/LifeNews/jg)
Kanada hat seit der Legalisierung der medizinisch assistierten Sterbehilfe (Medical Assistance in Dying – MAiD) im Jahr 2016 eine hohe Zahl an Todesfällen durch diese Praxis zu verzeichnen. Laut einem aktuellen Bericht und Schätzungen auf Basis offizieller Provinz- und Bundesdaten wird die Marke von fast 100.000 Euthanasiefällen in Kürze erreicht oder bereits überschritten.

Der sechste jährliche Bericht von Health Canada, veröffentlicht am 28. November 2025, meldet für das Jahr 2024 genau 16.499 Fälle von MAiD. Das entspricht einem Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber 2023, als es 15.427 Fälle gab. Das bedeutet, dass etwa 5,1 Prozent aller Todesfälle in Kanada im Jahr 2024 durch ärztliche Sterbehilfe erfolgten – also etwa jeder 20. Tod.

Bis Ende 2024 summierten sich die offiziell gemeldeten MAiD-Todesfälle seit Einführung des Gesetzes auf 76.475. Besonders aufschlussreich sind die aktuellen Zahlen aus Ontario, der bevölkerungsreichsten Provinz, in der ungefähr 39 Prozent der kanadischen Bevölkerung leben. Der Bericht des Chief Coroner of Ontario für das vierte Quartal 2025 weist für das gesamte Jahr 2025 5.303 Euthanasiefälle aus. Das ist eine Zunahme von 7,2 Prozent gegenüber 2024. Damals gab es 4.944 Fälle. Unter der konservativen Annahme eines ähnlichen landesweiten Wachstums von etwa 7 Prozent ergibt sich für ganz Kanada für das Jahr 2025 eine Schätzung von rund 17.650 MAiD-Todesfällen.


Addiert man diese Zahl zu den bisherigen 76.475 Fällen, kommt man Ende 2025 auf etwa 94.125 dokumentierte Euthanasiefälle. Bei einer durchschnittlichen Rate von etwa 45–48 MAiD-Todesfällen pro Tag (basierend auf den jüngsten Trends) dürfte die Schwelle von 100.000 kumulativen Todesfällen bereits Mitte bis Ende April 2026 überschritten werden.

Ursprünglich wurde MAiD 2016 als eng begrenzte Ausnahme für unheilbar kranke Menschen mit absehbar bevorstehendem Tod eingeführt. Durch eine Gesetzesänderung im März 2021 entfiel jedoch die Bedingung der „absehbar bevorstehenden natürlichen Todesursache“. Seitdem ist die Zahl der Fälle kontinuierlich gestiegen – und das nicht nur bei unheilbar Kranken.

Kritiker weisen darauf hin, dass MAiD inzwischen in vielen Fällen zur erwarteten oder sogar „normalen“ Todesart geworden ist. Es gibt dokumentierte Berichte über Fälle, in denen Menschen aufgrund von Armut, Obdachlosigkeit, Einsamkeit, Krankenhausüberbelegung oder mangelnder sozialer Unterstützung die Sterbehilfe wählten. In Ontario allein wurden mindestens 428 Fälle als nicht konform mit den gesetzlichen Vorgaben eingestuft.

Besonders umstritten ist die Regelung, dass bei vorheriger Einwilligung auf die finale Zustimmung im Moment der Durchführung verzichtet werden kann (sogenannte „Waiver of Final Consent“). Allein in Ontario gab es 2025 250 solcher Fälle – das entspricht etwa einem von 21 MAiD-Todesfällen in der Provinz.

Weitere auffällige Entwicklungen
Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei etwa 78 Jahren, die jüngsten Fälle betreffen jedoch Personen ab 20 Jahren.
Die häufigste Grunderkrankung ist Krebs, aber auch nicht-lebensbedrohende Behinderungen spielen eine Rolle (Mobilitätseinschränkungen, chronische Schmerzen etc.).
Nur ein sehr geringer Anteil der MAiD-Toten spendet Organe (in Ontario 2025 lediglich 31 von 5.303).

Was als streng regulierte Ausnahme für schwerkranke Menschen begann, hat sich innerhalb von weniger als zehn Jahren zu einem der bedeutendsten Todesursachenfaktoren in Kanada entwickelt. Die Prognose, dass bereits im Frühjahr 2026 die 100.000-Marke erreicht wird, wirft grundlegende ethische, gesellschaftliche und rechtliche Fragen auf – insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen wie Armen, Behinderten und psychisch Belasteten.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Euthanasie

  1. Niederlande: Erstmals Tötung eines Kindes unter zwölf Jahren im Rahmen der aktiven Sterbehilfe
  2. Schottisches Parlament lehnt Gesetzentwurf zur Legalisierung des assistierten Suizids deutlich ab
  3. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  4. Menschenrecht auf Abtreibung?
  5. Euthanasie in Kanada: Menschen mit Behinderung haben mittlerweile Angst vor dem Gesundheitssystem
  6. Trauriger Rekord: Fast 10.000 Euthanasietote in den Niederlanden im Jahr 2024
  7. Kardinal kritisiert Gesetz zu Suizidbeihilfe in der Toskana
  8. Kanadische Ärzte wollen Organe von Euthanasiepatienten gewinnen
  9. Bischof Egan: ‚Großbritannien ist kein christliches Land mehr.‘
  10. Vier ehemalige Premierminister gegen das geplante Euthanasiegesetz in Großbritannien






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  7. ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns
  8. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  9. Zwei Formen - ein Ritus
  10. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  11. "Angriffe auf Christen werden in Deutschland ignoriert"
  12. Sozialethiker Rhonheimer: Nicht der Kapitalismus verursacht Armut
  13. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  14. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  15. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz