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Kardinal Cordes zu DBK-Flyer: 'Mir bleibt es nur zu protestieren!'

24. Oktober 2015 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Deutscher Kardinal über umstrittenen Gender-Flyer: „Was treibt Redaktoren und Verbreiter dieses oberflächlichen Flugblatts? Einfältige Naivität – politischer Opportunismus – unverantwortliche Verdummung oder einfach antirömische Überheblichkeit?“


Vatikan-Bonn (kath.net/pl) „Es ist sicher bemerkenswert, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich mit dem Thema „Gender“ befasst und zu einem katholischen Lesen von ‚Gender‘ aufruft. Doch kann die Naivität der Präsentation nur erschrecken. Und die Autorisierung des Flyer durch die Organe der Deutschen Bischofskonferenz schockiert: als handle es sich bei dieser Ideologie um einen Anstoß zur Gleichberechtigung von Mann und Frau!“ Dies stellte der emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Cordes am Samstag gegenüber kath.net auf Anfrage fest.

Kardinal Cordes erläuterte gegenüber kath.net wörtlich weiter: Die klärenden Worte Benedikt XVI. vom 21.12. 2012, mit denen er den Großrabbiner von Frankreich Gilles Bernheim zitierte, sind für die Verfasser Luft. Bei seiner Reise habe der Jude ihm, dem Papst, seine große Sorge über die heutigen Angriffe auf die Familien vorgetragen. Zunächst habe Bernheim– so Benedikt XVI. - das berühmte Wort Simone de Beauvoir zitiert: „Man wird nicht als Frau geboren, sondern man wird dazu“. („On ne naît pas femme, on le devient“).

Dann berichtete der Papst weiter:
„In diesen Worten ist die Grundlegung dessen gegeben, was man heute unter dem Stichwort ‚gender‘ als neue Philosophie der Geschlechtlichkeit darstellt. Das Geschlecht ist nach dieser Philosophie nicht mehr eine Vorgabe der Natur, die der Mensch annehmen und persönlich mit Sinn erfüllen muss, sondern es ist eine soziale Rolle, über die man selbst entscheidet… Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig. Der Mensch bestreitet, dass er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, dass sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern dass er selber sie macht. Nach dem biblischen Schöpfungsbericht gehört es zum Wesen des Geschöpfes Mensch, dass er von Gott als Mann und als Frau geschaffen ist. Diese Dualität ist wesentlich für das Menschsein, wie Gott es ihm gegeben hat. Gerade diese Dualität als Vorgegebenheit wird bestritten. Es gilt nicht mehr, was im Schöpfungsbericht steht: „Als Mann und Frau schuf ER sie‘ (Gen 1, 27).“

Was treibt Redaktoren und Verbreiter dieses oberflächlichen Flugblatts? Einfältige Naivität – politischer Opportunismus – unverantwortliche Verdummung oder einfach antirömische Überheblichkeit?

Mir bleibt es nur zu protestieren!“

"Im Herzen der Weltkirche“ - Kardinal Cordes im Gespräch mit Michael Ragg


Foto oben (c) kath.net/Paul Badde


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