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Januarius-Reliquie für ukrainische griechisch-katholische Kirche

13. Juli 2019 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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"Zeichen der Nähe der Kirche von Neapel zum ukrainischen Volk" - Kardinal Sepe übergab die Reliquie an Abgesandten von Großerzbischof Schewtschuk


Rom-Kiew (kath.net/KAP) Die Kirche von Neapel hat dem ukrainischen griechisch-katholischen Großerzbischof von Kiew und Halytsch (Galizien), Swjatoslaw Schewtschuk, eine Reliquie des Heiligen Januarius (San Gennaro) übergeben. Der Erzbischof von Neapel, Kardinal Crescenzio Sepe, überreichte die Reliquie des Stadtpatrons im Erzbischöflichen Palais der süditalienischen Metropole an P. Andryj Soletskyj, einen Sekretär des Großerzbischofs, wie die Stiftung Pro Oriente (Freitag) berichtete. Die Übergabe der Reliquie sei "ein Zeichen der Nähe der Kirche von Neapel zum ukrainischen Volk und der Solidarität in diesem schwierigen Augenblick", so Kardinal Sepe.

Die Vorgeschichte des kirchlichen Solidaritätsaktes zwischen Neapel und Kiew reicht in den November des Vorjahrs zurück. Am 18. November hatte Schewtschuk im Dom von Neapel die Göttliche Liturgie für die Opfer des "Holodomor" zelebriert. Die Hungerkatastrophe des "Holodomor" war von Stalin in den frühen 1930er Jahren im Zug der Kampagne gegen die selbständigen Bauern in der Ukraine, in Südrussland und der kasachischen Republik ausgelöst worden, die Zahl der Opfer ging in die Millionen. Bei der Göttlichen Liturgie rief Kardinal Sepe die Gläubigen mit der wichtigsten Reliquie Neapels - der Ampulle mit dem Blut des Heiligen Januarius - zum Gebet auf.


Normalerweise verflüssigt sich das Blut des neapolitanischen Stadtheiligen am Samstag vor dem ersten Mai-Sonntag, am 19. September (dem Januarius-Fest) und am 16. Dezember. In seltenen Fällen erfolgt dieses Phänomen auch bei anderen Gelegenheiten - so bei einem Besuch von Papst Franziskus und auch bei der Gedenkliturgie für die Opfer des "Holodomor". Als der ukrainische Großerzbischof die Ampulle in Händen hielt, verflüssigte sich das Blut des Heiligen, erst danach konnte er das versammelte Volk segnen. Schewtschuk berichtete später, er habe bei der liturgischen Prozession, als er die Ampulle den Gläubigen zeigte, in tiefer Sammlung für den Schutz des ukrainischen Volkes und das Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine gebetet.

Daraufhin hatte Kardinal Sepe beschlossen, der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche mit Großerzbischof Schewtschuk an der Spitze eine Reliquie des Heiligen Januarius zu übereignen. Dazu war, wie die italienische katholische Nachrichtenagentur ACI berichtet, ein eigenes Verfahren notwendig. Denn die Reliquien, der Schatz und die Kapelle des Heiligen Januarius werden von der "Deputazione" verwaltet, einem aus Angehörigen der wichtigsten aristokratischen Familien Neapels bestehenden Laien-Gremium. Nur die Ampulle mit dem Blut des Heiligen, die berühmte Januarius-Büste von 1305 und einige andere Sakralgegenstände stehen im Eigentum der Kathedrale, wurden aber auch der "Deputazione" zur Bewahrung übergeben.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild


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