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US-Studie: Angeblich vier von zehn Nonnen sexuell traumatisiert

6. Jänner 2003 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Umfragen zur sexuellen Gewalt an Frauen kommen zu ähnlichen Ergebnissen.


USA (www.kath.net)
Vier von zehn Nonnen in den USA gaben an, unter verschiedensten Formen vonsexueller Traumatisierung zu leiden, wie die Zeitung "St. LouisPost-Dispatch" berichtet. Das Spektrum reicht von sexuellem Missbrauch, der zum Teil bisin der Kindheit zurückreicht, bis hin zu sexueller Belästigung und Übergriffenu. a. von Priestern und Mitschwestern, heißt es in einer von der St.Louis-Universität durchgeführten Studie, die seit 1996 unter Verschluss gehaltenwurde. Mindestens 34.000 Ordensfrauen seien betroffen, ist das Ergebnis derStudie. Einer der Co-Autoren, John T. Chibnall, befragte insgesamt mehr als 1.100Nonnen von 123 Ordensgemeinschaften in den USA. Das Durchschnittsalter derbefragten Ordensfrauen war 62 Jahre; sie waren durchschnittlich 42 Jahre imKloster.

Die Studie wurde von verschiedenen Ordensgemeinschaften mitfinanziert und1996 abgeschlossen. Erstmals wurde 1998 über die Studie berichtet, die Pressegriff jedoch das Thema nicht auf. Mit dem Argument "Wir wollen unsereSchmutzwäsche nicht in der Öffentlichkeit waschen" habe das Leitungsgremiumkatholischer Ordensfrauen von jeder Veröffentlichung der Fakten abgesehen, berichtetder Forscher Chibnall. Eine Sprecherin der US-Bischöfe meinte, dass dieBischofskonferenz von der Ordensfrauen-Studie nichts gewusst hätte. DieUntersuchung kam nun durch den Ex-Priester Christopher Dixon in die Öffentlichkeit. Derin St. Louis ansässige Dixon behauptet, als Kind von drei Priesternmissbraucht worden zu sein. Er meint, dass die Veröffentlichung dieser Fakten zu einerähnlichen Welle führen würde wie es bei den Fällen sexuellen Missbrauchsdurch Kleriker gewesen sei.

Die Ordensfrauen-Studie beschäftigte sich mit drei Typen von sexuellerGewalt: Kindesmissbrauch, sexueller Ausbeutung sowie sexueller Belästigung. Fast20 Prozent der befragten Ordensschwestern gab an, als Kind sexuell missbrauchtworden zu sein. Der Täter war meist ein männliches Familienmitglied; in neunProzent der Fälle soll es sich um einen Priester oder ein Ordensmitgliedgehandelt haben. Eine von acht Nonnen gab an, sexuell ausgebeutet worden zusein. Fast drei Viertel von ihnen sagte, dass sie Opfer eines Priesters oder vonOrdensleuten geworden sei. Knapp 10 Prozent der befragten Ordensfrauen gaban, zumindest einmal in ihrem Ordensleben Zielscheibe von sexueller Belästigunggewesen zu sein.

Nach Angaben der Forscherin Ann Wolf bestünden ähnliche Tendenzen zursexuellen Gewalt gegen Frauen auch in anderen Religionen. 73 Prozent derUS-Rabbinnerinen sowie 77 Prozent der Angehörigen der "United Methodist Church" gabenan, Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein. Die Ordensfrauen-Studiebestätigt auch die Ergebnisse verschiedener nationaler Untersuchungen zursexuellen Gewalt an Frauen. Danach sollen zwischen 20 und 27 Prozent allerUS-Frauen in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sein; 31 Prozent allerFrauen wurden Opfer sexueller Belästigung in der Arbeit.



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