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Papst zeichnet Theologen aus Österreich mit Ratzinger-Preis aus

14. November 2021 in Österreich, 5 Lesermeinungen
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Franziskus überreichte Preis der vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger-Benedikt XVI. an Wiener Alttestamentler Schwienhorst-Schönberger und Heiligenkreuzer Religionsphilosophin Gerl-Falkovitz.


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)

Zwei in Österreich lehrende Theologen haben den diesjährigen Ratzinger-Preis erhalten. Papst Franziskus überreichte die Auszeichnung am Samstag der Heiligenkreuzer Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (75) und dem Wiener Bibelwissenschaftler Ludger Schwienhorst-Schönberger (64). Nachgeholt wurde bei der Feier im Vatikan auch die Verleihungszeremonie für den französischen Philosophen Jean-Luc Marion (75) und die australische Theologin Tracey Rowland (58), die im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen war, Der Ratzinger-Preis der vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. wird jährlich für herausragende Beiträge zum wissenschaftlich-theologischen Diskurs vergeben.

Papst Franziskus würdigte in seiner Ansprache nicht nur "die Tiefe der Gedanken und Schriften", sondern auch "die Arbeit, die über viele Jahre hinweg großzügig und leidenschaftlich geleistet" wurde. Diese Arbeit bereichere das menschliche Erbe und habe einen unschätzbaren Wert auf vielen Ebenen, so für die Mission der Kirche.


Dem emeritierten Papst Benedikt XVI. ließ Franziskus "noch einmal unsere liebevollen, dankbaren und bewundernden Gedanken zukommen". Die Amtszeit des 2013 zurückgetretenen Papstes sei "durch ein leuchtendes Lehramt und eine unermüdliche Liebe zur Wahrheit geprägt" gewesen. Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. zähle zu den "großen Meister der Philosophie und Theologie unserer Zeit", sagte Papst Franziskus: "Heute danken wir ihm besonders, weil er auch ein Beispiel für leidenschaftliche Hingabe an Studium, Forschung, schriftliche und mündliche Kommunikation war und weil er seine kulturelle Forschung immer vollständig und harmonisch mit seinem Glauben und seinem Dienst an der Kirche verband."

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist Vorstand des Europäischen Instituts für Philosophie und Religion (EUPHRat) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien und anerkannte Expertin u.a. für die Studien von Edith Stein und Romano Guardini. Die in der Oberpfalz geborene Gerl-Falkovitz studierte Philosophie, Germanistik und Politische Wissenschaften in München und Heidelberg. Zwischen 1993 und 2011 lehrte sie Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaften an der Universität Dresden.

Ludger Schwienhorst-Schönberger gilt als einer der führenden Experten für die Weisheitsbücher der Bibel und insbesondere für das alttestamentliche "Hohelied". Er ist seit 2007 Professor für Altes Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Zuvor lehrte der aus Lüdinghausen (Deutschland) stammende Theologe alttestamentliche Exegese und hebräische Sprache an der Universität Passau.

Schwienhorst-Schönberger bezeichnete die Auszeichnung im Anschluss an den Festakt als "Ermutigung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen" und "als Verpflichtung". "Ich verdanke der Theologie von Joseph Ratzinger - Papst Benedikt XVI. wertvolle Anregungen für meine Arbeit als Exeget. Dazu gehört auch, dass wir bei historischen Fragestellungen allein nicht stehen bleiben dürfen", so der an der Universität Wien lehrende Theologieprofessor.

Der am Samstag ebenfalls mit dem Ratzingerpreis ausgezeichnete Jean-Luc Marion zählt zu den bekanntesten französischen Philosophen der Gegenwart. Er ist Mitglied der Gelehrtengesellschaft Academie Francaise mit Sitz in Paris und hat eine Professur für Religionsphilosophie an der University of Chicago in den USA. Tracey Rowland ist Professorin an der katholischen University of Notre Dame Australia. Mehrere ihrer Arbeiten beschäftigen sich mit der Theologie Joseph Ratzingers.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Chris2 14. November 2021 
 

Touché

"Die Amtszeit des 2013 zurückgetretenen Papstes sei 'durch ein leuchtendes Lehramt und eine unermüdliche Liebe zur Wahrheit geprägt' gewesen.
Brillanter hätte man den Unterschied zum jetzigen Pontifikat kaum auf den Punkt bringen können...


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 borromeo 14. November 2021 

Nicht nachvollziehbar

Auf der einen Seite erhebt Papst Franziskus Benedikt XVI. quasi in den "katholischen Olymp" indem er sagt:

"Die Amtszeit des 2013 zurückgetretenen Papstes sei 'durch ein leuchtendes Lehramt und eine unermüdliche Liebe zur Wahrheit geprägt' gewesen."

Andererseits zerstört er nonchalant eines der wichtigsten Werke seines Vorgängers, den Ansatz einer Versöhnung der gegenwärtigen Kirche mit der Tradition durch dessen MP Summorum Pontificum. Und das auch noch mit theologisch und faktisch fragwürdigen Begründungen die erkennen lassen, daß er Lehre und Wirken von Papst Benedikt (das leuchtende Lehramt, wie er sagt) nicht einmal im Ansatz verstanden hat und wohl auch nicht verstehen will.

Ein weiteres Beispiel für das Auseinanderklaffen von Rede und Tun beim gegenwärtigen Papst. "Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein (Matth. 5,37)"!


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 girsberg74 14. November 2021 
 

Manche Preise nimmt man an,

um keine Folgen für die Institution heraufzubeschwören, an der man lehrt.

Oder man hat keine Ahnung.


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 Simon Tolon 14. November 2021 
 

Wer so redet, ...

... der sollte die Gedanken und Werke von Papst Benedikt aufgreifen - und nicht sie ganz praktisch zu vernichten suchen.
Einmal mehr kann man über diesen Mann nur den Kopf schütteln.


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 Diadochus 14. November 2021 
 

Würdigung

Papst Franziskus würdigte in seiner Ansprache nicht nur "die Tiefe der Gedanken und Schriften", sondern auch "die Arbeit, die über viele Jahre hinweg großzügig und leidenschaftlich geleistet" wurde. Papst Franziskus möchte dem nicht nachstehen. Dem trägt er mit Traditionis Custodes Rechnung. Der Preisträger Schwienhorst-Schönberger bedankt sich artig. Der Preis sei eine "Ermutigung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen". Was mag Papst emeritus Benedikt XVI. über diese Farce wohl denken?


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