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„Evangelisierung muss vor den Sakramenten und der Katechese kommen“

6. Jänner 2018 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Der kanadische Priester James Mallon erzählte auf #MEHR2018-Konferenz, wie aus passiven Pfarrmitgliedern aktive missionarische Christen wurden. kath.net-Bericht von Petra Knapp-Biermeier


Augsburg (kath.net/pkb) „Gott hat etwas Neues für die Kirche in Deutschland, Österreich und in der Schweiz!“ Das sagte der kanadische katholische Priester James Mallon bei seinem Vortrag am Freitagnachmittag auf der MEHR-Konferenz in Augsburg. Mallon, Bischofsvikar aus Halifax, erzählte davon, wie aus seiner leblosen Pfarre eine missionarische Kraftzelle und aus passiven Konsumenten aktive Christen wurden.

Es gehe um eine „göttliche Erneuerung“, nicht darum, an alten Konzepten festzuhalten und diese als Maßstab zu nehmen. „Wir wissen, dass die Struktur der Pfarren in der westlichen Welt in Krise ist“, hielt er fest. Die Frage sei: Woran halten wir uns fest? „An der Sendung der Kirche? Oder am Modell der Kirche?“

Er persönlich sei zwar in der katholischen Kirche aufgewachsen, habe jeden Abend gebetet und nur zweimal in seinem Leben die Sonntagsmesse versäumt. Eine persönliche Gotteserfahrung hatte er jedoch sehr spät, als er in der High School in Schwierigkeiten kam und sein Vater ihn gegen seinen Willen für ein Jugendwochenende anmeldete.

Dort erlebte er jedoch erstmals einen lebendigen Gott. Bis dahin hatte er „das Bild vom unglücklichen, zornigen Gott, der nur darauf wartete, dass ich einen Fehler mache“. Zurück in seiner Pfarre konnte er jedoch keinen Menschen finden, „der die gleiche Erfahrung gemacht hatte wie ich!“ So wendete er sich einer Jugendgruppe zu.


„Wir waren hungrig nach Gott! Wir hatten große Träume! Aber in die Kirche ging ich nur aus dem Grund, dass ich die Heilige Kommunion empfangen konnte, weil auch die Predigt sehr schlecht war. Ich habe gesehen, dass es eine große Lücke gibt zwischen dem, was ich erlebt habe und der Wirklichkeit einer normalen Pfarre.“

Seine wachsende Unzufriedenheit wurde jedoch später, als er Priester wurde, umgewandelt in eine Vision. „Was wäre, wenn die Menschen hier die Kraft des Heiligen Geistes erfahren würden?“ Mallon definiert vier Aufgaben der Kirche, wie sie Matthäus (Kap 28, 19-20) beschreibt: Geht hinaus, macht Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie, lehrt sie.

„Theologischer Anker“ ist für Mallon die Jüngerschaft. „Die Kirche ist gut im Taufen und auch in der Lehre! Aber es sieht so aus, als wäre das nicht sehr fruchtbar“, beklagte der Kanadier. Es fehle die Jüngerschaft, die Menschen kommen nicht zurück. „Die Evangelisierung muss vor den Sakramenten und der Katechese kommen!“, forderte er deswegen. In seiner Pfarre setzte er deswegen voll auf das Konzept der Evangelisierung mit Hilfe von Alpha-Kursen, Gebetsgruppen, Kleingruppen etcetera. Früher sei es der oberste Wert gewesen, Kirchengebäude zu erhalten. „Aber wenn das unser erster Wert ist, wird sich die Kirche niemals erneuern“, erklärte er.

Der Hauptfokus der Kirche sei derzeit, „dass die Leute in der Pfarrei glücklich sind und ihre Bedürfnisse gestillt werden“. Eine missionarische Kirche müsse jedoch jene im Fokus haben, die Gott noch nicht kennen. Konkret rief er als ersten Schritt alle Pfarrangehörigen auf, ihre Gebetszeiten für die Pfarre zu halten. Er begann außerdem, nach der Predigt Raum zu schaffen, damit Menschen davon erzählen können, wie Gott in ihrem Leben gewirkt hat.

Seit Beginn setzte er Alpha-Kurse ein, „ein effektives Werkzeug für Evangelisation in der modernen Welt“. Diese Kurse sind seiner Erfahrung nach extrem erfolgreich: „Beim letzten Alpha-Kurs waren 200 Gäste, und 45 Prozent davon waren keine Kirchgänger“, berichtete er. Jeder Pfarrer brauche ein Team von hauptamtlichen Mitarbeitern, die in der Evangelisation tätig sind, ist er überzeugt. Und jedes Pfarrmitglied müsse eingebunden werden ins geistliche Wachstum. „Die Idee, dass Kirche nur etwas für eine Stunde in der Woche ist, ist verrückt!“, betont er.

Link: http://www.divinerenovation.net/

kath.net-Buchtipp
Divine Renovation - Wenn Gott sein Haus saniert
Von einer bewahrenden zu einer missionarischen Kirchengemeinde
Von James Mallon
Hardcover, 362 Seiten
2017 D & D Medien
ISBN 978-3-86400-017-1
Preis Österreich: 25.60 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

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#MEHR2018 - Impuls von Father James Mallone



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Lesermeinungen

 Micha1984 7. Jänner 2018 

"Er begann außerdem, nach der Predigt Raum zu schaffen, damit Menschen davon erzählen können, wie Gott in ihrem Leben gewirkt hat."

Ich stimme ja grundsätzlich zu, dass die Kirche mehr auf Evangelisierung setzen muss und es sicher nicht um Bedürfnisbefriedigung der Pfarrgemeinde gehen darf. Es ist natürlich wichtig, dass sich die Gläubigen in ihrer Gemeinschaft wohlfühlen. Aber nicht als Selbstzweck, sondern dass der Einzelne sich von der Gemeinschaft bereichern lassen kann und leichter zu Gott findet.

Trotzdem finde ich die Sache mit dem Zeugnis geben in einer Messfeier fehl am Platz. Es gibt eine über jahrhunderte entwickelte Hl. Liturgie. Die muss man nicht auseinanderreißen oder unterbrechen. Wichtiger finde ich, dass die Predigten auch mal konkret werden und die Gläubigen dort abholen, wo sie sich befinden. Ich finde Zeugnisse auch schwierig denjenigen gegenüber, die keine persönliche Gotteserfahrung machen und hart mit sich ringen im unbestätigten Glauben standhaft zu bleiben.


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 trueman 6. Jänner 2018 

Es gibt so viel Gutes, leider wissen wenige davon...

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es so viele gute Initiativen gibt, die es ermöglichen würden, dass die geistliche Temperatur unserer Pfarren wieder steigt, die Leute an den "Schalthebeln" diese Infos aber nicht weitergeben (wollen) und die Menschen weder informieren noch animieren, meist deshalb, weil sie ihre jeweilige Funktion in einer Haltung von Macht ausüben, seien es pastorale Mitarbeiter oder Priester selbst - meistens vermischt mit irgendwelchen ideologischen Gründen (links/rechts, progressiv/konservativ). Wie ist es zB möglich, dass es bereits teilweise seit 20 Jahren katholisches Radio (radio horeb, radio maria Österreich, radio maria ch) gibt, das rund um die Uhr gute, bereichernde Beiträge sendet, und in so vielen Gemeinden noch immer nicht beworben wird. Jeder kann das technisch empfangen, jedem kann man dazu helfen. Es ist beschämend, wenn man sich vorstellt, wie viel der ganze Apparat der Kirche kostet und wie wenig er hervorbringt bzw. was seine Beamten blockieren.


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 M.Schn-Fl 6. Jänner 2018 
 

Wie aus einer lahmen Ente ein hoch fliegender Adler wurde.

Ein sehr bewegendes Zeugnis von Pfarrer Mallon, der anschaulich, packend und unterhaltsam erzählt, wie aus einer absterbenden Gemeinde eine der lebendigsten des Landes wurde.
Ich hoffe wir können das bald sehen und hören.


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