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Regensburg II: 'Auf den Inhalt kommt es an!'

20. Mai 2008 in Jugend, keine Lesermeinung
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Die monatliche Kolumne der Generation Benedikt auf KATH.NET: Junge Gedanken – Generation Benedikt – Von Dennis Blechinger (Frankfurt am Main).


Frankfurt a. M. (www.kath.net)
Die Regensburger Vorlesung des Papstes an seiner ehemaligen Universität ist weiten Teilen der Öffentlichkeit noch in Erinnerung. Kirchenfernen Kreisen gilt sie als Nachweis eines altersstarren, in Dogmen und selbstüberhöhender Beweihräucherung gefangenen Papsttums.

Selbst die schmale Bandbreite kirchennaher Publizistik sieht sie größtenteils als einen Kardinalfehler dieses Pontifikats an, vergleichbar der päpstlichen Ansprache vor den Ureinwohnern Brasiliens und den Verlautbarungen der Glaubenskongregation gegenüber den protestantischen Glaubensgemeinschaften.

Eine jüngst erschienene vatikansche Verlautbarung wirft allerdings die Frage auf, ob der geschilderte Meinungsmainstream eine gerechte, richtige Wertung dieser Regensburger Vorlesung getroffen hat: Gemeinsam mit dem „Zentrum für Interreligiösen Dialog der Organisation Islamischer Kultur und Beziehungen“ hat der „Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog“ am 1. Mai eine Erklärung veröffentlicht.

Im Kern dieser Erklärung stehen die Begriffe „Glaube“ und „Vernunft“, deren Auswirkungen auf den interreligiösen Dialog in sieben Thesen näher dargestellt werden. Zentraler Inhalte sind dabei die Vereinbarkeit von Glaube und Vernunft sowie die Gewaltlosigkeit beider Begriffe.


Gerade der letztgenannte Aspekt verdient besondere Beachtung: Ohne diplomatische Begrifflichkeiten werden Worte gewählt, die der Interpretation erfreulicherweise kaum Raum lassen: „Glaube und Vernunft sind von sich aus gewaltlos.“

Betrachtet man dieses Zitat näher, so findet hier offensichtlich eine Anknüpfung an das Wesen beider Begriffe, also ihren semantischen und teleologischen Kern, statt. Als eine notwendige Konsequenz aus diesem Wesenskern wird Gewaltlosigkeit gekennzeichnet: „von sich aus“.

Im Umkehrschluss folgt daraus, dass ein Gewalt propagierender Glaube das Wesen seiner selbst verliert, er mithin nicht aus sich selbst heraus agiert und er deshalb kein Glaube mehr ist. Das gleiche gilt für eine derart missbrauchte Vernunft.

Der Wunsch nach weitergehenden Schritten im interreligiösen Dialog ist gewiss berechtigt. Auch kann an der Legitimation des vatikanischen Gesprächspartners gezweifelt werden, weil er nur die Minderheit innerhalb des Weltislam repräsentiert.

Trotz dieser Einwände stellt die Erklärung aber ein Ergebnis dar, das die Überschrift dieser Kolumne bereits andeuten wollte: Die geschilderte Erklärung lässt den „Unfall Regensburg“, in dem ein vermeintlich undiplomatischer Papst in professoraler Wortwahl dem interreligiösen Dialog Schaden zugefügt haben soll, in einem anderen Licht erscheinen.

In einem Licht, das im gesamten bisherigen Pontifikat aufzuleuchten scheint: Ein Licht der Wahrheit, das in kleinen Flammen aufleuchtet – wie zuletzt in den USA, als der Papst die Wunde des Missbrauches von Kindern mit leisen Gesten zu heilen versuchte.

Dieses Licht betont den christlichen Glauben als das zentrale sinnstiftende Element gegenüber einem relativierten „common sense“; es betont die Liebe und zugleich die Liebenswürdigkeit dieses Glaubens; es stellt die Hoffnung heraus, die daraus folgen kann; und es geht in hoffender Liebe auf alle Menschen zu, die zum ehrlichen Gespräch darüber bereit sind.

Deshalb ist dieses Pontifikat gerade eine Herausforderung für junge Menschen, die wahre Liebe suchen, die auf echte Hoffnung hoffen, die in einer globalen Welt tolerant auf andere Menschen zugehen wollen und die in alle dem die Wahrheit ihres Lebens finden wollen.

Deshalb ist es wert, sich mit den Inhalten dieses Papstes und seines Pontifikats auseinander zu setzen – auch wenn die Thesen des Papstes, wie das persönliche Gespräch mit Gott im Gebet oder die Enthaltsamkeit vor der Ehe, zunächst uncool wirken.

Auf den zweiten Blick - siehe Regensburg II - treten herausfordernde Inhalte hervor. Deshalb lädt dieses Pontifikat ein zum Mitdenken, Mitsuchen und Mitglauben – aus Vernunft, in Hoffnung und mit Liebe.

Die Generation Benedikt veröffentlicht monatlich in der Kolumne „Junge Gedanken - Generation Benedikt“ Beiträge von jungen Menschen auf KATH.NET.


Generation Benedikt


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