Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  5. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  6. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  7. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  8. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  9. Vatikan sagt für September in Rom geplanten Weltkindertag ab
  10. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  11. Gleichgültigkeit und Dekadenz – Die größte Hoffnung für iranische und russische Diktatoren
  12. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  13. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  14. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  15. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“

Der Ruf nach Sterbehilfe ist nicht evangelisch

29. Oktober 2014 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Innerevangelische Kritik: Zur Debatte um eine mögliche gesetzliche Liberalisierung der Sterbehilfe - Im Protestantismus fallen besonders jene Stimmen auf, die eine Änderung der bestehenden Rechtslage fordern. Von Matthias Schreiber (idea)


Wetzlar (kath.net/idea) Der Deutsche Bundestag plant für das kommende Jahr eine Neuregelung der Sterbehilfe. Ausdrücklich haben sich die Abgeordneten dafür im Vorfeld ihrer Entscheidung eine breite gesellschaftliche Debatte gewünscht. Im Protestantismus fallen besonders jene Stimmen auf, die eine Änderung der bestehenden Rechtslage fordern. Unter den Befürwortern von Sterbehilfe finden sich u.a. der stellvertretende Bundestagspräsident und frühere Pfarrer Peter Hintze (CDU). Die Zahl derjenigen, die zu bedenken geben, dass man „über das Thema neu nachdenken“ müsse, nimmt auch im protestantischen Umfeld zu. „Neu nachdenken“ umschreibt hier nichts anderes als die Forderung nach einer weniger strengen gesetzlichen Regelung. Aus der katholischen Kirche hört man diese Stimmen so nicht.

Vieles ist erlaubt – nur termingenaues Töten nicht


Wer wollte leugnen, dass es Menschen mit medizinischen Befunden gibt, angesichts derer ein schneller Tod nach menschlichem Ermessen gnädig erscheint? Aber dürfen wir sie einseitig heranziehen, um damit eine neue gesetzliche Regelung zu begründen?

Viele meinen, unser geltendes Recht reiche im Blick auf die Selbstbestimmung des Patienten nicht aus. Wissen sie, dass unser Recht bereits alle Formen der Sterbehilfe zulässt, bis auf jene letzte, die es dem Arzt erlauben soll, einen Menschen unter noch zu bestimmenden Voraussetzungen mit Medikamenten termingenau zu töten? Zu den erlaubten Formen gehören die passive und die indirekte Sterbehilfe, zu ihnen gehören lebensverkürzende Maßnahmen (z.B. starke Schmerzmittel) und Formen der Sterbebegleitung (z.B. das Sterbefasten). Sollte jener derzeit so laute Ruf nach einer weiteren Liberalisierung die Antwort sein, die aus sozialer und christlicher Sicht jetzt und damit zukünftig geboten ist? Dann können wir die Bibel umschreiben. Dann muss das Evangelium auch anders übersetzt werden. Dann darf man in Zukunft auch formulieren: „Ich war krank, und ihr habt mich getötet“. Aber es heißt: „Ich war krank, und ihr habt mich besucht“ (Matthäus 25)!

Wo man keine Sterbehilfe will

Schmerzmediziner und Gemeindepfarrer machen eine interessante Erfahrung: Wo sterbenskranke Menschen nicht alleingelassen werden mit ihrem Befund, da hört man den Ruf nach aktiver Sterbehilfe in der Regel nicht. Wo Ärzte und Pfarrer Hausbesuche machen, wo sie Ängste vor Schmerz und Siechtum nehmen können, ist es still in dieser Frage.

Der politische Ruf aus dem Raum des Protestantismus nach einer Aufweichung der Rechtslage nun auch am Lebensende mag dem Anspruch einer Gerechtigkeit geschuldet sein, der die Haltung zugrunde liegt, jeder müsse nach seiner Fasson selig werden können. Evangelisch ist er damit aber noch lange nicht.

Gegen das Leiden sind wir nicht machtlos

Gegen den Tod sind wir machtlos – gegen das Leiden Sterbenskranker aber nicht. Nicht nur die Aufgabe von Kirche und Diakonie, sondern unserer ganzen Gesellschaft liegt hier – und nicht in einem Ruf nach einer anderen gesetzlichen Regelung.

Der Autor, Pfarrer Matthias Schreiber (Düsseldorf), ist verantwortlich für den Kontakt der Landesregierung zu den Glaubens- und Religionsgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Cyprianus 29. Oktober 2014 

"Das Sterben ist für viele Menschen der Schritt zu einer letzten Reife."

Weihbischof Anton Losinger hat in einem Interview am 17. August dieses Jahres die wesentlichen Zusammenhänge zu diesem wichtigen Thema kurz und bündig zusammengefasst. Die Aneignung dieser starken Argumente sei jedem Christen nachdrücklich empfohlen:

http://www.kath.net/news/47098

Ergänzend erlaube ich mir, mit @Karlmaria und @hortensius davor zu warnen, das Evangelium in einer Weise zu verstehen und zu verkünden, die auf eine Verleugnung der positiven Bedeutung des Leidens hinausläuft. Das Leiden ist als eine Anregung für die Gotteserkenntnis notwendige Voraussetzung zu interpretieren. Wir bekennen einen Gott, der in der Person des Sohnes selbst für uns gelitten hat (vgl. Apostolisches Glaubensbekenntnis, GB. von Nizäa-Konstantinopel, „Quicumque“, Symbolum Athanasianum etc.).


1
 
 hortensius 29. Oktober 2014 
 

Der Sinn für das Leiden

Die Leidensbereitschaft gehört wesentlich zum Christentum. Wo das Christentum abnimmt, nimmt logischerweise auch der Sinn für das Leiden ab. Aber das Leiden kann man nur vorübergehend verdrängen. Dann kommt es um so gewaltiger zurück.


5
 
 Karlmaria 29. Oktober 2014 

Jetzt kommt bald der November

Da gedenkt die Kirche besonders der Verstorbenen. Die geringsten Leiden im Fegfeuer sind stärker als alles was auf der Erde möglich ist. So gesehen ist jedes Kreuz eine Gnade. Jedes Kreuz ist ein Beweis der großen Liebe Gottes. Wer seine Sünden schon auf dieser Erde abbüßen darf kommt mindestens um den Faktor Tausend billiger weg. Daran sollte man auch bei der Zuwiderverheiratung denken. Erstens ist ehelos zu leben gar kein Kreuz sondern kommt nur denjenigen so vor die Gott nicht durch Maria um die Gabe der Keuschheit gebeten haben. Und alles was ein Kreuz ist hilft um tausendfach leichter davonzukommen. Noch wertvoller wird es wer sich im Kreuz mit dem leidenden Christus und der leidenden Gottesmutter verbinden kann. Wie jeder weiß geht es in unserer Zeit mehr drunter und drüber als in anderen Zeiten. Christus und die Gottesmutter leiden heute fast wie bei der Kreuzigung. Sie brauchen Leute die sich im Kreuz mit Ihnen verbinden!


4
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  2. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  3. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  4. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  5. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  6. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  7. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  8. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  9. Logische Konsequenzen der Freigabe der Abtreibung
  10. Vatikan bestätigt: Kliniken des belgischen Ordens sind nicht mehr katholisch!







Top-15

meist-gelesen

  1. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  2. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  3. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  4. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  5. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  6. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  7. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  8. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  9. Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen
  10. Nicht Erinnerung, sondern Gegenwart - Ostern im Riss der Zeit
  11. Vatikan sagt für September in Rom geplanten Weltkindertag ab
  12. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  13. Sieg der „rebellischen Nonnen“
  14. Das Licht der Osternacht und der Weg der Versöhnung
  15. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz