Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Vorlage des Synodalen Wegs „kann man nur als Massenabfall von Schrift und Tradition bezeichnen“
  2. St. Michael/München: Frauenpredigt in Sonntagsmesse geplant
  3. Erzbistum Köln: Bundesland NRW droht Kirchen-Hochschule mit Vertragsverletzungsverfahren​
  4. 4. Versammlung des ‚Synodalen Weges’: Abstimmungsverhalten der Bischöfe
  5. Signale aus der Luft
  6. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  7. Stellvertr. DBK-Vorsitzender Bode steht nach Missbrauchsbericht über sein Bistum vor Scherbenhaufen
  8. Umstrittener Jesuitenpater James Martin hat erneut Probleme mit der katholischen Morallehre
  9. Erzbischof Paglia soll Zustimmung zu italienischem Abtreibungsgesetz widerrufen
  10. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  11. Wahl in Tirol: Sogar ÖVP und FPÖ für das kostenlose Töten ungeborener Kinder!
  12. Bischof oder Fischkopf?
  13. Franziskus in Assisi aus Anlass des Wirtschaftsforums „Economy of Francesco“
  14. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“
  15. Putins Patriarch verbreitet nach Teil-Mobilmachung erneut plumpe Putin-Propaganda

Christen in Syrien verlangen Aufhebung der westlichen Sanktionen

14. Juni 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Lateinischer Bischof von Aleppo: "Bei uns verhungern die Leute, es gibt keine Medikamente, es gibt keine Arbeit".


Damaskus (kath.net/ KAP)

Der katholische Bischof Georges Abou Khazen fordert die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen Syrien. Diese seien "inhuman, weil sie die ganze Bevölkerung bestrafen" und die Syrer "jeden Tag ärmer machen", betonte der lateinische Apostolische Vikar von Aleppo im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. "Bei uns verhungern die Leute. Es gibt keine Medikamente. Es gibt keine Arbeit", fügte der Bischof hinzu.

 

De EU hat bereits Ende Mai die "restriktiven Maßnahmen" gegen die Regierung in Damaskus um ein Jahr - bis zum 1. Juni 2021 - verlängert. Am 17. Juni treten auch jene Maßnahmen in Kraft, die US-Präsident Donald Trump im sogenannten "Caesar"-Akt über den Schutz der syrischen Zivilbevölkerung angeordnet hat. Die bereits 2011 erstmals in Kraft gesetzten US-Sanktionen betreffen Unternehmen, die geschäftliche Beziehungen mit Damaskus haben. Es geht u.a. um den Import von Treibstoff, Technologie usw.

 

"Die internationale Gemeinschaft sollte eine Gewissenserforschung durchführen", so Bischof Abou Khazen: "Für uns sind die Sanktionen ein Verbrechen. Wir sind sehr enttäuscht von der Europäischen Union. Wer weiß, was nach dem Inkrafttreten des neuen 'Caesar'-Akts geschieht."

 

Laut Bericht der Nachrichtenagentur betonten Gesprächspartner vor allem aus den christlichen Gemeinschaften des Landes vor Ort immer wieder, dass die wahre Angst der Menschen in Syrien nicht etwa die Coronavirus-Pandemie betreffe, sondern die Armut infolge des seit 2011 dauernden Krieges, der Sanktionen und der Wirtschaftskrise. Dazu komme die permanente Abwertung der syrischen Währung, die zugleich eine ständige Preissteigerung bei allen Gütern einschließlich von Nahrungsmitteln und Medikamenten bewirke. Dabei spiele die libanesische Finanzkrise eine zentrale Rolle. Für Syrien sei der Libanon immer ein "Tor zur Welt" gewesen, viele Syrer hätten in der Zedernrepublik ihre Konten und Ersparnisse deponiert.

 

In dem SIR-Bericht wird auch auf die Krise der früher florierenden syrischen pharmazeutischen Industrie verwiesen. Die Produktion sei vielfach eingestellt worden, weil der Produktionspreis wegen der hohen Importkosten für Grundstoffe höher sei als der regierungsamtlich erlaubte Verkaufspreis. In der Folge hätten auch viele Apotheken geschlossen. Einen Lichtblick stellten die drei katholischen Krankenhäuser des Projekts "Offene Spitäler" dar, das vom Apostolischen Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, ins Leben gerufen wurde. Dank der Hilfe der italienischen katholischen Organisation AVSI ist in Syrien der Betrieb des Hospital Saint Louis in Aleppo sowie des Französischen und des Italienischen Spitals in Damaskus weiter gesichert. AVSI sorgt dafür, dass in diesen Spitälern Menschen aller Konfessionen - auch völlig mittellose - gute medizinische Versorgung erhalten.

 

Mittlerweile haben sich in Italien mehrere von der Fokolar-Bewegung inspirierte NGOs zusammengetan, um eine Aufhebung der Sanktionen zu erreichen, die auch den medizinischen Bereich betreffen. In einer Erklärung der NGOs heißt es: "Die westlichen Sanktionen blockieren Investitionen und finanzielle Transaktionen und machen damit Import und Export schwierig. Im Ausland lebende Syrer können ihren Verwandten in der Heimat keine Zuwendungen zukommen lassen." Darüberhinaus machen die NGOs auf die Doppelbödigkeit der Sanktionen aufmerksam: "Die selben Regierungen, die etwa den Einkauf von Eisenwaren untersagen, weil das kriegerischen Zwecken dienen könnte, verkaufen ihrerseits an die ihnen genehmen Milizen in Syrien große Mengen von Waffen."

 

Die Bewegung gegen die westlichen Sanktionen wird von zahlreichen kirchlichen Institutionen unterstützt, so von der Bewegung "Terra Sancta" und von den syrischen Trappistinnen. Die Nonnen verlangen die Aufhebung der Sanktionen, erinnern aber zugleich daran, dass es in Syrien Maßnahmen des politisch-ökonomischen Systems zur Bekämpfung der Korruption und zur Förderung eines vernünftigen Wirtschaftswachstums geben müsse.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Syrien

  1. Syrien: Erster christlicher Gottesdienst in Idlib seit 10 Jahren
  2. Libanon und Syrien: „Die Menschen versuchen, mit einem US-Dollar pro Tag zu überleben“
  3. Zehn Jahre Syrienkonflikt: „Kirche in Not“ fordert Erleichterungen für humanitäre Hilfen
  4. Syrien: Homs hat einen neuen syrisch-orthodoxen Erzbischof
  5. Syrien: Wiederaufgebaute maronitische Kathedrale von Aleppo eingeweiht
  6. Syrien: Neun Jahre Krieg – und nun auch noch das Virus
  7. Chaldäer-Bischof betont: "In Aleppo wird gefeiert"
  8. Pfarrer von Aleppo: Papstappell ein großer Trost für uns
  9. Türkische Militäroperation: Christen zwischen allen Fronten
  10. Neue Gebetskarte für Syrien







Top-15

meist-gelesen

  1. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  2. Die Vorlage des Synodalen Wegs „kann man nur als Massenabfall von Schrift und Tradition bezeichnen“
  3. 4. Versammlung des ‚Synodalen Weges’: Abstimmungsverhalten der Bischöfe
  4. Signale aus der Luft
  5. Stellvertr. DBK-Vorsitzender Bode steht nach Missbrauchsbericht über sein Bistum vor Scherbenhaufen
  6. "Die sind wahnsinnig. Wissen die überhaupt, was ich tue?"
  7. St. Michael/München: Frauenpredigt in Sonntagsmesse geplant
  8. Bischof oder Fischkopf?
  9. Die Tolkien-Provokation
  10. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  11. Drei Priesterweihen in St. Florian - Päpstlicher Privatsekretär Gänswein extra aus Rom angereist
  12. Erzbistum Köln: Bundesland NRW droht Kirchen-Hochschule mit Vertragsverletzungsverfahren​
  13. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  14. Facebook-Reaktion zu Bodes fehlendem Rücktritt: „Bei Woelki würden alle den Rücktritt fordern“
  15. Umstrittener Jesuitenpater James Martin hat erneut Probleme mit der katholischen Morallehre

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz