Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Klerikalismus im Bistum Passau
  2. Experte: In Liturgie öfter das "Große Glaubensbekenntnis" verwenden
  3. Evangelische bayerische Landeskirche traut Homosexuelle
  4. "Retter des Stephansdoms" sagte Nein zum Vernichtungsbefehl
  5. ‚Die Hölle gibt es wirklich – und viele sind auf dem Weg dorthin‘
  6. Der verkleidete Menschenfreund
  7. Vatikan geht gegen Missbrauch bei "bestellten Messen" vor
  8. Buddhist riet Indonesierin, die „Drei Ave Maria-Novene“ zu beten – Sie wird an Ostern getauft!
  9. „Times“: Bei den Katholiken Großbritanniens läuft eine „stille Erweckung“
  10. Von der Unfähigkeit, ruhig in einem Raum zu bleiben
  11. Gott will, dass wir treu sind!“
  12. Putin lässt am Palmsonntag Kirchbesucher bombardieren - Mehr als 30 Tote in Sumy
  13. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  14. Historiker: Johannes Paul II. sollte "der Große" genannt werden
  15. Wann hat Frau Esken das letzte Mal mit einem Normalbürger gesprochen?

Humanae vitae aufweichen?

22. Februar 2018 in Kommentar, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Teil 2: Innerkirchlich wurde über Jahrzehnte „konsequent die Lehre von Humanae vitae der Lächerlichkeit preisgegeben und als unlebbar hingestellt.“. Gastbeitrag von Bischofsvikar Helmut Prader, Diözesanfamilienseelsorger St. Pölten


St. Pölten (kath.net) In einem ersten Teil habe ich über meine Erfahrungen geschrieben, die ich mit der Lehre der Enzyklika „Humanae vitae“ in der Seelsorge gemacht habe. Die damit verbundene Lebensweise der Natürlichen Empfängnisregelung (kurz: NER) ist natürlich eine Herausforderung. Aber gerade deshalb ist sie so reizvoll und letztlich zielführend.

Es gibt natürlich auch Einwände gegen NER:
1. NER sei nur lebbar bei sehr regelmäßigen Zyklen
2. NER sei nur etwas für Paare, die ganz tief im Glauben stehen
3. NER sei nur für Personen, die kein starkes Bedürfnis nach Sexualität haben
4. NER und die damit verbundenen Phasen der Enthaltsamkeit seien unzumutbar
5. Der überwiegende Teil der Paare halte sich ohnehin nicht an die Lehre der Kirche

Ad 1: Gerade bei sehr unregelmäßigen Zyklen bewährt sich NER, weil der jeweilige konkrete und aktuelle Zyklus ausgewertet wird. Die Auswertungsregeln sind dermaßen präzise, dass auch bei unregelmäßigen Zyklen eine 100%-ige Zuverlässigkeit festgestellt werden kann. Gerade dort, wo absolute Kontraindikation gefordert ist (z. B. aus medizinischen Gründen oder wegen der Einnahme verschiedener Medikamente), ist NER eigentlich DIE Lösung schlechthin, weil keine Methode der Verhütung eine Sicherheit von 100% hat. Es bliebe einzig die völlige Enthaltsamkeit!

Ad 2: Es ist eigentlich genau umgekehrt: Viele Paare finden gerade durch NER zum Glauben, weil sie ein viel tieferes Gespür für die Verantwortung und Freiheit bekommen, die Gott ihnen übertragen hat. NER ist ein Leben mit der Natur und mit dem Wesen der Frau und nicht gegen sie!


Ad 3: Es ist nicht zu leugnen, dass die zeitweilig verlangte Enthaltsamkeit bei der NER eine Herausforderung ist. NER bewirkt aber auch, dass die Sexualität nicht zu etwas Banalem abgleitet, sondern Vorfreude reifen darf und die Sexualität etwas Besonderes bleibt, gerade deshalb, weil der andere nicht ständig zur Verfügung steht.

Ad 4: Meine Erfahrung zeigt mir bei allen begleiteten Paaren, dass gerade durch die Verhütung die Paare mit der Zeit immer weniger Einswerden. Umgekehrt hat die Hinwendung zur NER zur Folge, dass es oft zu einer Wieder- und Neubelebung der Sexualität kommt und die Paare mir rückmelden, dass es trotz der periodischen enthaltsamen Phasen (oder gerade wegen der periodischen Enthaltsamkeit?) zu einem wesentlich häufigeren körperliche Einswerden kommt.

Ad 5: Das stimmt, aber woran liegt es, dass NER nicht bekannt ist? Ich kann nicht den Leuten die Schuld geben, dass sie NER nicht leben und nicht kennen, wenn es in den letzten 50 Jahren auch kaum verkündet wurde! Mein Vorwurf lautet: Die Lehre der Kirche wurde über Jahrzehnte erfolgreich verschwiegen! (Siehe dazu auch: http://kath.net/news/44435) In Ableitung von Röm 10, 14 möchte ich schreiben: Wie aber sollen sie an etwas glauben, von dem sie nichts hörten? Und wie sollen sie hören, WENN NIEMAND VERKÜNDET?

Die allermeisten – auch katholischen Paare – leben in verschiedenen Formen eine Weise der Verhütung. Es bleibt ihnen auch keine andere Wahl, weil die, die es besser wissen müssten, über Jahrzehnte darüber geschwiegen haben, weil sie bewusst wollten, dass die Lehre geändert wird. Noch schlimmer aber wiegt, dass bewusst all jene in ihrem Tun behindert und unterdrückt wurden und werden, die einerseits von der Richtigkeit von HV überzeugt sind und andererseits ganz praktisch den Leuten eine Hilfe an die Hand geben wollen, um im Sinne von HV ihre Ehe und Sexualität zu leben. Es hat einen ganz schlechten Beigeschmack, wenn jemand einerseits behauptet, „praktisch niemand“ würde sich an die Lehre der Kirche halten, weshalb die Lehre überflüssig sei und andererseits die Gleichen mit verantwortlich sind, dass die Lehre nicht bekannt wurde, weil jene darüber hinaus sogar aktiv dafür gesorgt hat, dass die Verkündigung unterdrückt wird.

In der Zwischenzeit haben wir bereits die dritte Generation, für die Verhütung der Normalfall ist. Wie viel wird kirchlicherseits unternommen, um die Lehre von Natürlicher Empfängnisregelung bekannt zu machen? Sind es nicht immer nur Rufer in der Wüste innerhalb der Kirche, die dies versucht haben? Oder ist es nicht viel mehr so, dass kirchlicherseits viel unternommen worden ist, um die Verbreitung der NER zu unterbinden? Gäbe es nicht private Initiativen wie etwa das Institut für Natürliche Empfängnisregelung von Prof. Dr. med. Josef Rötzer NER (www.iner.org), gäbe es de facto keine Angebote, um den Paaren praktische Anleitungen zu bieten, wie sie verantwortliche Elternschaft im Sinne von Humanae vitae leben können.

Gleiches gilt für das Theologiestudium. Über Jahrzehnte wurde konsequent die Lehre von Humanae vitae der Lächerlichkeit preisgegeben und als unlebbar hingestellt. Die moralische Bewertung der unterschiedlichen Methoden der Geburtenregelung sieht so aus, dass die Verhütung allgemein als Normalfall angesehen wird. Wie könne man sich da auch noch erdreisten, die Lehre von HV noch immer zu verkünden, gar zu empfehlen oder noch schlimmer, sie sogar einzufordern? Und werden nicht jene Hochschulen, die in ihrem Lehrplan die Lehre der Kirche positiv vorlegen, als „altmodisch, konservativ, nicht für unsere moderne Zeit passend“ bezeichnet?

Ich rede hier aus tiefster Überzeugung und mit dem Hintergrundwissen, was es für Paare an Lebens- und Ehequalität bedeutet, wenn sie zur Lehre von HV gefunden haben. Denn jene, die die tatsächliche Lehre kennengelernt haben und auch ganz konkret und konsequent umsetzen, sind im überwiegenden Teil (über 95%) mit NER glücklich und zufrieden (siehe „Rhomberg-Studie“). Und 99% empfehlen NER weiter! Sollte diese Lehre jetzt auch noch offiziell aufgeweicht werden, tragen all jene, die dafür verantwortlich sind, unmittelbar Mitverantwortung, wenn gutwillige Paare ins Verderben laufen, weil sie sich auf (faule) Kompromisse einlassen.

Letztlich ist es die Wahrheit, die uns frei macht (Joh 8, 32). Denn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (1 Tim 2,4).

Bischofsvikar Dr. theol. Prader ist Pfarrer von Neuhofen an der Ybbs und Dozent für Theologie von Ehe und Familie an der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, er ist Mitglied des Instituts für Moraltheologie

Symbolbild: Liebe



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Empfängnisregelung

  1. Wenn die kirchliche Lehre wahr ist, dann muss sie auch lebbar sein
  2. „Die himmlische Regie“
  3. Bischof Küng: ‘Humanae Vitae’ bleibt ein prophetisches Wort
  4. Sind Pille und Kondom moralisch geboten?
  5. Natürliche Familienplanung ist nicht mehr nur für Katholiken
  6. Die 'Kongopille' und die frühabtreibende Wirkung der heutigen Pillen
  7. Die 'Pille' steigert spürbar das Risiko zur gefährlichen Thrombose
  8. Kardinal Vingt-Trois: Künstliche Verhütung ist Sünde
  9. 'Spiegel' berichtet positiv über natürliche Familienplanung
  10. Bischof: Homo-Ehe ist unvermeidliches Ergebnis künstlicher Verhütung






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  2. Eine wichtige BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. Klerikalismus im Bistum Passau
  4. Der verkleidete Menschenfreund
  5. Eis für Papst Franziskus - "Kleine Sünden" im Krankenstand
  6. „Times“: Bei den Katholiken Großbritanniens läuft eine „stille Erweckung“
  7. Historiker: Johannes Paul II. sollte "der Große" genannt werden
  8. Waren Zisterzienser die Inspiration für die Modeschöpferin Coco Chanel?
  9. "Retter des Stephansdoms" sagte Nein zum Vernichtungsbefehl
  10. Christentum im Norden Nigerias „wächst astronomisch“
  11. ‚Die Hölle gibt es wirklich – und viele sind auf dem Weg dorthin‘
  12. Buddhist riet Indonesierin, die „Drei Ave Maria-Novene“ zu beten – Sie wird an Ostern getauft!
  13. Gott will, dass wir treu sind!“
  14. Vatikan geht gegen Missbrauch bei "bestellten Messen" vor
  15. Putin lässt am Palmsonntag Kirchbesucher bombardieren - Mehr als 30 Tote in Sumy

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz