Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  5. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  6. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  7. Kirche im Verfall
  8. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  9. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  10. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  11. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  12. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  15. THESE: Warum die UNO weg muss!

Die nackte Angst der Denunzianten vor Freiheit

27. Juli 2017 in Kommentar, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Das Gute freilich an solchen Outings, wie sie die Heinrich-Böll-Stiftung gerade leistet, ist immerhin, dass da viel über das eigene Verständnis von Demokratie und Freiheit offenbart wird." Gastkommentar von Martin Lohmann


Berlin (kath.net) Lächerlich? Absurd? Gefährlich? So lächerlich es in der Sache an sich auch erscheinen mag, wenn eine den Grünen nahestehende Stiftung, die den Namen des für Freiheit und gegen jede Form der Unterdrückung kämpfenden streitbaren Heinrich Böll trägt, eine Liste anlegt, auf der frei und anders denkende Personen als antifeministisch, heteronormativ, homophob, rechtslastig oder sonst wie charakterisiert werden, so wenig lächerlich ist der Vorgang als solcher. Im Gegenteil.

Dieses Verhalten ist höchst bedenklich, widerspricht Freiheit und Toleranz ebenso wie wirklich demokratischem Geist. Es bedarf keiner besonderen Geschichtskenntnis, um zu wissen, dass Denunziation in braunen und roten Diktaturen zu den üblichen Formen der Unterdrückung gehörten - und gehören. Demokraten halten einen freien Geist, halten gelebte Meinungsfreiheit locker und souverän aus. Ideologiediktatoren hingen nicht. Sie haben Angst vor Freiheit, zu der nun mal der Widerspruch und die Argumentation gehören.


Jeder, der die Entlarvung der eigenen Ideologieverklebtheit vermutet oder wenigstens subkutan ahnt, dass es eine gewisse Argumentationsarmut geben könnte, muss zwangsläufig die argumentative Auseinander-setzung fürchten. Solche Leute könnte man auch als freiheitsphob bezeichnen. Was dann als „Mittel“ übrig bleibt, ist die Verleumdung, ist die Diskriminierung, ist die Denunzierung.

Doch so wenig absurd diese Logik der Angst und Unterdrückung formal auch sein mag, so absurd ist sie dem Inhalt, also der Substanz nach. Genau das aber macht sie dann letztlich gefährlich. Nicht nur, weil nach alter Erfahrung immer irgendetwas bei den „Beschuldigten“ hängenbleibt. Nicht nur, weil Gesinnungspolizisten immer auch lemmingartige Mitläufer finden, die sich ganz klug dünken, weil sie bis zur Verantwortungslosigkeit zu differenzieren in der Lage sind und damit jeden Täter gegen die Meinungsfreiheit mit einem pseudointellektuellen Schutzmantel ausstatten. Sondern auch, weil diese im Tarnmantel der angeblichen Aufklärung daherkommende Listung unbequemer Denker, also sich der Diktatur des Relativismus entziehender Bürger am Ende des Tages eine schleichende Zerstörung der Meinungsfreiheit und damit der Freiheit insgesamt ist.

Das Gute freilich an solchen Outings, wie sie die Heinrich-Böll-Stiftung gerade leistet, ist immerhin, dass da viel über das eigene Verständnis von Demokratie und Freiheit offenbart wird. Und gut ist ebenfalls, dass man sich solche Listen kopieren und sichern kann. Für später, wenn mal wieder gefragt werden sollte, wer sich denn noch eigenes und demokratisch notwendiges Denken in Freiheit geleistet hat und unterdrückenden Ideologien nicht einfach hinterhergelaufen ist. Zu befürchten ist freilich, dass es solche „Einladungen“ zu Denkverboten und zur Verfolgung Andersdenkender auch woanders gibt - oder geben könnte.

Daher ist höchste Wachsamkeit geboten. Und: Der Widerstand gegen jeden Anfang zur Unterdrückung von Freiheit, Denken und Reden. Egal wo. Denn kritisches Denken und Widerspruch, ja selbst die Kritik an mainstreamigen Äußerungen gehören zum Fundament einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Auch zum Fundament jeder Organisation und Institution, die den Anspruch erhebt, in einer freien Gesellschaft ernst genommen zu werden. Wer heute legitime Meinungen und Überzeugungen unterdrücken will, unterdrückt und verfolgt morgen Menschen. Aber: Das müsste ja bekannt sein. Darum gilt gerade jetzt: Wehret den Anfängen. Heute.

Weitere Infos im kath.net-Artikel: Eine neue Denunzianten-Website

Pressefoto Martin Lohmann



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Meinungsfreiheit

  1. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet
  2. Telegram-Gründer Pavel Durov: "Bleib wachsam, Spanien"
  3. Meinungsfreiheit auf katholisch
  4. Meinungsfreiheit in Gefahr
  5. „Vermeintliche Förderung der Meinungsfreiheit durch Einschränkung der Meinungsfreiheit“
  6. Katholischer Philosoph ausgeladen – ‚Erschießen werden wir ihn nicht ‘
  7. Asyl in den USA - Eine AfD-Influencerin fühlt sich in Deutschland verfolgt
  8. Frankreich: Gericht von Marseille gibt katholischen Filmemachern recht
  9. Kein Hassverbrechen: spanisches Gericht spricht zwei Priester und einen Journalisten frei
  10. Google gibt Zensur unter Biden zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  7. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  8. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  9. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  10. Kirche im Verfall
  11. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz