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Rosenmontag, Veilchendienstag, Ascherkohlgraf

21. Februar 2023 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Otti's Optik: Die ewige Seligkeit - eine "Session ohne Aschermittwoch"? Von Franz Norbert Otterbeck


Wien (kath.net)

Was ist ein Veilchen? Die kleine, blaue Blume? Oder das blaue Auge, das nach dem Karnevalsgetümmel die Gesichtsrose ziert? Der 'Synodale Fasching' in Deutschland wird froh sein, wenn er im März "mit einem blauen Auge" davonkommt. Aber die Treiber treiben das Treiben weiter. Nicht zuletzt sind materielle Interessen im Spiel, wie Kardinal Müller jüngst sagte, beim konfessionellen Schützenfest.

Endlich hat auch der Wischmopp von Mainz einmal den Vogel abgeschossen. Er könne sich eine bestimmte Querulantin sehr gut als Bischöfin in Deutschland vorstellen. Naja, sie sieht Bischof Bode, ihrem Sparringspartner im synodalen Frauen-Versteherforum, ziemlich ähnlich. Aber qualifiziert das schon? Und sinken dann die Missbrauchszahlen? Sie gab bescheiden zurück, dass sie zu gegebener Zeit sich prüfen müsse, ob sie zur Bischöfin berufen sei. Wenn das alles ist: Ich habe mich geprüft. Ich bin ungeeignet. Aber in dieser Zeit ist das eine Gnade. Bischof in Deutschland heute heißt: Mehr oder weniger Geeignete reden aus jedem Anlass ungeeignetes Zeug, das niemanden mehr interessiert. Könnte sein, dass Regierungssprecher Hebestreit dem einen oder anderen Bischofsvorzimmer mal ein lobendes Fax zustellt, wenn mal wieder "ampelfreundlich" schwadroniert wurde.  Oder er lässt es durch die Praktikantin ausrichten. Bischöfe? Irrelevant. Die bewegen nicht einmal mehr Wählerstimmen, vielleicht noch von der CDU zur AfD. Protestwähler.

Der Aschermittwoch wird wieder ein politischer sein. Pax Christi-Präsident Kohlgraf könnte mit einer Brandrede aufwarten. "Zu den Waffen!" Oder doch lieber: "Dialog mit Putin"? Hat der denn noch Termine für Pazifisten frei? Man weiß nicht genau, ob der Name mit Kohl- vom Gemüse oder vom Karbon herstammt. Der Graf war der Schreiber des Königs. Graf Koks sei nunmehr der Redner der Asche? Burned out. Jedenfalls sieht er auf den Fotos der notorisch ungeschickten Bildredaktion zu Bonn schon recht sterblich aus. "Sterbliche Gedanken hege der Sterbliche, nicht unsterbliche der Sterbliche." Das Zitat stammt aus einem berühmten klassischen Drama von Karfiol.


Der seit einiger Zeit in Mainz - helau! - tätige Kölner - alaaf! - trägt übrigens drei Narren, mit Hirtenstäben, auch in seinem Bischofsstab. Das im Übrigen klassisch gestaltete Stück schenkte ihm Kardinal Woelki. Es sollen die drei Magier sein, früher: heilige drei Könige, aber knaatschverdötscht. Ob der queersensible Bischof lieber einen Prügel von Guildo Horn geschenkt bekommen hätte, das entzieht sich unserer Kenntnis. Vorstellbar ist heute auch das klimafreundliche Messingrohr oder die fossile Dachlatte als Bischofszier. Denn Phantasie ist die neue Paramentik. Wenn auch erstaunlich oft eingefroren auf die Standards der Siebziger.

So auch in Kevelaer. Dort feierte Hobbykarnevalist Dr. Rütten wieder erstaunliche Erfolge im Eventmanagement. Bei der "Kappensitzung" wurde die Büttenrede zwar als deplatziert empfunden. Sie wiederholte nur sein sattsam bekanntes Manifest zur Kirchenreform, humorlos. Erde berührt Himmel. Die Welt ist gut. Das Leben ist schön. Guten Appetit! Der Gottesdienst zur Vigil von Weiberfastnacht brachte allerdings ein volles Haus. Man lockte mit dem Motto "kölsche Tön". Das karnevalistische Liedgut wurde zwar hocheingedeutscht und zu quasiliturgischen Zwecken umgeschrieben. Aber die Musik erinnerte an die kölschen Profibands. Als Büttenredner hätte man mir dort durchaus kölsche Tön entlocken können. "Neulisch, tätää, wörd isch vun ner Stroßebahn överrollt. Tätää. Do wör isch ävver platt. Tätätätätätää." Als Prediger konnte allerdings ein für seinen wahnsinnigen Humor bekannter westfälischer Priester (!) gewonnen werden. Flopp. Zentraler Schwallkörper der Veranstaltung blieb der Bastian, breiter und kahler denn je. Er sollte allerdings mit Anspielungen auf die Verfressenheit des Kirchenpersonals etwas sparsamer sein. Bald ist Fastenzeit. Bester Witz: In der ewigen Seligkeit erwarte uns eine Karnevalssession "ohne Aschermittwoch". Oder war das etwa nur die Leugnung des Purgatoriums (de fide)?

Nicht wenigen Menschen würde eine 'Session ohne Ende', ein ewiger Karneval, doch eher Höllenqualen bereiten. Aber die Zahl der Theologen sinkt, die Zeichen der Zeit deutend, die noch zu plausiblen Werturteilen über die "Kirche der Zukunft" kommen. Bei aller Liebe zu Funkenmariechen (oder Funkendetlefs?) muss die Katechese doch auch fürderhin etwas weniger tänzelnd daherkommen als post '68 üblich. Wer sieht denn endlich ein, dass auch die Paramentik von damals - oder auch Narretei - allmählich etwas abgestanden aussieht? Dem feisten Pastoralreferenten ist zwar der Minirock nur bedingt zu empfehlen. Aber ein ordentlicher Straßenanzug mit Krawatte müsste ihm doch noch passen, anstelle dieser paraliturgischen Mehlsäcke. Analogliturgie scheint mir dem Analogkäse auf der Tiefkühlpizza ähnlich: macht satt, schmeckt aber nach nichts. Die Leute in der Clemenskapelle hatten wohl etwas mehr Karnevalsstimmung gewünscht, damit angelockt, wurden dann aber wieder in 'kreativliturgische Ungefährbahnen' zurück gezwängt, wenngleich von Religion weit entfernt. Der Gebetstext von Hanns-Dieter Hüsch wurde fast schneller vorgetragen als der Kabarettist selber zu plappern pflegte. Andacht? Wozu? Das Allerheiligste ist doch längst das Allerletzte, versteckt links hinten hinter der coolen Combo. Alaaf! Helau.

Aber nochmal zurück zum Ganzjahresbüttenredner in Mainz. Wahrscheinlich kommt der Name doch eher vom Grünkohl als vom Ruhrkohlenkoks. Er redet so. Das ist eine ganz eigene Sprache, die sich "vielsagend" gar nicht verständlich machen kann. Ricarda Lang von den Grünen äußert sich immer sehr breit. Aber sagt sie was? Auch bei einem Wahlergebnis mit leichten Verlusten sieht sie den historischen Höchststand "stabilisiert". In jede Stellungnahme wird bezahlbares Wohnen samt "den Erneuerbaren" nebst einigen Signalworten mehr eingeflochten. Eine Endlosfaschingsschleife. Waren deutsche Bischöfe mit linksgrünem Spitzenpersonal auf derselben Rhetorikschule? Wo lernt man das? "Im Hinblick auf die neue Dimension dieser Frage müssen wir uns vor Augen führen, dass hierzu noch lange nicht jeder Aspekt der Problematik ausdiskutiert wurde, wenngleich nicht von der Hand zu weisen ist, dass bedeutende Anstrengungen zu erheblichen Resultaten führen müssen, wenngleich Prioritäten zu setzen diesbezüglich nicht von vornherein ausgeschlossen werden sollte." Oder so ähnlich. So reden kann auch Frau Sattler. Sie ist eindeutig reif für den Bischofsstuhl. Wenn nicht das Auswärtige Amt in Berlin vorzeitig neu besetzt werden muss, weil es mal wieder irgendjemandem den Krieg erklärt hat. Tätää. Alaaf, Helau!

Die "letzte Generation Kirche" sind wir allerdings immer noch nicht, vielleicht hierzulande. Denn es liegt ein "neuer Anfang" in der Luft. Die Religion Christi geht immer vom Himmel aus, vom ewigen Wort des Vaters. Es hat Fleisch angenommen aus Maria der Jungfrau. Gekreuzigt, gestorben und begraben. Wahrhaft auferstanden von den Toten führt Jesus Christus die Erlösten heim ins Vaterhaus. Es wird ein neuer Himmel sein und eine neue Erde. Die Perspektive etwaiger "Kirchenreform"? Sub specie aeternitatis, aber kein Rambazamba auf Erden. Ins Bischofsdeutsch kann ich das leider nicht übersetzen.

Aber so wahr ich vor Gott stehe: Er lebt und zieht uns ins Leben, zu ihm. Amen.

 


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