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'Schikanen gegen ein Kloster'

5. Oktober 2009 in Chronik, keine Lesermeinung
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Wie das Kloster Mor Gabriel in der Türkei unter Druck gesetzt wird - Ein Bericht von David Alp + kathTube-Film über Mor Gabriel


Hamburg (kath.net)
Am vergangenen Freitag veranstaltete der Mar-Gabriel-Verein in Hamburg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Hamburg (KAH) einen Vortragsabend im Rahmen der Vortragsreihe zum Thema „Spuren“. An diesem Abend wurde die aktuelle Prozessflut, der sich das Syrisch-Orthodoxe Kloster Mor Gabriel gegenübersieht und welche die Existenz des Klosters gefährdet, behandelt. Zu diesem Anlass waren der Stiftungsvorsitzende des Klosters Kuryakos Ergün aus Mardin/Türkei, Frau Schiffer und Dr. Otmar Oehring aus Aachen, der leider kurzfristig abgesagt hat, eingeladen. Domkapitular Msgr. Wilm Sanders von der KAH führte die Anwesenden durch den Abend.

Zunächst gab Msgr. Sanders einen informative Einführung über Klosters Mor Gabriel. Er forderte Gerechtigkeit für Mor Gabriel und zugleich die endliche Durchsetzung der Vertragsbestimmungen von Lausanne und den Kopenhagener Kriterien, was der türkischen Justiz in aller Deutlichkeit vorzuwerfen ist. Im weiteren Verlauf seiner Rede erzählte er von Bedrohungen den verantwortlichen Richtern gegenüber und dem unglaublichen Vorwurf, das Kloster sei ein Zentrum terroristischer Aktivitäten in der Region.

Der Domkapitular erwähnte auch, dass Häuser von Christen in Istanbul von Unbekannten markiert worden sind und dass dies die Christen sehr beunruhige. Als kleiner Lichtblick für die Situation der Christen in der Türkei erschien ihm das kürzliche Zusammentreffen des türkischen Premierministers Erdogan und des Griechisch-Orthodoxen Patriarchen Bartholomäus.


Nach der Eröffnungsrede trat Kuryakos Ergün, Verwalter des Klosters Mor Gabriel, ans Rednerpult. Bei seinem Vortrag wurde er von Fehmi Aykurt, dem 1. Vorsitzenden des Mar-Gabriel-Vereins als Übersetzer unterstützt. Kuryakos Ergün machte dem Auditorium deutlich, dass das Kloster trotz der Abwanderung der Aramäer aus dem Turabdin immer noch das Zentrum der Christen dort sei und erläuterte anschließend die beunruhigende Problematik um die Verhandlungen.

Das Kloster Mor Gabriel grenzt an vier Dörfer, wovon das Dorf im Norden die Grenzen des Klosters akzeptiert. Die restlichen drei angrenzenden Dörfer haben versucht ihre Grenzen zu ihren Gunsten zu erweitern. Das Kloster gab dem Frieden willen ein kleines Stück ihres Grundstücks auf, was jedoch von den Dorfvorstehern nicht akzeptiert wurde. Diese Geste des Klosters war nicht ausreichend, sie wollten mehr von dem Klostergrundstück. Das Katasteramt in Midyat sprach den muslimischen Dörfern die Grundstücke zu, woraufhin das Kloster vor Gericht zog.

Doch das Gericht gab dem Katasteramt Recht. Die muslimischen Dorfvorsteher bedrohten Erzbischof Mor Timotheos Samuel Aktas, beschuldigten ihn der Missionierung und warfen ihm vor, dass er seine Schüler erzieht um eine Revolution zu starten.

Weiterhin wurde behauptet, dass die Mönche in Mor Gabriel staatenlos seien und dass das Kloster auf einer Moschee erbaut worden ist. Zuletzt erläuterte Kuryakos Ergün den Inhalt der einzelnen Verfahren und betonte, dass die Klosterbewohner vor den Verhandlungen keine Probleme mit ihren Nachbarn hatten. Das hat sich mittlerweile geändert, Die Bewohner des Klosters haben Angst.

Abschließend dankte er der deutschen Regierung für die diplomatische Intervention und die öffentliche Unterstützung und stand für die aufkommenden Fragen der Anwesenden Rede und Antwort.

Nach Kuryakos Ergün trat Isa Tozman an das Rednerpult und verlas den aktuellen Brief von Pfarrer Horst Oberkampf. Horst Oberkampf schrieb darin, dass der türkische Staat die Christen im Turabdin verjagen möchte. Als Begründung nannte er die aktuellen Gerichtsverhandlungen rund um das Kloster Mor Gabriel und auch die Brände auf dem Berg Izlo.

Die Bewohner der aramäischen Dörfer zwischen Midyat und Nisibin (türk.: Nusaybin) werden regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Türkische Militärs brennen diese nieder, da sie dort Verstecke von PKK-Kämpfern vermuten. Allerdings sei dies kein Grund die Lebensgrundlage der einheimischen Christen zu zerstören.

Zum Ende der Veranstaltung wurden noch einige Informationen zur Türkei und der angestrebten Mitgliedschaft in die EU vorgetragen. Hierbei wurde nochmal verdeutlicht, dass die Türkei die Kopenhagener Kriterien erfüllen müsse, um Mitglied in der EU zu werden. Auch sind die aktuellen Verhandlungen ergebnisoffen, da die Türkei noch nicht bereit für die EU sei, oder auch umgekehrt. Parteien wie die CDU oder auch die des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy tendieren eher zu einer privilegierten Partnerschaft als zu einer Vollmitgliedschaft in der EU.

Ebenso kam das Problem zwischen der Türkei und dem nördlichen Teil Zyperns auf, welcher von der Türkei militärisch besetzt wird und damit als weiterer Kritikpunkt der Aufnahme der Türkei in die EU gegenübersteht. Jedoch sieht man auch in der Türkei ein Vorbild für andere muslimische Staaten, da diese u.a. eine Marktwirtschaft und demokratische Strukturen besitzt.

Fehmi Aykurt dankte den zahlreichen Zuhörern, vor allem Kuryakos Ergün und merkte an, dass es ein Glück war, ihn noch so kurzfristig für diesen Vortragsabend gewinnen zu können. Ferner rief er dazu auf, das Kloster und die Aramäer, die in ihre Heimat zurückgekehrt sind, zu unterstützen.

kathTube: Dramatischer Film über Mor Gabriel - Sehr sehenswert!




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