Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bekommt Deutschland ein Wahrheitsministerium?
  2. Psycho-Tests für Schweizer Priester
  3. Breite Rezeption für eine vermeintlich gescheiterte Theologie
  4. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für 2025 und 2026!
  5. 2024 mehr Austritte bei den landeskirchlichen Protestanten als bei den Katholiken
  6. Teufelsanrufung in der 2. Bundesliga?
  7. Lambrecht fordert: Lebensschutz in der neuen Koalition verbessern, trotz anderslautender SPD-Wünsche
  8. Parolin: „Segne uns, Heiliger Vater Johannes Paul II.! Segne diese Kirche des Herrn auf ihrem Weg“
  9. Theologieprofessor Bortkiewicz: „Der Arzt beschloss, den Fötus – also mich – in Stücke zu schneiden“
  10. 'Egal was kommt, wir haben Handlungsoptionen!'
  11. Die Vernunft des Glaubens – Zum 20. Todestag des heiligen Johannes Paul II.
  12. „Du musst tun, was Priester tun. Du musst die Messe feiern, Beichten hören und Anbetung halten“
  13. Hilfe! Mein Kind tut sich so schwer mit dem Lernen!
  14. ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘ – ein neuer Film über Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
  15. Lourdes verhüllt Mosaike des mutmaßlichen Missbrauchstäters Pater Marko Rupnik

Ägypten: Koptengruppe will Eherecht ihrer Kirche lockern

25. April 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Eheannullierung ist in der koptischen Kirche derzeit aus zwei Gründen möglich, eine Gruppierung möchte neun zugelassene Gründe – IGFM: jedes Jahr für zahlreiche Kopten ein Grund, zum Islam zu konvertieren


Kairo (kath.net/igfm) In Ägypten fordert eine koptische Gruppierung die Lockerung der Eheauflösungsgesetze der koptischen Kirche. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, gibt es in Ägypten keine Zivilehe und kein säkulares Ehe- und Familienrecht. Koptische Christen hätten keine Möglichkeit, sich scheiden zu lassen. Dies sei jedes Jahr für zahlreiche Kopten ein Grund, zum Islam zu konvertieren, wie die IGFM mitteilt.

Die Gruppe namens „die koptischen 38“ forderte am Montag in einer Pressekonferenz in Kairo die Umsetzung von Eheverordnungen aus dem Jahre 1938. Nach Angabe der IGFM wurde die koptische Gruppierung im Jahr 2011 gegründet, um sich für eine Lockerung der Ehegesetze der koptischen Kirche einzusetzen.

Diese Verordnungen von 1938 erlauben Kopten in neun sehr spezifischen Fällen eine Auflösung der Ehe, darunter versuchter Mord, eine Gefängnisstrafe von mindestens sieben Jahren, Verlassen der Familie für fünf Jahre, chronische Krankheiten, Geisteskrankheit, Potenzstörungen und unlösbare Konflikte.


Der kürzlich verstorbene koptische Papst Shenouda III schaffte die Verordnungen aus dem Jahr 1938 ab. Für Kopten war forthin nur mehr eine Annullierung der Ehe in zwei Fällen möglich: Erwiesener Ehebruch des Partners oder Konversion zum Islam.

Raafat Reid, ein Mitgründer der Gruppe, erklärt: „Die Verordnungen wurden 1876 von einem Priester verfasst und nicht, wie die meisten denken, von Säkularisten im Jahre 1938. Es war also ein Geistlicher, der diese Veränderungen des Personenstandsrechtes einbrachte (…) Dennoch finden wir keinen Zugang zur Kirche, da sie das Konzept der Scheidung grundsätzlich ablehnt.”

Die IGFM fordert die Einführung einer Zivilehe in Ägypten, um für Muslime und Kopten, Männer und Frauen „gleichermaßen das Recht auf Scheidung zu gewährleisten“, wie die Menschenrechtsgesellschaft mitteilt. Das Recht auf Scheidung sei in Artikel 23 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte verankert, den Ägypten 1982 ratifiziert hat. Der so genannte „Zivilpakt“ stelle für alle Vertragsstaaten – darunter auch Deutschland – bindendes Völkerrecht dar.

Islamisches Eherecht in Ägypten

Das islamische ägyptische Eherecht verstößt nach Aussage der IGFM gegen internationale Menschenrechtsstandards. Diskriminiert seien vor allem muslimische Frauen. Muslimische Männer benötigen in Ägypten kein Scheidungsverfahren. Es genügt, wenn Sie dreimal die Formel "Ich verstoße Dich!" aussprechen.

Kürzlich beriet Ägyptens Parlament die Abschaffung der erst im Jahr 2000 eingeführten "khula"-Scheidung (umgangssprachlich oft „Freikaufen" genannt). Diese Art der Scheidung kann auf Initiative der Frau eingeleitet werden und erfordert in der Theorie nicht die Zustimmung des Ehemannes. Die IGFM betont, dass es für muslimische Frauen ohne diese Form der Scheidung in der Praxis fast unmöglich ist, sich etwa aus einer gewalttätigen Ehe zu befreien.

Nach islamischem Eherecht habe der Mann in Ägypten das Recht, seine Frau zu schlagen und sie jederzeit ohne Unterhaltsansprüche zu verstoßen. Muslimische Frauen könnten sich, wenn überhaupt, nur nach langen Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang scheiden lassen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. ‚Mädelsabend in der Moschee‘: Seminarreihe für Mädchen und Frauen ab 13 zur Vorbereitung auf die Ehe
  2. Die drei schlechtesten Gründe um zu heiraten
  3. Moderator über seine Ehe mit einer gläubigen Frau: ‚Das beste Gefühl der Welt’
  4. Neigung vor Gott und Zuneigung zum Menschen
  5. Lebenslänglich für zwei Menschen
  6. Einschränkung der Religionsfreiheit – US-Bischöfe warnen vor neuem Ehe-Gesetz
  7. Football-Star Russell Wilson: Warum wir bis zur Ehe enthaltsam waren
  8. Slowenien: Kirche kritisiert Ehe-Neudefinition durch Höchstgericht
  9. Biblische Empfehlungen für Ehemänner
  10. Wie viele Schweizer Katholiken werden ihre Stimme gegen die Fake Ehe erheben?






Top-15

meist-gelesen

  1. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für 2025 und 2026!
  2. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  3. Eine wichtige BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  4. Teufelsanrufung in der 2. Bundesliga?
  5. Theologieprofessor Bortkiewicz: „Der Arzt beschloss, den Fötus – also mich – in Stücke zu schneiden“
  6. Breite Rezeption für eine vermeintlich gescheiterte Theologie
  7. Ist es ein Wunder durch Kardinal Pell? Kleinkind atmete 52 Minuten lang nicht mehr, überlebte!
  8. ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘ – ein neuer Film über Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
  9. „Du musst tun, was Priester tun. Du musst die Messe feiern, Beichten hören und Anbetung halten“
  10. Bekommt Deutschland ein Wahrheitsministerium?
  11. Psycho-Tests für Schweizer Priester
  12. Das Wunder des Karol Wojtyła
  13. „Habt keine Angst!“ – Christus macht wirklich frei!
  14. 'Egal was kommt, wir haben Handlungsoptionen!'
  15. 2024 mehr Austritte bei den landeskirchlichen Protestanten als bei den Katholiken

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz