Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. Besser keine Laienpredigt
  4. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  5. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  6. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  7. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  8. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  9. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  12. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  13. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  14. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  15. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden

,Die Geschichte des Westens ist eine Geschichte des Mutes‘

12. November 2023 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der bekannte Satiriker und Kommentator Konstantin Kisin sprach bei der ARC-Konferenz in London über das Potential des Menschen. Von Petra Knapp.


Linz (kath.net / pk) „Alexander Solschenizyn hat einmal gesagt, dass die Stärke oder Schwäche einer Gesellschaft mehr von der Ebene seines spirituellen Lebens abhängt als von der Stufe seiner industriellen Entwicklung. Wenn die spirituellen Kräfte einer Nation erschöpft sind, sagte Solschenizyn, hat sie keine Chance, dem Kollaps zu entkommen, weder durch die perfekteste Regierung noch durch irgendeine industrielle Entwicklung.“

Mit diesem Zitat leitete der bekannte Kommentator Konstantin Kisin seinen Vortrag bei der ARC-Konferenz ein, die Ende Oktober in London abgehalten wurde. Der Autor der Sunday Times, Satiriker, Kommentator und Co-Host des Podcasts TRIGGERnometry sprach über Auswege aus der Krise des Westens. Von Kisin war 2022 das Buch „An Immigrant’s Love Letter to the West“ erschienen.

Er erinnerte an Christoph Columbus, der Indien erreichen wollte und auf dem Weg dorthin Amerika entdeckte. Die Osmanen hatten 1453 Konstantinopel erobert und Europa von der Seidenstraße abgeschnitten, über die schon seit Jahrhunderten Handel getrieben worden war mit Indien und China.

Der Westen sei damals, vor über 500 Jahren, vor einer großen Herausforderung gestanden und „einer neuen Bedrohung, die nicht geringer war als jene, der wir heute gegenüberstehen“. Auch damals mussten sie nach einem neuen, anderen Weg suchen – so wie wir heute. Als Columbus nach Westen aufbrach, um Indien zu erreichen, lag er falsch, weil er sich beim Erdumfang komplett verschätzt habe. Die klugen Köpfe Europas hätten ihn dafür ausgelacht, sagte Kisin.


Dennoch konnte er 90 Männer überzeugen, mit drei kleinen Schiffen aufzubrechen, und „ins Unbekannte zu segeln“. Die Moral der Geschichte sei: „Die Geschichte unserer Zivilisation wurde nicht von Menschen gemacht, die immer alles richtig machten. Sie wurde von Leuten gemacht, die auch Fehler begingen, die so mutig waren zu glauben, dass sie die Probleme bewältigen konnten, die auf sie zukommen würden. Die Geschichte des Westens ist eine Geschichte des Mutes.“

Es gebe Menschen, die überzeugt sind, „dass unsere Zukunft erfolgreich, mächtig und einflussreich sein wird“, unterstrich Kisin. „Wir sind die Mehrheit! Aber es gibt auch Menschen, die glauben, dass unsere Geschichte böse ist, dass wir es nicht verdienen, bedeutend zu sein, dass wir es nicht verdienen, mächtig zu sein, dass wir für die Sünden unserer Vorfahren bestraft werden müssen, denn für sie ist unsere Vergangenheit abscheulich. Unsere Gegenwart muss deswegen mit Entschuldigungen verbracht werden, und unsere Zukunft ist der organisierte Untergang. Meine Botschaft an diese Leute ist einfach: Wie könnt ihr es wagen? Ihr werdet nicht die Träume meines Sohnes stehlen, mit euren leeren Worten!“

Seit Anbeginn der Zeit hätten Menschen alles dafür gegeben, dass die Welt ein besserer Ort wird, appellierte Kisin. „Wir haben diesen Fortschritt nicht gemacht, indem wir gejammert und uns als Opfer verhalten haben. Wir haben diesen Fortschritt gemacht, indem sich die Kreativität und das Talent von Leuten frei entfalten konnte!“

„Aber ich denke wirklich, dass wir vergessen haben, was Abenteuer ist“, bemerkte Kisin. „Als Columbus und seine Männer diese Schiffe bestiegen und ihre Reise in das Unbekannte antraten, segelten sie in den sicheren Tod. Nicht deswegen, weil sie mutiger als wir waren. Sie wussten etwas, das wir vergessen haben. Der Tod ist allen gewiss.“

 „Wir stehen im Kampf unseres Lebens“, appellierte er an die anwesenden Geschäftsleute. „Es gibt keinen größeren Ertrag deines Investments als unsere Zivilisation zu schützen und zu bewahren.“ Die  Medienschaffenden mahnte er mit den Worten „Die Wahrheit zählt. Es gibt mehr in unserem Leben als Clicks und Downloads.“

An die Politiker richtete er die Worte: „Ihr seid nicht in die Politik gegangen, damit ihr wieder gewählt werden, sondern damit ihr einen Unterschied macht. Wir befinden uns im Kampf unseres Lebens. Wenn Mut irgendetwas bedeutet, dann das, die richtige Sache zu tun und bereit sein, die Strafe dafür auf sich zu nehmen, wenn es sein muss. Der Tod macht vor keinem Halt. Es liegt nicht an uns zu wählen, ob wir leben oder sterben. Es liegt an uns zu wählen, ob wir leben ehe wir sterben.“

Die ""Alliance for Responsible Citizenship" (ARC) hatte Ende Oktober 2023 zu einer ersten weltweiten Konferenz in London eingeladen, die unter anderem von der österreichischen Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler mitorganisiert wurde. Drei Tage lang diskutierten bürgerlich-konservative und liberale Denker, Wissenschaftler, Politiker und Kulturschaffende über Auswege aus der Krise des Westens. Hauptinitiator der Konferenz ist der kanadische Psychologe und Buchautor Jordan Peterson. 

WATCH: Konstantin Kisin’s full speech to world leaders at ARC Conference 2023

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Philosophie

  1. Am Ende wartet Gott – warum Denken in die Anbetung führt
  2. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  3. Gibt es eine Vielfalt der Geschlechter? – Versuch einer Orientierungshilfe
  4. „Deutschlandfunk“ interviewt Philosophen Markus Gabriel: „Das Böse nimmt spürbar zu“
  5. „Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften“
  6. Vom Verstummen der Wahrheit in der Schweigespirale
  7. "Im Aschenputtel lebt das Magnificat"
  8. Wider die Abdankung des Denkens
  9. R. I. P. Robert Spaemann
  10. Die Stunde der Propheten







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Besser keine Laienpredigt
  6. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  7. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  8. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  9. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  10. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  11. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  12. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  13. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  14. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  15. 'Für jeden Unsinn ein Bischof' - Scharfe Kritik an Erzbischof Heße

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz