Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  10. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  11. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  12. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  13. Technisch brillant, geistig obdachlos
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

‚Zum Katholischen gehört nicht nur die lateinische Tradition’

28. Oktober 2009 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Rom öffnet die Pforten für übertrittswillige Anglikaner: Der Münchner Kirchenrechtler Winfried Aymans sieht einen Präzedenzfall. Von Regina Einig / Die Tagespost.


München (kath.net/DT/Zenit) „Zum Katholischen gehört nicht nur die lateinische Tradition“, sagt der Münchner Kirchenrechtler Winfried Aymans in einem Interview mit der Deutschen Tagespost. Er sieht in der neuen Apostolischen Konstitution für Christen aus der anglikanischen Tradition einen Präzedenzfall.

Eine Apostolische Konstitution gehört zum selten angewandten Instrumentarium des Heiligen Stuhls. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Winfried Aymans: Die Apostolische Konstitution ist eine hohe Form des päpstlichen Gesetzes und wird für bedeutendere Akte des Papstes benutzt.

Als Rechtsform hat der Heilige Stuhl ein Personalordinariat für übertrittswillige Anglikaner vorgesehen. Was kennzeichnet ein Personalordinariat und was unterscheidet es von einer Personalprälatur?

Winfried Aymans: Personalprälaturen sind nach allgemeinem Recht ein weltgeistlicher Inkardinationsverband für Priester, die in besonderen Aufgaben überall in der Weltkirche eingesetzt werden können und dafür besonders vorbereitet werden.


Die Form der Personalprälatur reicht eben nicht aus für die Bedürfnisse, die im Zug der Übertritte einer so großen Zahl von Anglikanern entstehen. In diesem Fall geht es darum, eine neue Teilkirche zu errichten, deren Mitglieder ihrem besonderen Ritus folgen. Mit dem Ritus sind nicht nur liturgische Zeremonien gemeint, sondern ein eigenes geistlich-geistiges Erbgut – soweit es vollkommen katholisch ist. Ziel ist es, dieses Erbe mit in die katholische Kirche einzubringen.

Wie bewerten Sie die römische Entscheidung?

Winfried Aymans: Der Papst geht mit Blick auf die Anglikaner hier einen bedeutenden Schritt auf dem ökumenischen Weg: Zum ersten Mal entsteht eine Rechtsstruktur, die eine korporative Wiedervereinigung ermöglicht. Bisher war die Vorstellung der Einheit mit dem Bild der Heimkehr in die lateinische Kirche verbunden.

Ist die Rede von der „Rückkehrökumene“ in diesem Fall angebracht?

Winfried Aymans: Nein, ich würde im Fall der Anglikaner nicht einfach von Rückkehrökumene sprechen. Hier wird eine Einheit wiederhergestellt und eine eigene Glaubens- und Gebetsgeschichte, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, soweit mit hineingenommen in die katholische Kirche, als sich die aus der anglikanischen Tradition stammende Gebets- und Rechtstradition mit dem katholischen Glauben verträgt.

Anglikaner, die nun die Einheit mit Rom anstreben, müssen den ganzen katholischen Glauben annehmen. Elemente aus der anglikanischen Tradition, die ihm nicht widersprechen, können grundsätzlich mit in die Kircheneinheit genommen werden. Wir sehen schon bei den katholisch-orientalischen Kirchen, dass zum Katholischen nicht nur die lateinische Tradition gehört. Daran zeigt sich schon, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, katholisch zu sein in verschiedenen kulturellen und geschichtlich gewachsenen Traditionen.

Sowohl anglikanische Priester als auch Bischöfe, die sich mit Rom vereinigen wollen, können der Note der Glaubenskongregation zufolge die katholische Priesterweihe empfangen. Gibt es dazu eine Vorgeschichte?

Winfried Aymans: Es gibt eine lange Vorgeschichte der Überlegungen darüber, ob anglikanische Weihen in der ununterbrochenen apostolischen Sukzession erfolgt sind. Das Ergebnis war, dass die Sukzession nicht voll bestanden hat und aus dem Grund wieder hergestellt werden muss.

Über die Folgen der Entscheidung auf interne Zölibatsdebatten bei uns oder in Afrika wird nun spekuliert.

Winfried Aymans: Für Deutschland sollte das keine Rolle spielen, denn hier leben nur wenige Anglikaner. Es wird sicher kein Ordinariat für Deutschland eingerichtet werden. Vieles hängt von der Kirche vor Ort ab. Bei der Afrika-Synode in Rom fiel auf, dass das Thema „Zölibat“ nicht aufgekommen ist.

Die Tagespost - Lesen Sie, was Kirche und Welt bewegt. Fordern Sie jetzt Ihre kostenlose Leseprobe für 2 Wochen (6 Ausgaben) an - völlig unverbindlich für Sie!

Foto: Die geöffnete Porta Santa des Petersdoms im Jänner 2001 (c) SIR


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Anglikaner

  1. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  2. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  3. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  4. Nach inner-anglikanischem Schisma orientiert sich ein Großteil der Anglikaner stärker protestantisch
  5. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  6. Großbritannien: Anglikanischer Ehrendomherr John Dunnet legt sein Amt aus Gewissengründen nieder
  7. Seit 1992 sind hunderte Geistliche der anglikanischen Kirche katholisch geworden
  8. Wien: Eucharistiefeier im anglikanischen "Divine Worship"-Ritus
  9. Konvertierter Ex-Anglikaner Nazir-Ali sagt neue Welle von Konversionen voraus
  10. Historischer Besuch von König Charles III. im Vatikan






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  9. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  10. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  11. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  12. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  13. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  14. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  15. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz