Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  7. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  14. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  15. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich

Kirchen wegen Pandemie geschlossen – Washington 1918

22. März 2020 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die ‚Spanische Grippe’ veranlasste im Herbst 1918 die Behörden, die Kirchen zu schließen um eine Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. In der Bundeshauptstadt Washington waren die Kirchen vier Wochen lang zu.


Washington D.C. (kath.net/jg)
Während der „Spanischen Grippe“, die am Ende des Ersten Weltkrieges ausbrach, wurden in vielen Teilen der USA die Kirchen geschlossen, damit die Gläubigen einander nicht infizieren. Die University of Michigan hat auf einer Internetseite die Spanische Grippe in den USA dokumentiert. (Siehe Link am Ende des Artikels) Beispielhaft sind hier die Ereignisse in der Bundeshauptstadt Washington D.C. herausgegriffen.

Bald nach Ausbruch der „Spanischen Grippe“ wurden Anfang Oktober 1918 die Kirchen geschlossen. Bereits Ende August waren die ersten Fälle von den Zeitungen berichtet worden. Zunächst gingen die Behörden davon aus, dass sich das Problem auf das Militär beschränken würde. Dort waren die ersten Erkrankungen aufgetreten. Ende September gab es die erste offizielle Warnung vor der Grippe, aber niemand rechnete mit einer Epidemie. In den nächsten Tagen stieg die Zahl der Erkrankungen jedoch so stark an, dass die Behörden entschieden, mit 3. Oktober alle Kirchen, Theater und Kinos zu schließen. Tags zuvor waren alle Schulen geschlossen worden.

Einige christliche Gemeinschaften wollten daraufhin ihre Gottesdienste ins Freie verlegen, was zunächst noch möglich aber nach wenigen Tagen von den Behörden ebenfalls untersagt wurde. Die christlichen Gemeinden hielten sich an die Vorgaben. Die Zahl der Erkrankungen nahm weiter deutlich zu. Nach etwa drei Wochen kritisierten sie jedoch, dass die Kirchen immer noch geschlossen blieben, nachdem die Grippewelle abgeflaut war. In einem Gastkommentar in der Zeitung The Star am 25. Oktober argumentierte der Autor, dass durch entsprechende Regeln die Gefahr einer Überfüllung der Kirchengebäude und damit einhergehender weiterer Infektionen auf ein Minimum reduziert werden könne. Das Verbot öffentlicher Gottesdienste sei eine Einschränkung der Religionsfreiheit, die nur dann zu rechtfertigen sei, wenn sie absolut unvermeidbar sei. Die Kirchen hätten darüber hinaus einen beruhigenden und stärkenden Einfluss auf die Menschen. Sie würden daher den Kampf gegen die Grippe unterstützen, wenn sie wieder geöffnet würden und Gottesdienste feiern könnten.

Viele Vertreter christlicher Gemeinschaften appellierten an die Behörden. Diese waren jedoch der Ansicht, dass es für eine Rücknahme der Verbote noch zu früh sei. Die Zahl der Grippekranken ging weiter zurück, sodass am 29. Oktober verlautbart wurde, dass die Kirchen mit 31. Oktober wieder geöffnet werden könnten.

Anfang Dezember 1918 kam es zu einer zweiten, schwächeren Infektionswelle. Während dieser wurden die Kirchen nicht mehr geschlossen. Insgesamt erkrankten von Oktober 1918 bis Februar 1919 mehr als 33.000 Einwohner von Washington D.C. an der „Spanischen Grippe“, fast 3.000 davon starben.


Link zur Influenza-Enzyklopädie der Universität von Michigan (englisch):

Influenza Encyclopedia


Foto: Symbolbild





Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Krankheit

  1. Papst ruft im Februar zum Gebet für schwerkranke Kinder auf
  2. Spiritualität verbessert Lebensqualität von Krebspatienten
  3. Franziskus betet für verunglückten Rennfahrer Zanardi
  4. Neben welchen Heiligen möchten SIE am liebsten sitzen?
  5. Bistum Eichstätt gibt Lockerungen angesichts Corona bekannt
  6. „Vom Staat erlaubt – von der Kirche verboten“
  7. Kirchliche Gästehäuser in Italien bleiben zur Hälfte geschlossen
  8. Kirche und Corona: "Vorherrschend war Eindruck des Bravseins"
  9. „Händchen halten“ war gestern
  10. Kretschmann: Gottesdienste unter Vorsichtsmaßnahmen wieder öffnen







Top-15

meist-gelesen

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  3. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  4. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  5. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  6. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  7. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  8. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  9. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  10. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben
  11. Britische Regierung will ein Verbot für katholische Premierminister aufheben
  12. Tantum ergo Sacramentum
  13. Stift Heiligenkreuz unter neuer Leitung
  14. '40 Tage für das Leben' in Wien
  15. Akademie Johannes Paul II. begrüßt Ablehnung des britischen Euthanasiegesetzes

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz