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Der Muezzinruf ist „eine Negativaussage bzgl. anderen Religionen“

27. April 2020 in Aktuelles, 32 Lesermeinungen
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Augsburger Theologe Johannes Hartl: Er wäre auch dagegen, „das erste Gebot mehrmals täglich per Lautsprecher über die Dächer zu proklamieren, obgleich es meinem persönlichen Glauben als Christ entspräche“.


Frankfurt-Augsburg (kath.net) Der Muezzinruf mit seinem „Text des Adhān ist eben nicht nur ein spirituelles Signal über den eigenen Glauben, sondern eine Negativaussage bzgl. anderen Religionen. Da scheint mir die Frage berechtigt, ob dieser Ruf in den öffentlichen Raum eines freiheitlichen, christl. geprägten Landes passt.“ Das schreibt der Augsburger Theologe und Gebetshausleiter Johannes Hartl auf Twitter. Er reagierte damit auf einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter dem ursprünglichen Titel: „‚Trost für Muslime‘ – Leise ruft der Muezzin“, der statuierte, dass der öffentliche Muezzinruf für Muslime in der dieses Jahr durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkten Ramadam-Zeit ein Trost sei. Hartl widersprach diesem Ansatz: „Es geht beim Muezzinruf aber eben nicht primär um ‚Trost‘. Der Ausruf ‚Allahu Akbar‘ bedeutet: ‚es gibt keinen Gott außer Allah‘. Es ist eine letztlich imperialistische Proklamation im öffentlichen Raum und allein schon deshalb deutlich vom Glockenläuten verschieden.“


In der angeregten Twitter-Diskussion über seine Statements kam der Einwand, dass es ja auch „aus Sicht der christlichen Kirche“ „keinen Gott außer Gott“ gebe. Dazu erläuterte Hartl: „Aber dies wird normalerweise nicht mit Lautsprechern von Dächern herab verkündet.“ Er wolle dabei „von der Bedeutung des öffentlichen Raums her“ argumentieren. „In einer geschlossenen Gebetsversammlung etwas zu sagen, ist verschieden von einem öffentlichen Ausrufen. Letzteres ist zusätzlich verschieden von einem rein akustischen Signal wie dem Läuten.“ „Den öffentlichen akustischen Raum mit der Botschaft ‚nur unsere Religion ist wahr‘ dauerhaft zu füllen, scheint mir unpassend in einem freiheitlich geprägten Land. Kirchenglocken tun das nicht auf gleiche Weise.“ Der Muezzinruf sei „aber eben nicht *nur* ein Aufruf zum Gebet, nicht einmal primär. Der Text des Adhān ist eine sehr eindeutige Proklamation. Die Frage, ob sie an so prominenter Stelle Platz im öffentlichen Raum eines freiheitlichen Staates haben sollte, scheint mir nicht unberechtigt.“ Er wäre auch dagegen, „das erste Gebot mehrmals täglich per Lautsprecher über die Dächer zu proklamieren, obgleich es meinem persönlichen Glauben als Christ entspräche“.

Ein Person, die mitdiskutierte, fragte unter Bezug auf den FAZ-Artikel: „Prima, wann kann man die Kirchenglocken in muslimisch geprägten Ländern hören?“

Die Berliner Imamin Seyran Ateş der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee schrieb zu diesem Thema auf Twitter: „Würde die Kirche darauf bestehen, statt mit Glocken künftig mit Lautsprecherstimme zum Gebet zu rufen, würde sie sich wohl ähnlicher Kritik ausgesetzt sehen. Außerdem ruft der #Muezzin nicht die Uhrzeit, sondern ein Glaubensbekenntnis.“

Hintergrund: Der Adhān-Gebetsruf, der von den Muezzinen ausgerufen wird, hat gemäß Wikipedia sowie muslimischen Quellen folgenden Text: „Allah ist groß. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah. Ich bezeuge, dass Mohammed Allahs Gesandter ist. Eilt zum Gebet. Eilt zur Seligkeit (Heil/Erfolg). Das Gebet ist besser als Schlaf. Allah ist groß (größer als alles und mit nichts vergleichbar). Es gibt keine Gottheit außer Allah.“


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Lesermeinungen

 Fatima 1713 1. Mai 2020 
 

@Kant 1

Ich finde das ist eine sehr gute Analyse und ich kann Ihnen und Johannes Hartl nur zustimmen. Es ist ein Unterschied, ob ich das oder das offen sagen darf oder ob ich es durch die halbe Stadt schreie, und es ist eben nicht jede Religion gleich. Man muss sich schon genau anschauen, wem man was erlaubt. Die völlige Gleichberechtigung der Religionen oder Weltanschauungen ist eine Illusion. Es gibt nun mal gewisse Werte, auf die man sich einigen muss, man kann nicht jeder Religion gegenüber völlig neutral bleiben.


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 Kant1 30. April 2020 
 

Genehmigen oder nicht genehmigen - das ist hier die Frage! (2)

In diesem Zusammenhang stellen sich zwei weitere Fragen:
1. Eignen sich religiöse Überzeugungen überhaupt als öffentliche Rufe über eine Stadt, unabhängig von ihrem Inhalt? Auch da hat Hartl Rccht: nein! Er paßt nicht in eine pluralistische Gesellschaft. Es sagt übrigens viel über eine Religion aus, die einen solchen Ruf in einem öffentlichen Raum etabliert!

2. Sollte man dem Islam überhaupt Privilegien einräumen? Wie auch immer der Islam an sich ist oder wie er sein könnte, der real-existierende Islam ist mit den Wertvorstellungen einer freien, offenen Gesellschaft nicht vereinbar. Der real-exisistierende Islam ist ...
a. gewaltgeneigt, wenn nicht -verherrlichend (Krieg, Terror, Justiz, Familie etc.).
b. ist frauendiskriminierend.
c. ist Gegner der freien, offenen Gesellschaft.
d. ist religiös intolerant.
Deshalb sollte man dem Islam in Europa oder Deutschland nur dann Privilegien einräumen, wenn er sich ausdrücklich und öffentlich vom real-existierenden Islam distanziert.


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 Kant1 30. April 2020 
 

Genehmigen oder nicht genehmigen - das ist hier die Frage! (1)

Die Frage ist nicht richtig gestellt. Die Frage ist nämlich nicht: ist der Muezzin-Ruf (verfassungs)rechtlich erlaubt?, sondern: sollen wir dem Islam das Privileg des Muezzin-Rufs zugestehen?, denn es ist selbstverständlich nicht ohne Genehmigung erlaubt, daß jemand einen Lautsprecher auf seinem Dach installiert und damit regelmäßig seine religiösen und sonstigen Ansichten dem Stadtviertel kundktut.

Stellen wir also die Frage richtig: sollte dem Islam oder einer muslimischen Gemeinschaften dieses Privileg zugestanden werden? Hier setzt Hartls Argumentation an, und er sagt zu recht: nein, denn der Muezzin-Ruf schließt andere Religionen aus. Auch hier zur Klärung ... das ist an sich nicht schlimm: jede Religion hat das Recht, sich als alleinseligmachende zu verstehen, aber eine solche Überzeugung ist als Ruf über eine ganze Stadt (oder auch nur ein Viertel) mit vielen Anders-Gläubigen doch wohl eher ungeeignet. Sie stört den sozialen Frieden.


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 hemi 29. April 2020 
 

Im Zeitalter von Smartphoneapps

Im Zeitalter von Smartphoneapps und wo Leute ihre Ausweise verlieren, aber ihre Smartphones nicht, können sie diesen Muezzinruf übers Handy machen und Andersgläubige in Ruhe lassen!


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 Ulrich Motte 29. April 2020 
 

Catherine- Pfarrerssohn

Daß das Schachtschneider ist... Mein "juristischer Erzfeind" Forsthoff war es ja auch. Und nicht auch Smend, dessen Integrationslehre ich so ablehne ?


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 Catherine 28. April 2020 
 

@ Ulrich Motte

Minderheitenmeinungen, auch gerade in der Rechtsprechung, sind in Zeiten des Verfalls des Rechtsstaates, den wir überall beobachten können (Ehe, Familie, Abtreibung, gewerbliche Sterbehilfe, Invasion von nicht-asylberechtigten Jungmännern aus dem Islam, mehr als notwendig. Prof. Schachtschneiders Buch kann man nur beurteilen, wenn man es gelesen hat., er hat sich wahrhaft kundig zum Islam gemacht. Er ist eine furchtlose Persönlichkeit, Sohn eines ev. Pfarrers, die sich auch in unseren Zeiten nicht verbiegen läßt.

Katholik und SPD-Mitglied Böckernförde setzte sich schon Anfang der 1970er Jahre für eine Reform des § 218 ein und befürwortete später z.B. das Kopftuch für Schulmädchen, also die muslimische Uniform zur Unterscheidung von allen anderen Menschen. Eine umfassende Darstellung seiner Staats- und Verfassungslehre hat Böckenförde – im Gegensatz zu Schachtschneider -nicht vorgelegt.

Ich möchte mit einem meiner Lieblingszitate enden:

Warum folgt man der Mehrheit? Etwa weil sie Ve


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 stephanus2 28. April 2020 
 

Ohne alle Statements gelesen zu haben...

mische ich mich jetzt ein. ich habe mich intensiv mit dem Islam befasst, und er ist die kämpferischste, aggressivste religiöse Ideologie, die es überhaupt gibt. Vom Gründer Mohammed ausdrücklich so festgelegt. Viele wollen das aus unterschiedlichsten Gründen nicht wahr haben. Viele wollten auch, als Hitler aufkam, nicht wahrhaben, was für eine mörderische Ideologie er vertrat.Obwohl es wiederum für viele klar erkennbar war, die wurden aber ausgesiebt. Der Muezzinruf "Allah ist größer und Mohammed ist sein Prophet", i s t eine Kampfansage.Der ganze Koran ist in weiten Teilen eine Kampfansage an das Christentum, die Juden werden eh verachtet.Locker wird behauptet, Abraham und Salomon seien Muslime gewesen !Jesus sei n i c h t Gottessohn, im Gegenteil,wer Allah einen Sohn beigesellt, ist der Hölle verfallen.Jesus wurde n i c ht gekreuzigt und ist n i c h t auferstanden.Steht da einfach im Koran.Der 'heiligen Schrift'.Islam ist schon oft gegen Europa angerannt. Wir müssen den im Zaum halte


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 lakota 28. April 2020 
 

@Evagrios

"Dass Muslime (wenngleich in einem anderen theologischen Kontext) mit uns den einen Gott anbeten ist nicht nur lehramtlich festgehalten (Lum gent. 16) sondern dort, wo Dialog mit Muslimen ernsthaft stattfindet längst eine Selbstverständlichkeit."
DEN einen Gott? Und der eine Gott hat in den 10 Geboten gesagt "Du sollst nicht töten". -
Wie können dann Muslime Christen "Schweine und Ungläubige" nennen und zum Mord an ihnen aufrufen?

"Die christliche Botschaft (Selig die Frieden stiften) muss dabei leitend sein, denn Angst hat dabei keinen Platz."
Volle Zustimmung - aber: wie soll das gehen, solange im Koran Suren stehen wo es heißt: "Schlagt die Ungläubigen, wo ihr sie trefft?"


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 Ulrich Motte 28. April 2020 
 

Fatima 1713- GUTE Frage!

Rechtlich bedeutende Behelligung ist zunächst der Eingriff in Freiheitsrechte anderer: Sie dürfen nicht den Körper, das Eigentum, die Handlungs- und Bewegungsfreiheit anderer, deren Meinungsfreiheit verletzen, wohl aber deren Gefühle, deren religiöse Überzeugungen, deren Wahrheitsansprüche. Sie dürfen also etwa sagen, der Islam oder das Christentum sind entsetzliche falsche Lehren und alle ihre Anhänger landen in der Hölle, Sie dürfen aber nicht verhindern (wollen), daß der jeweils andere das über ihre Religion oder irgendwelche Religion sagen darf...


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 phillip 28. April 2020 
 

Christen und Moslems beten denselben Gott an, sagt..

..Evagrios. Dann, Sie profunder Kenner des Islam, weisen Sie mir Katholischen Christen die Stellen im Koran, der Sunna und Scharia und sonstigen mohammedanischen Texten die Stellen, in denen Christus als Sohn Gottes bezeichnet, (auch als Erlöser)verehrt und angebetet wird? Das größte Übel des Islam liegt mE darin, dass der Gläubige Moslem, also jener, der sich buchstaben-, wort- und sinngetreu nach den muslimischen Schriften verhält,für seinen Glauben, für Allah tötet, der sich an die Lehre Christi hält, hingegen für seinen Glauben getötet wird.


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 Evagrios 28. April 2020 

Richelius

Natürlich wird Allah mit Gott übersetzt. Da Gott unbegreiflich ist, ist Gott bzw. Allah aber kein Begriff (Augustinus hat einmal gesagt „Wenn du begreifst ist es nicht Gott“). Vielmehr verweist die Erkenntnis, dass die Welt geschaffen ist -zumindest im monotheistischen Kontext– mit Gott primär immer auf den Schöpfer ohne den sie nicht wäre (creatio ex nihilo). Wenn Christen (auch arabische) beten, beten sie mit Jesus, dem fleischgewordenen Gotteswort (Christus), „durch das alles geschaffen ist“, zu dem "einen Gott (arab. Allah), den Vater, den Allmächtigen, der Himmel und Erde erschaffen hat“. Dass Muslime (wenngleich in einem anderen theologischen Kontext) mit uns den einen Gott anbeten ist nicht nur lehramtlich festgehalten (Lum gent. 16) sondern dort, wo Dialog mit Muslimen ernsthaft stattfindet längst eine Selbstverständlichkeit. (https://www.gemeinsames-wort.info). Die christliche Botschaft (Selig die Frieden stiften) muss dabei leitend sein, denn Angst hat dabei keinen Platz.


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 Fatima 1713 28. April 2020 
 

@Ulrich Motte

Und welches sind diese Kriterien?


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 Ulrich Motte 28. April 2020 
 

Fatima 1713

Das persönliche Gefühl, behelligt zu sein, steht Ihnen frei. Das freiheitliche Recht mißt Behelligung aber nach objektiven Kriterien, die für alle Religionen gleich sind. Sonst könnte ja ein Moslem das Verbot christlicher Religionsausübung fordern, weil er sich dadurch behelligt fühlt...


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 MariaMutterDerKirche 28. April 2020 
 

Was ist der Inhalt des Islam? Eroberung alles nicht-islamischen

Ich finde es immer wieder spannend, wie insbesondere wir von der Aufklärung (Nathan der Weise usw.) geprägten Deutschen argumentieren.
Wenn es zum Schwur kommt, werden sich die Geister scheiden...und zwar an der Person Jesu Christi.
Entweder für ihn oder gegen ihn. Dazwischen geht nichts. Euer Ja sei ein Ja , Euer Nein sei ein Nein.
Und dann kristallisiert sich heraus, ob das Allah-Gottesbild des Islam vereinbar ist mit dem Gott unseres Herrn Jesus Christus.
Das ist mal das Eine.
Das andere:Der Islam reklamiert Gebiete für sich als erobert, wenn ein Muslim dort lebt,z.B. in ein Kirchengebäude eintritt, oder wenn der Islam durch den Muezzin akustisch den Raum erfüllt. Es geht nicht darum, was wir Europäer denken, sondern, wie der Islam denkt. Das zu durchschauen, da müssen wir hin.


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 winthir 28. April 2020 

ach ja - eine Erinnerung aus Jerusalem. zum Thema.

ich hatte mal gewohnt dort für ca. 1 1/2 Monate, im "Gründungshospiz" des Johanniterordens, gleich neben der Erlöserkirche.

war schön - morgens zweimal ums Eck, und dann bist Du schon in der Grabeskirche (Morgenmesse, bei den Franziskanern).

Und! jede! Nacht! um halbzwei (!) plärrt der Muezzin von der kleinen Moschee gegenüber irgendwas. Und ich wachte auf.

da ich ein neugieriger Mensch bin, ließ ich mir das übersetzen. "Was plärrt der da?"

"Jetzt ist nicht die Zeit zum Schlafen. Jetzt ist die Zeit zum Beten."

in diesem


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 SalvatoreMio 28. April 2020 
 

Christus oder Mohammed -

Wir sind ein christlich geprägtes Land, und wenn auch viele sich nicht um Christus scheren, so sind sie dennoch von ihm geprägt. - Ich halte es für unbedingt erforderlich, dass jede Religion zu respektieren ist, andererseits müssen wir als Christen IHN ehren und seine Botschaft heilighalten. Es wäre für mich unerträglich, wenn hier
über unseren Dächer der Name Allahs verherrlicht würde. Über meinen Respekt, dass Muslime oft innerlicher Gott anbeten als wir: mit dem Namen "Allah" wird nicht der Dreifaltige Gott angerufen, den Christus uns verkündet hat und dessen Geheimnis wir in 2000 Jahren ein wenig zu "lüften" versuchten; In "Allah" begegnet uns nicht der menschgewordene Gottessohn Jesus Christus!


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 Ulrich Motte 28. April 2020 
 

Wedlerg

A) Religion in der Öffentlichkeit findet sehr wohl ihre Grenze an Behelligung, etwa bei Lärm in der Nacht
B)Wahrnehmbarkeit von Religion ist aber nicht unbedingt eine Behelligung, sondern sehr häufig nicht
C) Was Sie von der Billigung christlicher Symbole durch EU-Gerichte billigen, gilt genauso für muslimische oder jüdische. Insofern gilt Neutralität, anders als Sie meinen
D) Zur früheren Haltung des Vatikans zur Religionsfreiheit lesen Sie bitte Texte von Herrn Prof. Böckenförde, fragen die genannten, sonstigen katholischen Experten oder auch die Piusbrüder, die dem 2. Vatikanum eine Billigung des Rechts auf Religionsfreiheit vorwerfen
E) Völlig recht haben Sie, daß Ansprüche einer Religionsgemeinschaft, die allein wahre oder alleinseligmachende zu sein, das Recht auf Religionsfreiheit gar nicht berühren. Gerade ich weise oft darauf hin. In dem Zusammenhang sind gerade auch öffentliche negative Aussagen über andere Religionsgemeinschaften zu dulden!


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 Richelius 27. April 2020 
 

@ Evagrios

Soweit ich weiß, übersetzt man das Wort "Allah" einfach mit "Gott". Wie kommen Sie auf Schöpfer? Die Christen in den arabischen Ländern rufen ihren Gebeten zu "Allah" (was ungewöhnlich klingt, wenn man es einmal im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes hört), ebenso in der maltekischen Sprache. Ich glaube nicht, daß immer Gott als Schöpfer gemeint ist.


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 wedlerg 27. April 2020 
 

@Ulrich Motte: Geschichtsbild etwas schief?!

Aktuell ist es keineswegs so, dass es rechtlich ein Kriterium der Nichtbehelligung für die Religionsfreiheit gibt. Das würde am Ende auf eine Art staatliche Neutralität hinauslaufen. So etwas gibt es in FRA, nicht aber in D bzw. der EU. Vielmehr hat der EuGH klargestellt, dass im öffentlichen Raum durchaus eine Behelligung stattfinden darf. So sind christliche Symbole im öffentlichen Raum in Europa eindeutig zulässig, z.B. wenn sie der Tradition und dem katholisch verbreiteten Usus einer Region entsprechen. Wer sich davon behelligt fühlt, muss es hinnehmen, so der EUGH.

Ich kenne auch kein Dokument und keinen geschichtlichen Hinweis dafür, dass der Vatikan vor 1965 die Absicht hatte, die Religionsfreiheit von Nichtkatholiken einzuschränken. Dass die katholische Kirche Weg, Wahrheit und Leben einzig in Christus und in seiner Kirche sieht, ist eine Dimension, die etwas anderes ist, als juristische Restriktionen. Daran hat sich auch nach dem 2.Vatikanum auch nichts geändert.


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 Evagrios 27. April 2020 

SpatzInDerHand: Nein, Sie haben gar nichts verstanden!

Deshalb legt mir Matthäus 7,6 auf, in diesem Rahmen weiterhin dazu zu schweigen.


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 Ulrich Motte 27. April 2020 
 

Catherine

Herr Prof. Schachtschneider vertritt in recht vielen Fragen eine extreme Mindermeinung unter Öffentlich-Rechtlern. Leider kann ihm der herausragende katholische (sein Bruder war Priester und Kirchenrechtler) Jurist Ernst-Wolfgang Böckenförde nicht mehr widersprechen. Ansonsten gilt: Für fast jede Rechtsmeinung findet man einen Juristen...


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 Fatima 1713 27. April 2020 
 

Nichtbehelligung

Ich fühle mich durch den Inhalt der Botschaft des Muezzins behelligt.


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 Ulrich Motte 27. April 2020 
 

Girsberg 74

Darf ich Ihnen eine Klarstellung anbieten? Vor 1965 erklärte der Vatikan es als ideal, daß ein Staat die Religionsfreiheit von Nichtkatholiken einschränkte, was einige katholisch geprägte Staaten taten, wie entsprechend (analog) auch einige evangelisch-landeskirchlich geprägte. Die BRD (und etwa auch die USA) gewährte aber Religionsfreiheit, ohne daß das in den vorgenannten Staaten geschah, und zwar gerade auch den Konfessionen, die Einschränkungen in von ihnen geprägten vorgenannten Staaten hinnahmen oder gar forderten. Der Vatikan nahm das hin mit der Bedingung und Begründung, das sei hinzunehmen, falls dadurch größeres Übel unterbliebe. Bitte fragen Sie katholische Theologen oder Juristen oder Historiker danach. Ich vermute, daß die meine Aussagen bestätigen. Sonst bitte (gerne) korrigieren.


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 Catherine 27. April 2020 
 

Mir dem Tod des letzten Apostels ist die

christliche Offenbarung beendet, so lehrt es die Kirche!
Zu dem “windschiefen” Artikel empfehle ich das Buch des Verfassungsjuristen
Karl Albrecht Schachtschneider: „Die Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam“.
Der Muezzinruf richtet sich gegen alle Nichtmuslime, wo sein Ruf erschallt ist ab sofort das Gebiet des Islam. Im deutschen GG steht übrigens das Wort “Glaubensfreiheit”, keineswegs Religionsfreiheit.
Der Islam ist eine Ideologie, die sich auch gegen dieses GG richtet.

Nicht umsonst hat sich die Schweiz in einer Volksabstimmung gegen diese Vereinnahmung durch den Islam entschieden.

Ich empfehle dringend das Buch von Pater Schall "Islam" oder Tilman Nagel "Was ist der Islam". 1400 Geschichte Islam verbieten jeglichen Kompromiss mit dieser Ideologie.


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 Adamo 27. April 2020 
 

Gleiches Recht für alle Religionen in christlich geprägten Ländern?

In früheren Jahrzehnten versuchten Türken durch Kriege den Islam in ganz Europa zu verbreiten, was ihnen aber nur unzureichend gelang. Sie standen bereits vor Wien, haben jedoch den Balkan stark islamisieren können.

Heute ist es bereits schon so, dass Muslime "Allahu Akbar" über die Dächer des christlich geprägten Europa brüllen dürfen, wenn es nach antichristlichen Politikern ginge.

Mit diesem Ruf "Allahu Akbar" wurden von fanatischen Muslimen schlimme Verbrechen begangen, indem sie in unserem noch christlich geprägten Europa Christen töteten.

Jeder der hier schreibt, sollte sich einmal überlegen, was mit ihm in einem
muslimisch geprägten Land geschehen würde, wenn er von einem Minarett aus den Ruf erschallen lassen würde:

"Unser Gott ist der wahre Gott"!

Er würde einen zweiten Ruf nicht mehr überleben.


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 Wiederkunft 27. April 2020 
 

Danke!

Danke Johannes Hartl! Endlich wieder Mut zeigen für das Christentum! Ich lebe Gott sei Dank am Land! Würde ich aber jeden Tag diesen Ruf der Muslime durch einen Lautsprecher ertragen müssen, dann käme ich sicher in einen christlichen Krisenmodus! Ich war sehr erstaunt, als ich die Doku über Papst Franziskus sah und dieser sagte, als es um andere Religionen ging: "Versuche nie, aber nie einen anderen bekehren zu wollen. Glauben sie, wenn Christus wieder kommt,das Mahatma Gandi nicht genauso behandelt wird wie eine christliche Klosterschwester? Da werden sie aber mal schauen!" Der Satz geht hin zu allen Volkern und tauft sie im Namen....", scheint von der Bibel eleminiert worden zu sein. Keiner kommt zum Vater außer durch mich, ist auch abgeschafft! Hat nichts mit Zwangsevangelisierung zu tun, aber mit einem klarem Bekenntnis zu Jesus Christus, den Sohn des alleinigen Gottes!!!


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 girsberg74 27. April 2020 
 

Die Sache scheint schwierig, fast vom Diobolos diktiert

Bei @Ulrich Motte scheint die Sache klar, wenn ich die letzten Zeilen - beginnend mit "Keine ..." - weglasse.

Persönlich: Ich will keine Diktatur, die mit Worten beginnt; der freiheitliche Rechtsstaat muss dafür sorgen, dass solches im öffentlichen Raum unterbleibt.


