Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  2. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  3. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. „Warum bin ich Christ“
  6. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  7. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  8. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  9. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  10. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  11. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  12. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  15. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe

Kontroverse über christliche Mission unter Juden

21. März 2012 in Deutschland, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Äußerung des EKD-Ratsvorsitzenden Schneider löste eine theologische Diskussion aus


Berlin/Hannover (kath.net/idea) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), sprach sich am 11. März bei der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an ihn gegen Mission unter Juden aus, weil sie wie Christen an den Gott Israels glaubten. Mit der Medaille wurde Schneiders Wirken für die Beziehungen zwischen Juden und Christen geehrt.

Anderer Meinung als Schneider ist der Leiter des jüdisch-messianischen Evangeliumsdienstes Beit Sar Shalom, Wladimir Pikman (Berlin). „Christen sollten wissen, dass Jesus Christus das Beste ist, dessen jeder Mensch bedarf, und aufhören, Juden in Bezug auf ihren Messias zu benachteiligen“, schreibt er in einem Kommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Sie sollten stattdessen überlegen, „wie man den Juden durch Wort und Tat Jesu Güte und Liebe richtig vermitteln kann“.


Jesus sei der König und der Messias der Juden: „Als Jude kam er in die Welt, um zuerst Juden zu retten. Er hat sich in erster Linie für die Juden geopfert.“ Auch die Apostel hätten sich bemüht, den Juden das Evangelium zu verkündigen. Sie hätten Jesus „als für Juden notwendigen Erlöser“ bezeichnet. An Jesus und seiner Rolle habe sich seither nichts geändert.

Ohne Jesus kenne man auch Gott nicht, weil dessen Wesen als dreieiniger Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – dann unmöglich sei. In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa 6.000 an Jesus Christus als Messias glaubende Juden.

Erst die Fülle der Heiden, dann die Juden

Dagegen bekräftigt der Theologische Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Thies Gundlach (Hannover), in einem weiteren idea-Beitrag Schneiders Auffassung. Gundlach verweist zur Begründung auf Äußerungen des Apostels Paulus im Römerbrief (11,25), wo es heißt, dass am Ende der Zeiten – wenn die übrigen Völker die christliche Botschaft erkannt haben – auch der Rest Israels hinzukommt.

Der Theologe fragt: „Gibt es im Blick auf unsere Gegenwart irgendeinen Anlass, davon auszugehen, dass die ‚Fülle der Heiden zum Heil gelangt’ sei? Gibt es Anlass, von der Reihenfolge abzuweichen, die der Apostel Paulus uns Christen als Geheimnis Gottes mitgegeben hat? Ich kann das nicht erkennen.“

Es gehöre zur Demut vor Gottes Geheimnis, „dass allein er den Zeitpunkt festlegt, wann die Fülle der Heiden eingegangen ist. Es ist nicht an uns, diese Reihenfolge durch gezielte Bekehrung der Juden zu verändern.“

Davon unberührt bleibe die Wahrheit, dass Christen bereit sein sollten, stets über ihren Glauben Auskunft zu geben, „der in diesem Juden Jesus wurzelt und in der heiligen Trinität den Reichtum und die Lebendigkeit Gottes bekennt“. Allerdings müssten Christen unterscheiden zwischen Martyria und Mission: Martyria meine das persönliche Bekenntnis zu Jesus Christus, das allezeit ausgesprochen werden wolle.

„Dieses Zeugnis ist zu unterscheiden von dem Auftrag, bewusst Mission zu treiben“, so Gundlach. Dieser Auftrag ziele darauf, „dass zuerst die ‚Fülle der Heiden zum Heil’ eingehen solle“, wie Gottes Geist es dem Apostel Paulus gesagt habe. An diese Reihefolge sollten sich Christen halten.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Judentum

  1. „Die katholische Gemeinschaft hat heute Morgen für unsere jüdischen Nachbarn und Freunde gebetet“
  2. Chanukka & Weihnachten: Christen und Juden betonen Gemeinsamkeiten
  3. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“
  4. 'Am Vorabend der Reichspogromnacht...'
  5. Kritische Anfrage des israelischen Oberrabbinats an Papst Franziskus
  6. Israelischer Botschafter in Polen äußert sich sehr wertschätzend über Papst Johannes Paul II.
  7. Schönborn: Christen dürfen nie das den Juden angetane Leid vergessen
  8. 'Wir sagen euch Deutschen: Seid gesegnet! Kommt zum Leben'
  9. „Heute habe ich erlebt, was es bedeutet, Jude zu sein im Jahr 2019“
  10. Papst besorgt über ‘barbarische’ Zunahme von Angriffen auf Juden







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Mit dem Rosenkranz im Gym
  3. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  4. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'
  5. 'Jeden Tag sprach ich mit Gott und mit meiner Mutter'
  6. Erkrankter Papst ruft Familien zu Mitarbeit in den Gemeinden auf
  7. 3,5 Millionen Ave Maria für den Papst
  8. Genesung des Papstes verläuft laut Ärzteteam nach Plan
  9. Wenn dir beim Rosenkranzgebet der Zahnarzttermin einfällt
  10. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  11. Die Familie als Schule der Liebe - Eine Kirche aus Familien
  12. Vatikan: Papst verbrachte nach Krebs-OP eine ruhige Nacht
  13. CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren
  14. EU finanziert Konferenz, welche die USA als ‚ausländische Informationsbedrohung‘ charakterisiert
  15. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz