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Innviertel: "Singen für den Frieden" mit Kiewer Chorälen

3. April 2022 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Mit ostkirchlichen Gesängen bewandter Pfarrer, Wiesinger: Ins Deutsche übertragene geistliche Musik kann Ausdruck der Betroffenheit und des Aufschreis sein.


Linz (kath.net/ KAP)

Ukrainische geistliche Musik kann dabei helfen, der Betroffenheit und dem Aufschrei angesichts der schrecklichen Bilder des Krieges in der Ukraine Ausdruck in Gebet und Gesang zu verleihen: Mit diesem Grundgedanken findet in der römisch-katholischen Kirche von Obernberg am Inn an den verbleibenden Freitagen der Fastenzeit (1. und 8. April) jeweils um 18 Uhr ein "Singen für den Frieden" statt, wie die oberösterreichische Pfarre mitteilte. Auch an den Samstag-Vorabendgottesdiensten sind die Gesänge zu hören.

Der zuständige Priester der Innviertler Pfarre, Alfred Wiesinger, beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten intensiv mit ukrainischer Kirchenmusik und dem byzantinischen Gottesdienst, die er einst auch in seiner Diplomarbeit thematisiert hat. In einem interkulturellen Projekt ("Stephanus") wurden dabei Notenhefte mit in die deutsche Sprache übertragenen Kiewer Chorälen erarbeitet und im Jahr 2017 veröffentlicht.


Entwickelt wurde der Kiewer Choral, der als das typisch empfundene Klangbild des orthodoxen Ostens Europas gilt, um 1650 unter italienisch-polnischem Einfluss. Charakteristisch für diese Musikrichtung ist einfachste Dreistimmigkeit durch Terzparallele mit Funktionsbass - ein Prinzip, das man auch in der österreichischen Volksmusik oder in Taize-Gesängen vorfindet. Mehrere solcher Gesänge gingen auch in das Kirchenliederbuch "Gotteslob" ein und tragen als Ursprungsbezeichnung "Ukraine", wobei vor allem das "Kyrie" (Nr. 155) weite Bekanntheit erlangt hat.

Bereits vergangene Woche fand in Obernberg ein erstes "Singen für den Frieden" statt. Visuell stand dabei eine große Darstellung der Ikone des Künstler-Mönchs Andrei Rublev aus dem Jahr 1411 als vor den Altar gespanntes Fastentuch im Zentrum. Schon in den damaligen kriegerischen Zeiten habe das Bild einen "Kontrast" zur Politik geschaffen, indem die drei dargestellten geheimnisvollen Gestalten als Sinnbilder des friedvollen Ursprungs von Einheit in Vielfalt gemalt worden seien, erklärte Pfarrer Wiesinger.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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