Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  5. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  6. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  7. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  8. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  9. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  10. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  11. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  12. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  13. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  14. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  15. Jesus ist lebendige Gegenwart

Buchneuheit: Nuntius Eterović, Stärke deine Brüder. Impulse für eine lebendige Kirche in Deutschland

vor 14 Stunden in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Auch eine Einordnung des ‚Synodalen Wegs‘ fehlt nicht, dies sollten vor allem manch neunmalkluge Redakteure aufmerksam lesen, die den Nuntius in den letzten Jahren gerne mal als ‚Roms Aufpasser‘ abzuwerten versuchten“. Rezension von Holger Doetsch


Berlin (kath.net) Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Dr. theol. Nikola Eterović, ist kein impulsgesteuerter oder wortgewaltiger Mann. Gottlob!, mag man ausrufen, denn hierzulande ist ja der Bedarf an entbehrlichen Lautsprechern auch in Teilen der Katholischen Kirche durchaus gedeckt. Des Papstes Botschafter schlägt keine Türen zu, er lehnt sie allenfalls an. Doch ein Spalt, mal ist er schmaler, mal breiter, bleibt. Typisch Diplomat? Eine solche Simplifizierung wäre unzulässig, das lässt sich etwa in Eterovićs Werk „Die leise Macht. Die Diplomatie des Heiligen Stuhls“ (2023) nachlesen. Schon der Buchtitel ist Programm. Ja, Macht kann durchaus auch leise sein, und Nikola Eterović war nicht nur als Nuntius in der Ukraine und in Deutschland, sondern auch in seinem Wirken im diplomatischen Dienst an der Elfenbeinküste, in Spanien, Nicaragua sowie in Rom ein Meister darin. Lesenswert erläutert der Kurienerzbischof in „Die leise Macht ...” die Struktur der Katholischen Kirche, beschreibt verständlich den Heiligen Stuhl im Kontext der Internationalen Gemeinschaft sowie das System der Zusammenarbeit von Kirche und Staat.

In diesen Tagen kehrt der am 20. Januar 1951 geborene Nikola Eterović – er übte als Nuntius die Vertretung des Heiligen Stuhls in Deutschland seit 2013 aus – in sein Heimatland Kroatien zurück. Der Papst hat sein Rücktrittsgesuch aus Anlass des 75. Geburtstages angenommen. Doch er geht nicht, ohne den deutschen Katholiken ein kostbares Geschenk zu hinterlassen: „Stärke deine Brüder. Impulse für eine lebendige Kirche in Deutschland“ heißt sein neues Buch, eine Zusammenfassung der wichtigsten Ansprachen von Nikola Eterović während seiner Amtszeit bei den Vollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz von 2013 bis heute. Dem Nuntius war in seinem Wirken immer wichtig, seine Mission als Verstärker des Glaubens zu erfüllen. Als Vertreter des Heiligen Vaters hat er diesem dabei stets „seine Stimme gegeben”. Und so spürt man bei der Lektüre dieses Buches, dass seine Treue zu den Päpsten, denen er gedient hat, unverbrüchlich war und wohl sicher auch bleiben wird. Eterović wird verinnerlicht haben, wie groß der Wert von Loyalität (nicht nur) in der Katholischen Kirche ist.


Seine Exzellenz spannt auf 263 Seiten thematisch einen großen Bogen. Er legt dabei päpstliche Lehrschriften und Bibelstellen aus und verwebt ab und an diese Themen geschickt. Auch unangenehme Aspekte spart der Nuntius dabei nicht aus, etwa den Missbrauch von Minderjährigen in der Kirche oder das Verhalten der Katholischen Kirche in der Covid-Zeit. Für kirchliche Wohlfühlseminare ist dieses Buch somit nur bedingt geeignet. Weiterhin finden sich in „Stärke deine Brüder ...” Auslegungen und gar Plädoyers zu Themen wie Säkularisierung und Neuevangelisierung, das Innenleben priesterlichen Wirkens (dies verbunden mit einem herzlichen Dank an die Priester), Barmherzigkeit, die Notwendigkeit der Stärkung des Glaubens und Gelegenheiten zum Erstarken in einer Krise. Alle Kapitel beginnen mit Worten aus der Heiligen Schrift, die durchaus der Kontemplation dienen (können) und enden teilweise mit zusammenfassenden Anmerkungen und/oder näheren Informationen zum vorherigen Text. Schon dies macht das Buch auch für theologische Laien überaus lesenswert. Der gute Geist dieses Buches lässt sich auch darin spüren, wenn der Apostolische Nuntius an einer Stelle wohltuend nicht nur die der Katholischen Kirche zugehörigen Menschen würdigt, sondern  auch „Personen (...), die sich kulturell mit dem Christentum identifizieren, aber keiner Kirche oder christlichen Gemeinschaft angehören.”

Einen breiten Raum in diesem Buch, wen mag das verwundern, nimmt die synodale Kirche und ihre Strukturen ein. Auch eine Einordnung des sogenannten „Synodalen Wegs” fehlt nicht, und dieses Kapitel sollten vor allem manch neunmalkluge Redakteure in einer großen Zeitung aufmerksam lesen, deren Zielgruppe Menschen mit klugen Köpfen sind. Redakteure etwa, die den Nuntius in den letzten Jahren ärgerlicherweise gerne mal als „Roms Aufpasser” abzuwerten versuchten ...

Der Nuntius hebt in seinem Buch hervor, dass Papst Franziskus mit Blick auf den sogenannten „Synodalen Weg” die Katholische Kirche in Deutschland stets ernstgenommen hat. Nikola Eterović beschreibt in einem eigenen Kapitel, wie er aus Anlass eines Arbeitstreffens im Vatikan vom 12. bis zum 15. Juni 2019 nach einer Eucharistiefeier vom Heiligen Vater zu einem Vieraugengespräch in die päpstliche Sakristei des Peterdoms gebeten wurde: „(...) Nach einer herzlichen Begrüßung begann der Heilige Vater Franziskus über die Situation der Kirche in Deutschland zu sprechen, die ihm große Sorgen bereitete. Seiner Ansicht nach gab es zahlreiche Forderungen, sogar von einigen Bischöfen, die über das zulässige Maß hinausgingen (...)”. Infolgedessen ließ der Papst dem Nuntius dann einen Hirtenbrief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ zukommen, und wenn man diesen (er ist in Eterovićs Buch vollumfänglich abgedruckt) liest, dann bleibt man etwas verwirrt zurück. Denn nach der Lektüre wird klar, warum sich damals sowohl die Befürworter, als auch die Gegner des sogenannten „Synodalen Wegs” von Rom in ihrem Wirken bestätigt fühlten. Wer den Hirtenbrief heute (nach)liest, wird ihn aber gewinnend lesen. Schade, dass er damals schlechterdings kaum wahrgenommen worden ist.

kath.net-Buchtipps:
„Stärke deine Brüder. Impulse für eine lebendige Kirche in Deutschland”.
Von Nikola Eterović
2026, Adlerstein Verlag Braunschweig
Gebundene Ausgabe, 263 Seiten
Preis Deutschland: 23,90 Euro

Die leise Macht. Die Diplomatie des Heiligen Stuhls
Von Nikola Eterović
2023 Herder Verlag
Gebundene Ausgabe, 383 Seiten,
Preis: 50 Euro

Holger Doetsch war 1990 Sprecher in der letzten DDR-Regierung unter Ministerpräsident Lothar de Maizière. Heute ist er Buchautor, freier Journalist und als Dozent in der Erwachsenenbildung tätig.

Foto rechts: Autor Holger Doetsch und Nuntius Eterović in der Apostolischen Nuntiatur (c) Apostolische Nuntiatur Berlin

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Nuntius

  1. Nuntius Eterović: „So werden wir bekennen können: ‚Ich glaube, Herr‘“
  2. Jesus Christus hat das Sakrament der Versöhnung eingesetzt, über das uns alle Sünden vergeben werden
  3. Nuntius Eterović: „Christen sind die weltweit am meisten wegen ihrer Religion verfolgten Menschen“
  4. Nuntius: „So treten wir ein für das Recht auf Leben vom ersten Augenblick bis zum letzten Atemzug“
  5. Nuntius Eterović: „Wir wollen den Rosenkranz mit erneuter Freude in diesem Monat Oktober beten“
  6. Neuer päpstlicher Nuntius in Bern eingetroffen
  7. Erzbischof Lopez wird neuer Papstbotschafter in Österreich
  8. Nuntius dankt Laun für seinen treuen Einsatz
  9. Nuntius in der Schweiz verweigert Medieninterviews
  10. Nuntius Eterovic: Auch in Europa 'verschleierte Christenverfolgung'







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  5. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  6. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  7. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  8. Bischof der Herzen – Walter Mixa wurde 85
  9. Das Vermächtnis eines Sterbenden
  10. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  11. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  12. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  13. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  14. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  15. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz