Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  2. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  3. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  4. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  5. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  6. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  7. Homosexuellenapostolat Courage International kritisiert Synodenbericht
  8. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  9. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  10. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  12. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  13. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  14. Wuppertaler stellv. Stadtdechant: „Lebendige Bindung an die Weltkirche“ statt „deutsche Sonderwege“
  15. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung

Sollten evangelische Pfarrer Tiere segnen?

4. Mai 2015 in Kommentar, 21 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Pro und Kontra zweier evangelischer Theologen - Tiere zu segnen ist in der katholischen Kirche normal. Doch auch in den evangelischen Landeskirchen nehmen Segnungsgottesdienste für Tiere zu. Gilt Gottes Segen nur für Menschen?


Wetzlar (kath.net/idea) Tiere zu segnen ist in der katholischen Kirche normal. Doch auch in den evangelischen Landeskirchen nehmen Segnungsgottesdienste für Tiere zu. So segnete beispielsweise der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm Ende März einen Ochsen, drei Kälber, fünf Schafe, zwei Esel und mehrere Hühner. Doch gilt Gottes Segen nicht eigentlich nur den Menschen?

PRO
Diese Frage war für mich so lange nicht relevant, wie ich damit nicht in Berührung kam. Seit meinem Studium galten für mich zwei Prämissen: Gesegnet werden kann nur, wer „ Amen“ sagen kann, und Segen ist keine Zauberformel, sondern eine Bitte, die Menschen zugesprochen wird, die um Gottes Beistand und Wegbegleitung in bestimmten Lebenslagen bitten.

Das änderte sich, als ich intensiver mit der bäuerlichen Bevölkerung in Kontakt kam. Bei meinen Seelsorgebesuchen auf den Höfen mache ich stets die Erfahrung, dass den viehhaltenden Betrieben die Gesundheit ihrer Tiere sehr wichtig ist. Sie sind eine wesentliche Grundlage für das wirtschaftliche Wohlergehen des Hofes und seiner Menschen. Deshalb gilt die Sorge der Bauern dem Mitgeschöpf Tier in besonderer Weise. Sie sind davon abhängig, dass im Stall alles in Ordnung ist. Krankheiten im Stall sind ein großes Unglück. „Würden Sie die Tiere segnen? Wir sind doch auf sie angewiesen!“, fragte die Bäuerin mit Tränen in den Augen.


Ich kann verstehen, wenn die Betroffenen Gott bitten, dass er es ihren Tieren gutgehen lassen möge, und zu dieser Gebetsbitte auch ein sichtbares Zeichen wünschen. Es ist eben ein Segen, gesund zu sein, wenn die Ernte ertragreich ist und es Menschen und Tieren gutgeht.

Auch evangelischen Christen ist es wichtig, dass Tiere gesegnet werden. Nicht nur Nutztiere, auch Haustiere. Die Zahl derer, die in ihrem Haustier einen guten Zeitgenossen erkennen, steigt kontinuierlich. Es ist an der Zeit, dass wir im Tier das von Gott geschaffene Mitgeschöpf erkennen, dem die Verantwortung des Menschen gilt. Sicherlich hat der Mensch den biblischen Auftrag, über das Tier zu herrschen – nicht im Sinne eines Despoten, sondern eines guten Haushalters. Dazu gehört auch, um Gottes Segen für das Tier zu bitten.

Der Autor, Pfarrer Hermann Witter (Karlsruhe), ist Studienleiter an der Evangelischen Akademie Baden. Seine Fachgebiete sind Landwirtschaft und ländlicher Raum.

KONTRA
Segnen ist etwas Anderes als Fürbitte. Landtiere hat Gott noch vor den Menschen gesegnet: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Es geht beim Segen um Mehrung: Eine gesegnete Familie hat Kinder, ein gesegneter Bauer gute Ernten usw. Dieser universale Schöpfungssegen ist zu unterscheiden von anderen Segnungsinhalten. Wenn „in Abraham“ alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden, geht es um die Perspektive, dass der Fluch des Sündenfalls überwunden wird. Dies ist nun nicht universal, es ist zentriert auf die Person Abrahams. Deshalb beginnt das Neue Testament im ersten Satz: „Dies ist die Geschichte von Jesus, dem Sohn Abrahams“, d.h. Jesus erfüllt den Abraham verheißenen Segen. Der letzte Satz des ersten Evangeliums greift das auf, wenn die Jesusjünger Ostern allen Völkern sagen sollen, dass die Machtfrage in der Welt eine Antwort bekommen hat: Der Tod, Folge der urgeschichtlichen Sünde, ist besiegt. Dieser Segen gilt allen Menschen, die das Wort Jesu verkündigt bekommen, es hören und danach leben.

Der Aaronitische Segen wird Gottes Volk zugesprochen: Er schützt es wie ein Hirte, schenkt wie die Morgensonne Lebensenergie, kümmert sich wie ein Vater um seine Kinder.

Dieser Segen ist nicht universal. In Gottesdiensten Tiere zu segnen wie Menschen ist irreführend. Der Ort der Handauflegung ist die Einsetzung von Christen zu einem Dienst, bei Tieren die Aussonderung als Opfertier.

Wer den Eindruck erweckt, Tiere wie Menschen unterschiedslos christlich segnen zu können, entwertet inflationär das Geschenk des Segens. Weder Waffen noch Autos noch Katzen können diesen Segen empfangen. Segen als politische Agitation ist Missbrauch. So etwas ist von Gott nicht autorisiert, es ist Menschenwerk.

Der Autor, Prof. Herbert H. Klement (Sprockhövel), ist Theologischer Referent im Arbeitskreis für evangelikale Theologie (AfeT). Er lehrt Altes Testament an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Tiere

  1. Laun zum Welttierschutztag : "Gott liebt auch die Tiere"
  2. Moraltheologe kritisiert fehlende Rücksicht gegenüber Almtieren
  3. Hund an Altar einer katholischen Kirche angebunden und ausgesetzt
  4. Theologe: Kirche muss Tierschutz zum Thema machen
  5. Moraltheologe: 'Weniger, dafür hochwertiges Fleisch konsumieren'
  6. ´Bruder Schnauzer´ erobert die Herzen
  7. 'Vier Pfoten' kritisieren Papstevent mit jungem Tiger
  8. Kirchen gegen gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier
  9. Die Klänge des Windes
  10. Fleischkonsum ohne Gewissen






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst warnt erneut die Piusbrüder! Geste wäre "ein schismatischer Akt"
  3. 'Der Bischof des Niedergangs ist Herr Feige'
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  6. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  7. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  8. Klimakatastrophe völlig 'unplausibel': IPCC-Autoren korrigieren Szenarien
  9. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts bei Unfall schwer verletzt
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  12. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  13. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  14. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  15. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz