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| ![]() Papst gibt Verfahren für Pius XII. frei19. Dezember 2009 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen Johannes Paul II. und Pacelli-Papst bald gemeinsam selig? - Von Johannes Schidelko (KNA) Vatikanstadt (kath.net/KNA) Die Entscheidung des Papstes kam zum Teil überraschend. Zwar rechneten Beobachter damit, dass Benedikt XVI. an diesem Samstag den Tugendgrad des Wojtyla-Papstes unterzeichnen werde. Dessen Verfahren war eines der spektakulärsten und kürzesten der Kirchengeschichte. Im Eiltempo von fünf Jahren, mit Unterstützung vieler Anhänger vor allem in Polen und unter ständiger Medienbeobachtung hatten die Diözesen Krakau und Rom und dann der Vatikan die erforderliche Dokumentation zusammengestellt. Benedikt XVI. gab Starthilfe, als er das Verfahren für den «geliebten Vorgänger» von der sonst üblichen fünfjährigen Wartepflicht zum Prozessbeginn freistellte. Überraschend war jedoch, dass Benedikt XVI. das Tugenddekret gleichzeitig auch für Pius XII. verkündete. Seit zweieinhalb Jahren lag das entsprechende Votum der zuständigen Behörde vor. Doch Papst Benedikt XVI. wollte erst noch weitere Überprüfungen anstellen, vor allem mit Blick auf diplomatische Reaktionen in Israel, wo Pius XII. wegen seines Verhaltens im Zweiten Weltkrieg in der Kritik steht. Zwischendurch schien es, die Seligsprechung werde erst nach der Öffnung aller entsprechenden Vatikanarchive oder gar in einem künftigen Pontifikat zum Thema. Nun fällte Benedikt XVI. aber doch seine Entscheidung und erkannte den Tugendgrad des Pacelli-Papstes an, der nach Rolf Hochhuths Drama «Der Stellvertreter» von 1962 zum Ziel vieler Angriffe und Verleumdungen geworden war - den die bereits vorliegenden Dokumente jedoch in einem ganz anderen Licht darstellen. Benedikt XVI. bestätigt mit dem Dekret, dass Eugenio Pacelli als Priester, Bischof und Papst persönlich ein untadeliges und tugendhaftes Leben geführt hat. Zu diesen Tugenden gehören Glaube, Hoffnung und Liebe, aber auch Tapferkeit, Vernunft und Klugheit im Auftreten und Verhalten im Amt. Eine Einschätzung, die Benedikt XVI. mit Johannes Paul II. verbindet. In dessen Pontifikat war das Verfahren aufgenommen worden. Der Wojtyla-Papst, der als erster Pontifex eine Synagoge besuchte, der nach Israel fuhr und der die Aussöhnung mit dem Judentum entschieden vorantrieb, bezeichnete Pius XII. als «großen Papst». Sicher nicht von ungefähr hat Benedikt XVI. die Verfahren der beiden so unterschiedlichen Päpste für einen Moment lang zeitlich miteinander verbunden. Schon im Jahr 2000 hatte sein Vorgänger den Konzilspapst und Publikumsliebling Johannes XXIII. (1958-63) gemeinsam mit dem ultrakonservativen Pius IX. (1846-78) seliggesprochen. Jedoch dürften sich im aktuellen Verfahren nach der kurzen Zusammenführung die beiden Verfahren wieder trennen. Denn vieles spricht dafür, dass Johannes Paul II. bereits im Oktober 2010 zur Ehre der Altäre erhoben wird. Und der Massenandrang dürfte so gewaltig sein, dass schon die Logistik eine gemeinsame Feier verbietet. Entscheidender ist, dass die Wunderheilung einer französischen Ordensfrau und Parkinson-Patientin auf Fürsprache des Wojtyla-Papstes bereits weitgehend dokumentiert scheint. Der Heilungsfall in der «Causa Pius XII.» muss jedoch noch viele Instanzen durchlaufen. Und die vatikanischen Mühlen mahlen oft langsam. (C) 2009 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuPius XII.
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