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 SpatzInDerHand 27. April 2020 

@Evagrios: nur damit ich Sie recht verstehe, also dem zitierten Gebetsruf

"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah. Ich bezeuge, dass Mohammed Allahs Gesandter ist" können Sie als Christ zustimmen?


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 Liberaler 27. April 2020 
 

Versagen

Ich bin einmal mehr erschrocken. Zum einen über meine eigene Naivität und Unbekümmertheit im Blick auf den Islam und seine Anhänger. Ich habe mich in den letzten Jahren versucht ein wenig zum Islam einzulesen. Noch mehr bin ich entsetzt über das Schweigen der eigentlich Kompetenten: Da gibt es alle möglichen Gremien und Gesprächskreise. Dutzende von kath Theologen, die sich vertieft mit Islam beschäftigen und keiner erhebt die Stimme: DBK beschäftigt Islamwiss, die hierzu keine Zeile herauslassen können... Die Islamisierung Europas ist weiter als ich mir das vorstellen kann.


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 lesa 27. April 2020 

Der Hl. Geist führt Regie

Der Heilige Geist das letzte Wort, wann, wo, wie oft der Glaube an Christus verkündigt wird. Charles de Foucauld hatte die Berufung, "das Evangelium ohne Worte von den Dächern zu pfeifen", durch sein glaubendes Dasein durch sein Zeugnis der gelebte Nächstenliebe Christus zu vermitteln Beim Hl. Paulus lesen wir: "Tritt ein für die Lehre, gelegen oder ungelegen", und dann wieder. "Im Umgang mit Außenstehenden seid weise".
Die Palette der gewünschten Verhaltensweisen ist groß. Welche auswählen? Die Lösung findet sich in der Apostelgeschichte. Dort sehen wir, dass der Hl. Geist Regie führt. Das eine Mal verhindert ER eine Missionsreise, weil ER andere Pläne hat. Dann wieder bekommt Sankt Paulus wieder einen Schubser: "Fürchte dich nicht, rede nur. Denn mir gehört viel Volk in dieser Stadt." Es gilt also nur das Hören auf die Führung des Hl. Geistes, die sich zeigt, wenn man den Willen Gottes tun will. Vernunft UND Glaube, ja. Reines Plausibilitätsdenken wäre und ist ein Hindernis.


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 Evagrios 27. April 2020 

Theologischer Hinweis

Schade, dass Herr Hartl die christliche Botschaft so mit Füssen tritt. Wer Falsches über andere verbreitet, tut das nämlich (vgl. 1 Petr 2,1)! So ist beispielsweise dem etwas versierteren Theologen zum einen der Elativ Allahu Akbar als „deus semper maior“ = (Gott ist immer größer) durchaus geläufig und letztlich eine sehr tröstliche Aussage und keine negative gegenüber anderen Religionen. Dagegen meint zum andern „Es gibt keinen Gott außer Allah“ ( im Gebetsruf „la ilaha illa allah“) zudem mit Allah den Schöpfer. Und da es „einen Gott den es gibt nicht gibt“ (D. Bonhoeffer) muß der Satz korrekt als „es ist kein Gott außer der Schöpfer“ ins Deutsche gebracht werden. Es ist die Absage an jegliche Weltvergötterung und kann gerade heutzutage nicht laut genug in die Welt gerufen werden. Ein Christ der dem nicht zustimmen kann, hat schon den ersten Satz seines eigenen Glaubensbekenntnisses nicht verstanden. Wieviel Hass bliebe erspart, wenn jeder seinen Glauben ernst nähme.


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 Ulrich Motte 27. April 2020 
 

Rechtspolitisch-juristischer Hinweis

Primäre Grenze einer Äußerung, religiös oder nicht, in einem freiheitlichen Staat ist das Recht anderer auf Nichtbehelligung. Der Inhalt darf dabei keine Rolle spielen, es sei denn er enthalte eine Aufforderung zur antifreiheitlichen Behelligung. Keine Rolle spielt auch, ob Länder mit anderer vorherrschender Tradition ihrerseits bei uns vorherrschenden Religionen Freiheit gewähren. Der freiheitliche Staat gewährt auch unabhängig davon Freiheit, auch den Religionen, die in antifreiheitlichen Staaten vorherrschen.


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