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'Der Glaube an Gott ist wieder da'

10. Jänner 2020 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
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BeneDicta am Freitag. Reflexionen über und Früchte der MEHR-Konferenz. Ein Dankeschön von Herzen. Oder: wie Tanja das erste Mal im Leben gebeichtet hat. - Von Linda Noé


Augsburg-Linz (kath.net)
Aus der Sicht eines Jugendlichen kommt der Satz „Wo ist die Zeit nur hingekommen?!“ aus dem Mund eines Erwachsenen im „total- nervig – Ranking“ wohl ziemlich gleich nach „Meiii, bist duu aber groß geworden!“. Aber, was soll ich sagen, mittlerweile bin ich natürlich selbst im Club der Staunenden. Sommerferien, Schulbeginn, Weihnachten, die Weihnachtsferien waren gefüllt- Neujahr, und zack! - geht es auch schon endlich wieder nach Augsburg zur MEHR Konferenz Anfang 2018 dachte ich, dass zwei Jahre eine sehr lange Zeit der Pause sind, und dass ich diese Zeit nutzen werde, um dem Gebetshaus endlich einmal ohne Riesenkonferenz einen Besuch abzustatten. Ich hab´s nicht geschafft- so viel zum Thema „verfliegende Zeit“.

Dafür freue ich mich jetzt aber umso mehr auf diese Tage, auch wenn mir bei der Ankündigung der Menschenmassen im Vorfeld ein bisschen mulmig wird. Wir dürfen bereits zum vierten Mal mit einem Team von kath.net dabei sein, um zu berichten, und so ist es für mich trotz der unglaublich vielen Menschen vor Ort bereits ein wenig wie Heimkommen. Wenn ich daran zurückdenke, wie es mir vor vier Jahren hier zu Beginn der Konferenz gegangen ist, steigt große Dankbarkeit in mir auf. Müde, ausgelaugt und ziemlich am Ende damit, mich für vieles vollkommen allein ab zu kämpfen und dabei gegen die Wand zu rennen, bin ich am Rande der Konferenz zu einem der vielen dort anwesenden Gebetsteams gegangen.

Nach kurzer Zeit wollte eine der beiden betenden jungen Frauen wissen, ob sie mir eine Frage stellen dürfe, die ihr im Gebet aufs Herz gekommen sei. Was dann kam, war ebenso schlicht wie durchschlagend. Sie hatte den Nagel auf den Kopf getroffen und mit diesem Gebet sind lebensverändernde Dinge ins Rollen gekommen, für die ich vier Jahre später noch jeden Tag dankbar bin.

Über die diesjährige Konferenz selbst ist in den letzten Tagen viel berichtet und auch diskutiert worden und ich selbst bin erst dabei, alles Erlebte sickern zu lassen. Persönlich kann ich solche Großevents, noch mehr die Art des Lobpreises genießen wie ein Fisch ein Wasser, aber mir ist bewusst, dass das einfach eine menschliche Präferenz ist, die nicht jeder teilen muss.


Eine auch nüchtern erkennbare
Tatsache ist es jedoch, dass durch die Initiative der Menschen, die das Gebetshaus Augsburg leiten, im deutschsprachigen Raum anhaltend geistliche und menschliche Gräben überwunden werden (in Liebe und bei gleichzeitiger inhaltlicher Klarheit), wie es seinesgleichen sucht. Damit meine ich zum Beispiel das Gebet der Katholiken und Protestanten füreinander bei „Mission Manifest“ vor zwei Jahren, in diesem Jahr den Impuls des messianischen Juden Asher Intrater und den Segen des Rabbi für die deutschen Christen und umgekehrt.

Erst gestern las ich den Kommentar von P. Recktenwald FSSP bei cathwalk, der die MEHR gegen „Hurra-Katholizismus“ Vorwürfe verteidigt. Ein hochkarätiges theologisches Forum (zu dem auch eine Menge Kritiker des Gebetshauses eingeladen worden sind) findet nebst hippstem Lobpreis statt und den verschiedensten wohl eher als charismatisch bekannte Gebetsformen. „Christ for all nations“ (gegründet von Reinhard Bonnke) hat einen Stand neben der "Tagespost".

Freunde von Greta Thunberg und Kritiker eines „Ökologie-Hypes“ treffen sich auf Herzensebene. Dazwischen die immer freundlichen, niemals gestresst wirkenden bekannten Gesichter des Gebetshauses, Familie Hartl, Lohmer, Hammond und wie sie alle heißen. Dahinter die vielen, vielen Gebetshausmissionare, die rund um die Uhr ohne Pause Gott anbeten, seit neun Jahren.

Es sind viele „alte Hasen“ im Glauben, die sich bei der MEHR stärken lassen für das kommende Jahr, aber auch, wie zu Beginn der Konferenz bei der Begrüßung auf Nachfrage erkennbar, ein großer Anteil von Menschen, die zum ersten Mal auf der Konferenz sind.

Eine davon ist die 36jährige Tanja, die uns mit diesen Zeilen an ihrer Erfahrung teilhaben lassen möchte:

„Vor über sechs Jahren hatte ich meinen Glauben verloren. Mein Papa nahm sich damals das Leben und somit war für mich erst mal Funkstille zwischen Gott und mir. Aber dann lernte ich Sabine kennen, und als ich merkte schnell, dass Jesus in Ihrem Leben eine große Rolle spielt. Im Sommer 2018 nahm sie mich mit ins Gebetshaus Augsburg, wo an diesem Abend Johannes Hartl einen Vortrag hielt. Ich dachte zuerst: „Auf was hast du dich da nur eingelassen?“- aber es stellte sich heraus, dass dort moderne, junge Leute und eine komplett lockere und nette Atmosphäre auf mich warteten.
Im Gebetshaus angekommen fing der Lobpreis an- und ich begann zu weinen und konnte nicht mehr aufhören, bis der Vortrag begann. Ich wusste nicht wieso und was mit mir passierte, ich wusste nur, ich möchte das wieder erleben. Dann kam das Datum für die MEHR 2020, und ich habe ich mir ein Ticket geholt.
Wie schon im Gebetshaus musste ich erst mal weinen, als ich das große Auditorium betrat. Die Impulse von Johannes Hartl haben mich sehr angesprochen, vor allem über das Thema Freundschaft. Die vier Tage in Augsburg vergingen richtig schnell und ich habe sehr viel mitgenommen. Der Glaube an Gott ist wieder da. Ich habe auch das erste Mal in meinem Leben auf der MEHR gebeichtet, bei einem sehr lieben Priester, der mir erst mal erklärte, wie das für mich als `Neuling´funktioniert. Wenn man, so wie ich, viele Jahre eher negativ zum Thema Gott gestanden ist, und ihm dann auf einmal gegenübertritt, ist es nicht gerade leicht zu sagen: „Hier bin ich, ich bete jetzt einfach mal, bitte hilf mir.“ Jetzt schwebe ich noch ein wenig auf Wolken und muss erst alles verarbeiten. Zum Abschluss möchte ich einfach nur ALLEN danken, die ich an diesem Wochenende kennenlernen durfte, und die für mich gebetet haben.“

Sind solche Stimmen nicht vielleicht auch mit die Wichtigsten? Natürlich, der neu gefundene Funke muss weiter Gemeinschaft und Nahrung im Alltag finden- aber das ist auch für denjenigen der Fall, der quasi eventfrei über eine angezündete Kerze bei der eucharistischen Anbetung Jesus zum ersten Mal begegnet. Ich bin so dankbar für diese Räume.

Öffne uns das Herz für Dich, Herr Jesus Christus, egal auf welche Art Du uns am besten erreichen kannst. Du kennst uns und die Zeit, in der wir leben, und weißt, wie!

Freundschaft mit Gott und den Menschen, Ökologie von Innen nach Außen, das unaufgeregte „Folgen der Wolke“ statt dem Folgen unter Druck der Angst und der Meinungen. Bei mir selbst zuhause sein- das dem Hl. Benedikt zugeschriebene (und von Johannes Hartl und Christian Heidenbauer auf CD neu vertonte) „Habitare secum“ in allen Umständen.

Das und vieles mehr bewahre ich von der Konferenz „Colours of hope“ 2020 im Herzen und fühle mich dadurch (trotz der imposanten Sinneseindrücke, die die MEHR ohne Zweifel geboten hat) völlig unverkatert und mit neu befeuerter Hoffnung in den Alltag zwischen Haushalt, Kinder, Schule und örtlichem Glaubensleben zurückversetzt.

Ich empfinde große Freude über Euch, Respekt und (Gebets-)Verbundenheit auch weiterhin: danke, Jutta und Johannes Hartl, danke Gebetshaus Augsburg.

kathTube: Johannes Hartl Eingeladen zur wunderbarsten Freundschaft des Universums!




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Lesermeinungen

 Jose Sanchez del Rio 11. Jänner 2020 

Live Stream

Die Mehrkonferenz habe ich teilweise im Internet im Live Stream bzw. auf Radio Horeb mit verfolgt. Was ich gesehen und gehört habe, war wunderbar und hoffnungsvoll. Danke Jesus für Deine unendliche Liebe zu uns


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 Jose Sanchez del Rio 11. Jänner 2020 

Live Sr


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 lesa 11. Jänner 2020 

Danke

Ein sprachlich und inhaltlich sehr schöner Bericht über ein Stück "Apostelgeschichte" der Gegenwart ...


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 Klimakos 10. Jänner 2020 

@Stefan

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, es kann
nur mit der Gnade "erreicht" werden.
Und wie eine geschrieben hat, die Zahlungsmittel für erhaltene Gnade ist
unser Leid und Opfer, zumindest ich kenne niemanden der Gottes Erquickung erhalten hat der vorher nicht gelitten hat. Also sein Kreuz auf sich nehmen und Ihm folgen ist der Weg zur Vollkommenheit.


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 Stefan Fleischer 10. Jänner 2020 

@ Klimakos

Wobei es doch so ist, dass nicht das entscheidend ist, was wir erreicht haben, denn nicht wir haben es erreicht, Gott hat es uns geschenkt. Entscheidend ist, ob und wie wir uns bemüht haben. Ich bin überzeugt, dass viele, welche in den Augen der Menschen weit schlechter dastehen als ich, in den Augen Gottes weit höher stehen, weil sie sich weit mehr bemüht haben, oder um es in der Sprache des Glaubens zu sagen, weil sie trotz oder gerade wegen ihrer Schwächen weit mehr geliebt haben.


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