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Die Mehrheit der Deutschen blickt skeptisch auf Europa

9. November 2016 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Sozialwissenschaftliches Institut der EKD: Wenig Vertrauen in Politik und Medien


Magdeburg (kath.net/idea) Die Mehrheit der Deutschen ist gegenüber Europa skeptisch eingestellt. Nur 39 Prozent der Bürger bringen europäischen Institutionen „eher Vertrauen“ entgegen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (Hannover) hervor. Sie wurde am 6. November der EKD-Synode in Magdeburg vorgestellt. Danach überwiegt mit 51 Prozent lediglich bei den bis 29 Jahre alten Deutschen das Vertrauen in europäische Institutionen. Bei den über 60-Jährigen liegt dieser Anteil nur bei 31 Prozent. Deutliche Unterschiede gibt es auch mit Blick auf die Parteien: Europäischen Institutionen vertrauen am meisten SPD-Wähler (52 Prozent), gefolgt von denen der CDU/CSU (46 Prozent), Bündnis 90/Die Grünen (44 Prozent), der FDP (37 Prozent), der Linkspartei (23 Prozent) und der AfD (elf Prozent). Auf die Frage, ob sie sich als Deutsche oder als Europäer verstehen, antworteten 61 Prozent, sie identifizierten sich sowohl mit Deutschland als auch mit Europa. 27 Prozent sehen sich als Deutsche, neun Prozent als Europäer.


Welche Rolle soll die EKD in Europa spielen?

Die Studie bescheinigt Politik und Medien einen Vertrauensverlust. 58 Prozent der Befragten geben an, sehr oder eher schlecht über EU-Entscheidungen informiert zu sein. Jeweils 61 Prozent haben eher kein Vertrauen in Medien und Parteien. Gefragt wurde auch, welche Rolle die EKD auf EU-Ebene spielen soll. Jeweils etwa 75 Prozent der Deutschen wollen, dass sich die EKD in Europa für sozialen Ausgleich, die gerechte Verteilung von Flüchtlingen, das Gespräch mit anderen Religionen sowie für eine Asylpolitik einsetzt, die die Würde des Einzelnen sichert. Die Durchsetzung christlicher Werte in der europäischen Politik wünschen nur 50 Prozent. Auf die Frage, wer in der EU für sozialen Ausgleich eintritt, nannten nur 17 Prozent die Kirchen. Für die Studie wurden 2013 Interviews geführt.


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