Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  9. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  10. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  11. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  14. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  15. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?

Bosbach: Den Rückzugsraum für radikale Linke ‚Rote Flora‘ schließen!

18. Juli 2017 in Interview, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wolfgang Bosbach wendet sich im KATH.NET-Interview auch gegen Forderung, das Vermummungsverbot aufzuheben. CDU-Innenpolitiker äußert sich rückblickend auf sein Verlassen der Maischberger-TV-Sendung. Von Petra Lorleberg


Berlin (kath.net/pl) Nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg hatte der bekannte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach am vergangene Woche die Maischberger-TV-Sendung verlassen, nachdem die Aktivistin und frühere Politikerin Jutta Ditfurth den Hamburger Polizeikommissar Joachim Lenders stark angegriffen hatte (Siehe Video unten). Gegenüber KATH.NET erläuterte er Hintergründe.

kath.net: Im Rückblick darauf, dass Sie die Maischbergersendung verlassen haben: Ist das Signal, das Sie setzen wollten, verstanden worden?

Bosbach: Mir war es wichtig eine angemessene Reaktion zu zeigen, nicht nur wegen des unerträglichen Verhaltens von Frau Ditfurth. Ich wollte auch das Zeichen setzen, dass derartige Sendungen ihren Sinn verlieren, wenn nicht die Bereitschaft besteht, anderen Gesprächsteilnehmern in Ruhe zuzuhören, über deren Argumente nachzudenken und Fragen präzise zu beantworten. Ich war ja nicht der Erste der ein Fernsehstudio verlassen hat – insofern hält sich meine Erwartung für Änderungen im Gesprächsklima einer Talk-Show in Grenzen.

kath.net: Ist linke Gewalt moralisch legitimierter als rechte Gewalt?

Bosbach: Es gibt sicherlich viele, die diese Position teilen oder sogar vehement vertreten – ich nicht.

kath.net: Warum vertrauen manche in unserer Gesellschaft den Linksautonomen mehr als der Polizei?


Bosbach: Für Wenige mag das tatsächlich gelten, für die weit überwiegende Mehrheit aber nicht. Wenn ein Drogeriemarkt geplündert wird, ein Auto einer Kleintierärztin in Brand gesetzt oder ein Buchladen demoliert wird, dann rufen die Eigentümer sicherlich nicht nach den Autonomen, sondern nach der Polizei.

kath.net: Gibt es eigentlich auch eine linke Gewalt in Form von Unterdrückung anderer Meinungen?

Bosbach: Naja, das Wort „Gewalt“ halte ich hier für etwas übertrieben. Es gibt Meinungsdruck von der linken Seite – aber von der rechten Seite mindestens genauso viel.

Und in Sachen Druck gibt es immer 2 Seiten: Jene die Druck ausüben und jene, die sich dem Druck beugen. Genau das sollte man nicht tun, sonst bekommt die Druck-Fraktion immer mehr Oberwasser.

kath.net: Man hört immer mehr Rücktrittsforderungen an Hamburgs Bürgermeister Scholz. Was hat er falsch gemacht? Und reicht Ihnen sein Versuch einer Entschuldigung?

Bosbach: Natürlich war es ein fataler politischer Fehler, den G 20-Gipfel und dessen Begleiterscheinungen mit einem traditionellen Hafengeburtstag zu vergleichen, aber das dürfte niemand besser wissen als Olaf Scholz selber.

Ich gehöre nicht zu denen, die seinen Rücktritt fordern, ich halte viel mehr politische Konsequenzen für notwendig, insbesondere müsste endlich der logistische Stützpunkt und der Rückzugsraum für die radikale Linke, die Rote Flora, geschlossen werden. Das wäre mir wichtiger als die Entschuldigung von Herrn Scholz.

kath.net: Berliner Linke bringen nach Hamburg den Vorschlag, künftig auf das Vermummungsverbot zu verzichten. Was halten Sie davon?

Bosbach: Wenn das käme, würden insbesondere die linksradikalen Gewalttäter jubeln. Das Vermummungsverbot hat ja gerade den Zweck dafür zu sorgen, dass nicht schwere und schwerste Straftaten aus einer anonymen Menge heraus begangen werden können, mit der Folge, dass es den Strafverfolgungsbehörden so gut wie unmöglich wird die Täter zu identifizieren.

kath.net: Wir stehen vor der Bundestagswahl. Was bedeuten die Ereignisse von Hamburg für den Wahlkampf?

Bosbach: Die intensive Berichterstattung der letzten Tage wird immer spärlicher werden und irgendwann wenden wir uns dann neuen dramatischen Ereignissen zu: Den Finanzproblemen von Boris Becker oder dem Liebesleben von Oliver Pocher, was weiß ich.

Aber das Thema Innere Sicherheit wird auf der politischen Tagesordnung ganz oben bleiben, bis zur Bundestagswahl und darüber hinaus.

kath.net: Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Petra Lorleberg auf Twitter folgen.

Weiterführende Links:
EKLAT - Bosbach verlässt Maischbergersendung bei laufender Kamera!

Maischbergers 'Kotau vor Jutta Ditfurth'

Bosbach: Es bräuchte ein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsbrüche.

VIDEOS - Eklat bei Maischberger/ARD - Bosbach verlässt die Sendung nach verletzenden Angriffen auf Hamburger Polizeihauptkommissar durch Jutta Ditfurth


ARD - Bosbach verlässt die Maischberger-Sendung - Die Sendung in voller Länge


N-TV - Wolfgang Bosbach (CDU) über die Krawalle in Hamburg


(c) Wolfgang Bosbach/Privat


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

  19. Juli 2017 
 

Ordinäre Person

Jutta (von) Ditfurth ist die ordinärste Person, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat. Die C-Prominente, eine andere Funktion für die Gesellschaft fällt mir derzeit nicht ein, scheint sich nur durch Krawall und schlechtes Benehmen über Wasser zu halten. Geht Frau Ditfurth einem geregelten Beruf nach? Ich wüsste nicht. Mir tat ehrlich gesagt Herr Bosbach leid, der neben seiner Gesundheit nun auch noch mit diesem ordinären Weib zu kämpfen hatte. Seine Reaktion, das Verlassen der Talk-Show, war die einzig richtige Verhaltensweise.


2
 
 M.Schn-Fl 19. Juli 2017 
 

Schließe mich Sefas Dank für diese Interview voll an.

Aber,Sefa, in einem Punkt sind Sie zu optimistisch.
Die Sender haben eine neue Radau-Tante entdeckt, die die Quasselbuden richtig aufmischt. Denken Sie an Uta Ranke-Heinemann. Der Kotau von Maischberger vor Dithfurt weist schon auf Schlimmes hin. Sie wird sie nach angemessener Zeit sicher wieder einladen.


4
 
 Herbert Klupp 18. Juli 2017 
 

Die beste Stellungnahme

zu dem Problem stammt von einer Anwohnerin, die entsetzt war. Das Gebäude der Roten Flora muß dem Erdboden gleich gemacht werden, anders geht es nicht, sagte sie. Meine vollste Zustimmung !


6
 
 Helena_WW 18. Juli 2017 
 

Seit wann ist Linksextremismus bekannt ? In CDU Regierungsverantwortung, wurde was unternommen?

Was wurde bisher unternommen in den auch von der CDU zu verantwortenden Innenpolitik in der vorangegangenen Legislaturperioden ? Zu dem zu verantwortenden Bundeskabinett mit CDU Kanzlerin Frau Merkel gehörten auch Frau Schwesig und Herr Maas.
Nur weil ein Herr Bosbach in der Medien und als häufiger Talkgast durchaus richtiges und sehr vernünftiges sagt und konservative CDU Positionen vertritt, schön, aber was kommt dabei herum ?
"Entscheidend ist, was hinten rauskommt." Zitat Helmut Kohl


7
 
  18. Juli 2017 
 

Souverän geantwortet

Danke für dieses Interview! Sachlich, abgeklärt, ohne Mitleid zu erheischen.

Ganz anders Frau Ditfurth, die immer weiter nachlegt und sich ins Gespräch zu bringen versucht. Das werden sich die Sender aber gut überlegen, ob sie diese Person nochmal in eine Liveshow einladen.


7
 
 Adamo 18. Juli 2017 
 

Vermummungsverbot aufheben

Mir macht als Bürger sehr große Sorge, dass die Angriffe auf unsere Polizei immer öfter umsich greifen. Die Polizei schützt uns Bürger vor den mit Flaschen- und Feuerwerkskörpern werfenden und angreifenden Chaoten. Diese furchtbaren Störer wollen auch noch unerkannt bleiben mit ihrer Forderung nach Aufhebung des Vermummungsverbotes. Sie dürfen niemals Recht bekommen und wir Bürger sollten geschlossener hinter unserer Polizei stehen.


10
 
 Micha1984 18. Juli 2017 

Hr. Bosbach ist einfach ein Typ, der keine Floskeln um sich wirft, sondern sauber und präzise formuliert. Das Ganze differenziert und mit klaren politischen Zielen. Und ich teile seine Meinung in den überwiegenden Fällen. Eine Ausnahmeerscheinung unter den Politikern.

So unerträglich wie sich Fr. Ditfurth benommen hat, möchte ich aber auch mal sagen, dass mir Herr Lenders auch nicht gefallen hat. Ich verstehe nicht, wie die Hamburger Polizei diesen Kommissar immer wieder ins Fernsehen schicken kann. Seine Formulierungen waren auch nicht gerade höflich und einem Polizeibeamten angemessen.


6
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik







Top-15

meist-gelesen

  1. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  2. So nicht, Mr. Präsident!
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  5. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  6. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  10. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  11. "Derselbe Polarstern"
  12. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  13. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  14. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  15. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz