Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  5. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  6. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  7. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  8. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  9. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  10. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  11. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit
  12. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt
  13. Leo XIV: „Die Autorität des Primats liegt bei demjenigen, der zuhört und nur deshalb führt“
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan

„Die himmlische Regie“

10. Mai 2019 in Prolife, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„…und warum trotz massiver Widerstände deutscher Moraltheologen in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die kirchlich Lehre der Empfängnisregelung weltweit nicht gehemmt werden konnte.“ Von Elisabeth Rötzer


Köln (kath.net) Josef Rötzer, Arzt und Pionier der Natürlichen Empfängnisregelung (NER) und Begründer der ersten echten sympto-thermalen Vorgangsweise, hat seit 1951 auf dem Gebiet der NER geforscht. Im Folgenden ein Bericht aus der Biographie von Josef Rötzer aus der Zeit vor dem Erscheinen der Enzyklika Humanae vitae von Papst Paul VI. (1968), zusammengestellt von Elisabeth Rötzer.

Mein Vater erwähnte immer wieder den Begriff der „himmlischen Regie“. Im Nachdenken über die verschiedenen Ereignisse und Entscheidungen seines Lebens erkannte er, wie sich darin eine lebendige Führung Gottes erwiesen hatte. Mein Vater setzte dann noch mit einem Lächeln hinzu: „Hinter das Regiepult können wir aber nicht schauen“.

Aus dieser Biographie möchte ich heute ein Ereignis herausgreifen, und was Gott daraus gemacht hat. Übertitelt ist dieser Teil mit:

Stürme um das Schiff der Kirche …
Zurück in die Zeit vor Erscheinen der Enzyklika „Humanae vitae“ (1968): Damals war mein Vater an vielen Orten und in verschiedenen Bildungshäusern zu Vorträgen eingeladen worden, zum Teil gemeinsam mit den führenden deutschen Moraltheologen und Vertretern der Katholischen Deutschen Ärzteschaft. Derartige Veranstaltungen waren z.B. im Jänner 1965 im Exerzitienhaus Leitershofen bei Augsburg, oder im Mai 1965 im Haus Altenberg bei Köln. Im Anschluss an diese Ärztetagung wurde am 20. Juli 1965 vom katholischen Zentralinstitut für Ehe- und Familienfragen in Köln ein Gutachten über die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Josef Rötzer verfasst, das die ausgezeichneten theoretisch-wissenschaftliche Kenntnisse in der Problematik der Empfängnisregelung von Rötzer hervorhebt, sowie betont, dass Rötzer durch seine ausgedehnte Beratungstätigkeit eine praktische Erfahrung an einem beachtlich umfangreichen, eigenen Untersuchungsgut vorweisen kann. (Das ausführliche Gutachten liegt in Vöcklabruck vor.) Dieses Gutachten ist auch ein Zeugnis dafür, dass es bei der späteren Ablehnung von Rötzer und der von ihm entwickelten Lehre der Natürlichen Empfängnisregelung (NER) nicht um die wissenschaftliche Arbeit von Rötzer ging, sondern um die Ablehnung der kirchlichen Lehre zur Empfängnisregelung.


Eine für die weitere Entwicklung entscheidende Tagung fand jedoch vom 22. bis 23. Jänner 1966 in Bad Godesberg statt. Dazu der persönliche Bericht meines Vaters:

In Bad Godesberg wurde zuerst in zwei Gruppen diskutiert, und zwar trafen sich im ersten Stock des Hauses die anwesenden Universitätsprofessoren der Gynäkologie und andere Ärzte der Katholischen Deutschen Ärzteschaft, wo ich selber auch anwesend war. Im Arbeitskreis mit den Ärzten war es mir möglich, eine Einigung dahingehend zu erreichen, dass die neuen Möglichkeiten der Zeitwahl lebbar sind, und mein Vorschlag wurde angenommen, dass daher in jeder Pfarre eine besondere Ausbildung in dieser Methode notwendig sei. Am nächsten Tag am Vormittag fand das Plenum statt, in welchem das Übereinkommen der Ärzte von den Moraltheologen abgelehnt und unter Federführung von Prof. Böckle, einem Moraltheologen, die Aussage getroffen wurde, dass eine Aufforderung an das Lehramt zu richten wäre, die Lehre der Kirche in diesem Punkte zu ändern. Man sollte sogar nach Meinung vor allem von Prof. B. die Gläubigen auffordern, die Lehre der Kirche in diesem Punkt überhaupt nicht zu beachten, sondern eigene Wege gehen. Wenn dann alle Ehepaare entgegen der Lehre der Kirche sich verhalten, muss der Papst die Lehre ändern.

Ein entsprechendes Memorandum wurde aufgesetzt und von fast allen Anwesenden auch unterschrieben. Ich verweigerte meine Unterschrift und wurde seit dieser meiner dezidiert geäußerten Meinung von den deutschen Gremien nicht mehr eingeladen.

Und was machte Gott daraus?

Die Möglichkeiten im deutschen Sprachraum, Natürliche Empfängnisregelung zu verbreiten, waren für meinen Vater fast abgeschnitten - nur fast! So konnte mein Vater 1967 einen Artikel in der österreichischen Ärztezeitung veröffentlichen. Gott fügte nun folgendes:

Denn zur selben Zeit suchte das Ehepaar Walter und Ingrid Trobisch, das als evangelisches Missionsehepaar einige Jahre in Kamerun war, im deutsch-sprachigen Raum einen Arzt, der sich mit ähnlichen Problemen beschäftigt, wie sie sie dort mit den Eingeborenen erlebt hatten. Den Eingeborenen war nämlich aufgefallen, dass im Verlauf des Zyklus periodisch mehr Schleim aus der Scheide abgeht. Durch diesen oben erwähnten Artikel nahmen sie mit meinem Vater Kontakt auf und es entstand eine jahrelange intensive und gute Zusammenarbeit in Fragen von Ehe und Familie. 1973 hatte das Ehepaar Trobisch ein übriges Flugticket nach Washington, USA, und gaben es meinem Vater. Diese Tickets waren von der Amerikanischen Stiftung „The Human Life Foundation“, die sich international mit dem Fragenkomplex „Ehe und Familienplanung“ befasste. Bei diesem Treffen im Jahr 1973 wurden die zahlreichen Diskussionsbeiträge meines Vaters vor Ärzten, Gynäkologen und Theologen so positiv aufgenommen, dass er laufend Einladungen nach Übersee erhielt. Ihre Frucht waren zahlreiche, dauerhafte Beziehungen in viele Länder, und die Leitung zahlreicher Ausbildungskurse in der Natürlichen Empfängnisregelung (NER): U.S.A., Neuseeland, Australien, Hongkong, Japan, Taiwan.

Im deutschen Sprachraum war die Tür zu – Gott öffnete das Tor in die Welt!

Archivfoto: Dr. Rötzer mit Papst Johannes Paul II.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Empfängnisregelung

  1. Wenn die kirchliche Lehre wahr ist, dann muss sie auch lebbar sein
  2. Bischof Küng: ‘Humanae Vitae’ bleibt ein prophetisches Wort
  3. Humanae vitae aufweichen?
  4. Sind Pille und Kondom moralisch geboten?
  5. Natürliche Familienplanung ist nicht mehr nur für Katholiken
  6. Die 'Kongopille' und die frühabtreibende Wirkung der heutigen Pillen
  7. Die 'Pille' steigert spürbar das Risiko zur gefährlichen Thrombose
  8. Kardinal Vingt-Trois: Künstliche Verhütung ist Sünde
  9. 'Spiegel' berichtet positiv über natürliche Familienplanung
  10. Bischof: Homo-Ehe ist unvermeidliches Ergebnis künstlicher Verhütung






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  4. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  5. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  6. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  7. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  8. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  9. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  10. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  11. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  12. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  13. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt
  14. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  15. Das Konsistorium war „eine gute Erfahrung der Kollegialität der Kardinäle mit dem Heiligen Vater“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz