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ER weiß alles. ER weiß um alles. ER kennt mein Herz.

10. Februar 2021 in Jugend, 3 Lesermeinungen
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Jeden Morgen bete ich. Oft bleibe ich mit meinen Fragen und Kämpfen ohne Antwort zurück. Und dann kommt Jesus zu mir und sagt: „Ich sehe dich.“Die Jugendkolumne von Lucia Kirchgasser


Salzburg (kath.net)

„Natanael sagte zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen“ (Johannes 1,48)

Seit kurzem lese ich mit einer Freundin das Johannesevangelium. Es tut so gut, mich über das Wort Gottes auszutauschen. Jedem sticht etwas anderes ins Auge. Gott spricht so persönlich und individuell zu uns durch sein Wort und darüber zu reden, hilft mir sehr, Jesus besser kennenzulernen und zu verstehen. Und oft sind es Stellen, die mir vorher nie aufgefallen sind, die mich jetzt nachdrücklich bewegen. So auch die Bibelstelle oben. Bis vor kurzem habe ich die immer nur überflogen. Ich habe nicht ganz verstanden, was so besonders daran ist, dass Jesus diesen Mann unter einem Baum gesehen hat. Meine Freundin hat mich aber auf einen Bibelkommentar aufmerksam gemacht, wo eine sehr interessante Erklärung zu all dem steht. Heute habe ich dann noch mehr recherchiert und entdeckt, dass das auch in vielen anderen Bibelkommentaren ähnlich ausgelegt wird.


Anscheinend war „unter dem Feigenbaum sitzen“ bei den Rabbis aus der Zeit Jesu ein Synonym für „über den Schriften brüten“. Der Baum hat weit ausladende Äste, wo man vor den Blicken der Menschen geschützt ist und in Ruhe nachdenken und im Dialog mit Gott sein kann.

Stellen wir uns also vor, dass Natanael an diesem Morgen unter dem Feigenbaum gebetet hat, und wie viele Juden seiner Zeit über die Schriften nachgedacht hat, die auf das Kommen des „Messias“ hinweisen. Vielleicht hat er gebetet: „Gott, komm! Wir brauchen dich! Erlöse uns! Rette uns! Wo bist du?“.

Später führt ihn Philippus zu Jesus. Natanael ist skeptisch, aber er vertraut seinem Freund und kommt mit. Jesus sieht ihn auf sich zukommen und nennt ihn einen „Mann ohne Falsch“. Kein Mann ohne Sünde, aber ein Mann mit einem aufrichtigen und ehrlichen Herzen. Natürlich wundert sich Natanael, woher der Mann das wissen will und sagt: „Woher kennst du mich?“ Vielleicht war er auch ein bisschen trotzig, so nach dem Motto „Was weißt du schon von mir?“

Jesus antwortet nicht mit langen Erklärungen.

Ich stelle mir vor, wie er ihm fest in die Augen schaut und sagt: „Ich habe dich unter dem Feigenbaum gesehen.“

Mehr braucht es nicht. Natanael ist zutiefst erschüttert und berührt. Er hat im Verborgenen mit Gott gesprochen. Treu hat er wie jeden Morgen vor Gott im Gebet gekniet. Niemand hat ihn gesehen. Und da steht dieser Mann nun plötzlich vor ihm und weiß alles.

Allein dieser Blick zwischen den Beiden - ein Blick des Erkennens. Voller Liebe.

ER weiß alles. ER weiß um alles. ER kennt mein Herz. 

Mich hat das so berührt. Jeden Morgen bete ich. Oft bleibe ich mit meinen Fragen und Kämpfen ohne Antwort zurück.

Und dann kommt Jesus zu mir und sagt: „Ich sehe dich.“


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Lesermeinungen

 Diadochus 12. Februar 2021 
 

Sternstunde

Liebe Lucia, da hast Du mit Deiner Freundin zusammen gewiss eine Sternstunde erlebt. Das sind jene verklärenden Momente, in denen das Licht von Bethlehem im Herzen aufscheint, und wir tiefer ins Evangelium eindringen dürfen, und Jesus Christus zu uns kommt: " Ich habe Dich unter dem Feigenbaum gesehen." Ich wünsche Dir noch viele solche "berührenden" sternenklaren Momente.


0
 
 stephanus2 11. Februar 2021 
 

Herzlichen Dank..

...für die Näherbringung dieser Stelle aus dem Johannesevangelium. Ja, man könnte sie überlesen..Eine feine Idee, gemeinsam mit einer Freundin ein Evangelium zu lesen und sich auszutauschen. Zu zweit, das geht sogar in Coronazeiten : )


1
 
 J. Rückert 10. Februar 2021 
 

Eine Johannesminne

wie einstens in Frauenklöstern.


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