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Sei ein Lichtstrahl, sei ein Heiliger!

5. Februar 2020 in Jugend, 6 Lesermeinungen
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Lege denen, die Gott noch nicht kennen, ihn vielleicht suchen, ohne es selbst zu wissen, die Schrift aus, indem du heilig lebst - Die Jugendkolumne von kath.net von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)
An diesem Morgen stand ich auf unserem Balkon, ganz fasziniert von der Schönheit der Welt, die in das gleißende Licht der Sonne gehüllt war. Ihr goldener Schein legte sich über die Kahlheit der Flora, die noch nicht die Pracht ihrer Farben wiedererlangt hat, die Fauna, die selbst vor der Schönheit des Moments in andächtiger Stille zu schwelgen schien und diese Stadt, die noch in Ruhe und Schlaf versunken war.

Diese Sonne, ich sah sie an und wenig später kam mir ein Gedanke: Gott selbst ist wie die Sonne, die Heiligen wie ihre Strahlen, die es ermöglichen ihre Pracht und ihr Licht in die Welt zu tragen.

Die Heiligen zeigen die Herrlichkeit Gottes, indem sie diese Welt, die manches Mal so farblos wirkt und immer mehr dem Einheitsbrei zu verfallen scheint, erleuchten. Das neue Jerusalem erstrahlt der Offenbarung zufolge im Licht der Herrlichkeit Gottes.


Es ist von einem Licht erfüllt, dass wie ein kristallklarer Jaspis erstrahlt. (vgl. Offb 21,10) Die Heiligen, sie fangen dieses Licht auf, um es in ihren Herzen all ihren Mitmenschen darzubieten, es weiterzureichen, Gefäße des ewigen Lichts zu sein.

Genau dazu bist du berufen. Ein Gefäß für das Licht Gottes zu sein. Ein Strahl seines Lichtes zu sein, um aufzuhellen, wo Dunkelheit gefangen hält. Um aufzuhellen, wo der Blick auf Gott getrübt ist. Um die Klarheit des biblischen Jaspis weiterzureichen, wo gleichsam nach Gott geangelt wird, in Gewässern die nicht die Wahrheit seines Seins enthalten.

Ich weiß, das ist eine große Berufung, die viel abverlangt. Aber weißt du, Papst Franziskus spricht in Gaudete et Exsultate nicht grundlos von den Heiligen von Nebenan. Heiligkeit bedeutet den Anspruch des Abbilds Gottes in dieser Welt zu erfüllen. Es bedeutet, das Vaterherz nachzuahmen. Wie ist dieses Herz? Es ist treu, es ist gerecht, es ist vergebend, es ist liebend, es ist barmherzig, es ist sich erbarmend, es ist aufrichtig, … .

Das alles sind Eigenschaften, die jeder an seinen Mitmenschen schätzt, oder etwa nicht? Das alles sind Eigenschaften nach denen du streben kannst. Das alles sind Eigenschaften, die du in deinem Alltag leben und so zu einem Heiligen von Nebenan werden kannst.

Dass das fordernd wird, ist klar. Im Katechismus lesen wir: „Der Weg zur Vollkommenheit führt über das Kreuz. Es gibt keine Heiligkeit ohne Entsagung und geistigen Kampf. Der geistliche Fortschritt verlangt Askese und Abtötung, die stufenweise dazu führen, im Frieden und in der Freude der Seligpreisung zu leben.“ (KKK 2015) Des Weiteren führt er ein Zitat des Kirchenlehrers Gregors von Nyssa an: „Wer aufsteigt, hört nie auf, durch endlose Anfänge von Anfang zu Anfang zu schreiten. Wer aufsteigt, hört nie auf, zu ersehnen, was er schon kennt.“

Also sei nicht entmutigt, wenn du meinst dich immer wieder am Anfang vorzufinden. Du gehst von Anfang zu Anfang, aber stufenweise steigst du selbst zum ewigen Licht auf, dem du auf diesem Weg immer ähnlicher wirst.

Trau dich gemäß dieser Berufung zu leben. Benedikt XVI. schreibt, dass die Heiligkeit in der Kirche eine Hermeneutik der Schrift darstellt und jeder Heilige wie ein Lichtstrahl ist, der vom Wort Gottes ausgeht. (Verbum Domini, Nr. 48f)

Lege denen, die Gott noch nicht kennen, ihn vielleicht suchen, ohne es selbst zu wissen, die Schrift aus, indem du heilig lebst. Sei ein Lichtstrahl, sei ein Heiliger.


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