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| ![]() 'Ich möchte, dass die Kirche wieder in den Herzen erwacht'7. Dezember 2009 in Interview, 9 Lesermeinungen "Viele Getaufte haben die lebendige Verbindung mit Jesus verloren" -Kath.Net-Exklusiv-Interview mit Marian Eleganti, seit 12.00 Uhr designierter Weihbischof für das Bistum Chur, über spirituelle Tiefe, den Kanton Zürich, Minarette und den Zölibat Zürich (kath.net/sb) Kath.Net führte mit dem designierten Weihbischof das folgende Interview: Kath.Net: Sie sind soeben zum neuen Weihbischof für die Kantone Zürich und Glarus im Bistum Chur ernannt worden. Freuen Sie sich darüber? Abt Marian Eleganti: Ich freue mich sehr darüber, dass ich durch das neue Amt tiefer mit Christus zusammenwachse. Über alles Übrige mache ich mir keine Illusionen. Ich bin aber trotzdem zuversichtlich. Unsere Wirksamkeit hängt vom Grad unserer inneren Läuterung ab. Kath.Net: Die Kantone Zürich und Glarus sind ja quasi der "liberalere Teil" des Bistums Chur. Was ist Ihnen wichtig als Weihbischof dieser Regionen? Abt Marian Eleganti: Ich möchte, dass die Erkenntnis Christi in jedem Menschen wächst. Es kommt nur darauf an, auf Seine Stimme zu hören und ihr zu folgen. Damit bewegen wir uns jenseits von konservativ und progressiv. Ich möchte, dass die Kirche wieder in den Herzen erwacht. Das zweite ergibt sich aus dem ersten. Mehr Selbstlosigkeit und spirituelle Tiefe also. Kath.Net: Was werden Ihre pastoralen Schwerpunkte in Ihrer neuen Aufgabe als Weihbischof von Chur sein? Abt Marian Eleganti: Viele Getaufte haben die lebendige Verbindung mit Jesus verloren. Sie glauben nicht mehr, dass Jesus Gott ist und deshalb jederzeit in unser Leben eingreifen kann. Geht das verloren, verliert das Christentum seine ganze Kraft und Faszination. Die Auswirkungen sind auf der ganzen Linie spürbar und fatal. Ich möchte alles dafür tun, dass die Menschen im Glauben der Kirche, im Gebet und in der Hl. Eucharistie wieder Jesus begegnen. Kath.Net: Zwei Themen sorgten in den letzten Tagen für heiße Diskussion in der Schweiz. Innerkirchlich gab es in der Schweiz eine Zölibatsdebatte, die durch den designierten Vorsitzenden Norbert Brunner angestoßen wurde. Wie denken Sie über die Zölibatsverpflichtung der Priester? Abt Marian Eleganti: Wer meint, eine Ehe sei leichter zu führen als zölibatär zu leben, täuscht sich. Man sollte nicht, um Probleme zu lösen, neue und vielleicht sogar grössere schaffen. Der Verzicht auf die Ehe bringt mich in ein besonderes Freundschaftsverhältnis mit Jesus, das nur so möglich wird und wirklich glücklich macht. Paulus sah darin die grösste Gnade seines Lebens. So ist es auch. Und genau darum geht es im Zölibat. Kath.Net: Außerkirchlicht tobt seit Tagen eine heiße Diskussion rund um das Minaretteverbot. Auch die Schweizer Bischöfe haben sich kritisch zum Verbot geäußert. Nicht wenige Katholiken begrüßen aber offensichtlich auch das Verbot und werfen den Bischöfen zu wenig Gegenwehr gegen den Islam vor. Was sagen Sie zum Verbot von Minaretten? Wie kann man dem Islam als Christ begegnen? Abt Marian Eleganti: Kirchtürme wie Minarette sind aufgeladene Symbole. Man kann sie nicht davon ablösen, wofür sie stehen. Also erfolgt die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Religionen notgedrungen auch auf der Ebene ihrer Symbole. Eine italienische Muslimin hat sich deshalb die Entfernung eines Kreuzes aus dem Klassenzimmer ihres Kindes beim europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erstritten. Da der Islam Religion und Politik nicht trennt und das Reich Gottes auch im Namen Gottes durchsetzen will (Theokratie), sind die Probleme der freien, säkularen Gesellschaft mit ihm vorprogrammiert und werden noch grösser werden. Die Schweizer Bevölkerung hat wohl deshalb eine Art Warnschuss abgegeben. Als Christen begegnen wir den Muslimen mit Respekt und Wohlwollen. Kath.Net: Herzlichen Dank für das Interview und Gottes Segen für Ihr Wirken Kathpedia: Abt Marian Eleganti Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuBistum Chur
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