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Keine echte Beichte, sondern eine 'Geständnis-Show'

18. Jänner 2013 in Interview, 3 Lesermeinungen
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Prälat Imkamp über die Fernsehbeichte von Lance Armstrong. Von Christoph Renzikowski (KNA)


München (kath.net/KNA)
Die «Fernsehbeichte» des überführten Dopingbetrügers Lance Armstrong im US-Fernsehen hat große Aufmerksamkeit erregt. Der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bescheinigte der schwäbische Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp (61) am Freitag aus seiner Erfahrung als Seelsorger: Ja, Beichten macht glücklich. Nur sei der Talkshow-Auftritt des gefallenen Radhelden keine echte Beichte, sondern eine «Geständnis-Show».

KNA: Herr Prälat Imkamp, am Ende seines aufsehenerregenden Talkshow-Auftritts sagte Lance Armstrong, er sei jetzt glücklicher als vorher. Macht Beichten glücklich?

Imkamp: Ja, das tut es. Aber das, was wir bei Armstrong erlebt haben, ist keine Beichte, die glücklich macht, sondern ein publikumswirksames Geständnis dessen, was sowieso schon in fast jeder Zeitung stand.

KNA: Jahrelang hat der einstige Weltstar des Radsports seine Muskeln mit Hilfe illegaler Medikamente aufgepeppt. Ist Doping Sünde?

Imkamp: Natürlich, und zwar eine doppelte. Zunächst eine Sünde am und gegen den eigenen Körper. Und zweitens ist Doping nichts anderes als eine große Lüge und damit eine Sünde gegen die Wahrheit.


KNA: Reicht es, um Vergebung zu erlangen, wenn man dabei hinreichend zerknirscht die Augen senkt?

Imkamp: Zur Beichte gehört die aufrichtige Reue. Sie muss nicht unbedingt in jeder Hinsicht vollkommen sein. Aber es muss sich um eine echte Reue handeln, verbunden mit der inneren Bereitschaft, solche Sünden künftig zu vermeiden. Ich halte allerdings das Fernsehinterview Armstrongs mit der amerikanischen «Superbeichtmutter» nicht für eine Beichte, noch nicht einmal im umgangssprachlichen Wortsinne, sondern für eine Geständnis-Show, sagen wir: ein Dschungelcamp des Gewissens.

KNA: Fernsehbeichten, so scheint es, haben das katholische Bußsakrament in der Popularität längst überholt. Statt sich in einen engen Beichtstuhl zu zwängen und sich unter vier Ohren einem Priester anzuvertrauen, gehen Sünder lieber zu einem TV-Moderator und packen vor aller Öffentlichkeit aus. Ärgert Sie das?

Imkamp: Überhaupt nicht. Ich empfinde eher Mitleid, weil es nur zeigt, wie notwendig das Beichtsakrament ist. Übrigens glaube ich nicht, dass «Fernsehbeichten» populärer sind. Gerade habe ich noch mit einem unserer Kapläne gesprochen, der allein im vergangenen Jahr 2.500 Beichten abgenommen hat. Wenn jemand aus seinen öffentlich ausgebreiteten Neurosen Gewinn schöpfen will, soll er das tun. Ich halte es für «disgusting», also geschmacklos. Nur insofern geht mir das im Gewand des Moralischen daherkommende Reality-TV tatsächlich manchmal auf den Geist.

KNA: Erste Reaktionen auf Armstrongs Gespräch mit Oprah Winfrey deuten daraufhin: Viele glauben nicht, dass er es jetzt ernst meint. Würden Sie dem gefallenen Sportler verzeihen?

Imkamp: Jeder, der zu mir kommt und eine Sünde beichtet, hat zuerst einmal den Vorsprung, dass ich ihm glaube. Das ist überhaupt die Voraussetzung, um das Sakrament der Vergebung spenden zu können. Wer einen Beichtstuhl betritt, genießt zunächst einen Vertrauensvorschuss. Wenn sich im Laufe der Beichte herausstellt, dass es nur um Selbstrechtfertigung geht, dann wird man schon etwas nachlegen müssen. Wir dürfen aber bitte nicht vergessen, dass der ganze Vorgang unter absolute Diskretion fällt. Insofern sind solche öffentlichen Beichten eine Perversion unseres Sakraments.

Auszüge aus dem Interview auf kathTube




(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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