Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  3. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  4. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  5. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  6. "Religion nicht instrumentalisieren"
  7. Diese Ablehnung aus Rom war deutlich genug
  8. "Aus dem Star, der Himmel und Erde gemacht hat, wird also ein Sternchen. Kyrie eleison!"
  9. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  10. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  11. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  12. DBK: Flachsbarths „She decides“-Engagement geht auf ihre Verantwortung als Staatssekretärin zurück
  13. Oster: „Irritierend, dass Sie nicht auf Problematik des ungeschützten jungen Lebens eingehen“!
  14. USA gegen ‚sexuelle und reproduktive Rechte’ in UNO-Resolution zu Covid-19
  15. Corona: Schönborn nimmt Politiker in Schutz gegen Vorwürfe

„Die Idee zu einer Bibel für junge Menschen faszinierte mich“

17. Dezember 2019 in Interview, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Ich bin von tiefstem Herzen von der Bedeutung der biblischen Botschaft für das menschliche Leben und für unsere Erlösung überzeugt“ – Rumänisch-Orthodoxer Bischofsvikar Nicolae Dura über orthodoxe Youcat-Bibel. kath.net-Interview von Petra Lorleberg


Wien-Stuttgart (kath.net/pl) „Ich bin von tiefstem Herzen von der Bedeutung der biblischen Botschaft für das menschliche Leben und für unsere Erlösung überzeugt.“ Dies sagt der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar in Österreich, Erzpriester Nicolae Dura (Foto), im KATH.NET-Interview. Dura hat gemeinsam mit einem Team von Theologen und Jugendlichen die „Bibel für junge orthodoxe Christen“ erarbeitet. Der Theologieprofessor lehrt an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems. Er war Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich.

kath.net: Herr Bischofsvikar Prof. Dura, ein orthodoxes Jugendbibelprojekt mit ökumenischem Hintergrund, das ist etwas durchaus Besonderes. Was hat Sie dazu bewogen, dies anzuregen, mitzubegleiten bzw. zu verantworten?

Bischofsvikar Prof. Dura: Als ich die Youcat-Bibel (2015) gelesen und studiert habe und besonders auch aufgrund der Impulse meines Kollegen (von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule, KPH, Wien/Krems) Univ. Prof. Dr. Michael Langer (Koordinator der katholischen Version der Jugendbibel) habe ich 24 Exemplare bestellt, verschenkt und mit Studierenden der KPH analysiert und darüber diskutiert.

Die Idee einer Bibel, die sich an junge Menschen richtet, faszinierte mich.

Durch den Austausch mit den Studierenden und anderen jungen und junggebliebenen Gläubigen konnte ich mich davon überzeugen, wie ansprechend dieses Format für sie ist und ich konnte das Angebot der YOUCAT-Foundation nicht ablehnen.

kath.net: Wie wurde der spezifisch orthodoxe Schwerpunkt gestaltet?

Dura: Es war ein lang andauernder Prozess. Sowohl aus der KPH als auch aus unserer Rumänischen Orthodoxen Gemeinde aus Österreich habe ich auch das Interesse der jungen Leute für das Wort Gottes gespürt und wahrgenommen, auch wenn es manchmal nicht besonders stark ausgeprägt war.

Anderseits bin ich von tiefstem Herzen von der Bedeutung der biblischen Botschaft für das menschliche Leben und für unsere Erlösung überzeugt.

In unserer Gemeinde habe ich ein Projekt verwirklicht, das dies veranschaulicht: Beginnend im Jahr 1993 bis 2019 wurde sonntags nach der Liturgie mit einer Gruppe von 35-50 Teilnehmern/Teilnehmerinnen die Heilige Schrift von Genesis 1,1bis Offenbarung Kapitel 22,21 gelesen und ausgelegt.


Für die Jugendbibel habe ich vier orthodoxe KollegInnen – Univ. Prof. Dr. Constantin Oancea, Univ. Prof. Dr. Stelian Tofană, Doz. Dr. Olimpiu-Nicoale Benea (aus Rumänien) und Prof. Dr. Irina Dura-Niţu (Wien) – für diese Pionierarbeit gefunden und motiviert. Dafür hatte ich von Anfang an auch den Segen und die moralische Unterstützung unseres Erzbischofs und Metropoliten Serafim von Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Wir ergänzten oder ersetzten die Randerklärungen mit vielen Texten orthodoxer Vertreter sowie alten und kostbaren Ikonen der heiligen Orthodoxie aus verschiedenen Orten: Ägypten, Griechenland, Russland, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Nord Mazedonien u.a.

kath.net: Was wiederum konnte von der katholischen YOUCAT-Bibel übernommen werden?

Dura: Wir haben das Konzept der Youcat (Grafik, einige Randseitenerklärungen und einige Bilder) und die hochprofessionell ausgewählten biblischen Texte der Einheitsübersetzung übernommen. Das war schon viel mehr als nur ein ausgezeichnetes Gerüst, es gab ein Paradigma und das haben wir übernommen.

kath.net: Wie ist Ihr Eindruck von ersten Reaktionen orthodoxer Christen?

Dura: Es gab und es gibt positive Reaktionen für unsere Bibel für junge orthodoxe Christen: Seine Seligkeit Daniel, Patriarch der Rumänischen Orthodoxen Kirche hat das Vorwort geschrieben, unser Erzbischof und Metropolit Serafim hat uns unterstützt und orthodoxe Studierende und andere junge Menschen aus unserer Gemeinde haben daran mitgewirkt und dazu beigetragen.

Es ist eine Bibel für junge orthodoxe Christen und auch für alle, die eine junge Seele haben. Denn nur der Leib wird alt, aber die Seele sollte immer jung bleiben. Wenn wir begeistert, sinnvoll und froh leben, sind wir jung mit der Seele und erwachsen mit dem Leib. Der Geist Gottes gibt uns Kraft, Freude, Perspektive und auch Begeisterung.

Unsere Gemeinde hat eine gut besuchte Facebook-Seite, wo zahlreiche Gläubige ihr Interesse an der Bibel zeigen. Sowohl hier als auch in Deutschland gibt es Anfragen dazu, wie die Bibel erworben werden kann.

Im Laufe der nächsten Wochen und Monate werden sicherlich auch viele Lesermeldungen an uns herangetragen werden. Wir hoffen, dass sie von unserem Konzept genauso begeistert sind wie wir und dadurch dem Wort Gottes näherkommen.

kath.net: Für orthodoxe Christen gibt es ja leider noch keine eigene deutschsprachige Bibelübersetzung. Gewinnt dadurch die neue Jugendbibel für die deutschsprachigen orthodoxen Christen einen besonderen Stellenwert?

Dura: Es gibt nur eine BIBEL. Die Einheit und die Einmaligkeit der Heiligen Schrift ist vorhanden, auch wenn heute das Wort Gottes in 3.362 Sprachen übersetzt und veröffentlicht wurde.

Abgesehen von der Einheitsübersetzung haben wir auch orthodoxe Übersetzungen verwendet: Septuaginta Deutsch; Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung, hg. v. Wolfgang Kraus und Martin Karrer, © 2008 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 127; Silja Walter, Gesamtausgabe. Band 2, © Paulusverlag Freiburg/Schweiz 2000 405; Orthodoxe Schulbibel. Evangelien, Apostelgeschichte und ausgewählte Psalmen. Hrsg. im Auftrag des Orthodoxen Schulamtes in Österreich, Wien 2015 und Byzantinischer Text Deutsch. Die Evangelien. Schweizerische Bibelgesellschaft, Biel – Bienne 2018.

Wir alle leben denselben Glauben und es gibt viel Austausch, der hier durch die gemeinsame deutsche Sprache ermöglicht wird. Diese Jugendbibel stellt auf jeden Fall eine weitere Verbindung zwischen orthodoxen Christen dar, die im deutschsprachigen Raum leben.

kath.net: Warum eine Auswahlbibel?

Dura: Der heutige Mensch liest nicht viel, sondern bevorzugt kurze Texte und schnelle Bilder. Die Kommunikation ist schneller und knapper geworden. Die katholischen Kollegen haben das sehr gut wahrgenommen und dies in die Praxis umgesetzt. Die Auswahl der biblischen Texte wurde hervorragend durchgeführt.

kath.net: Sollen Übersetzungen in andere Sprachen erfolgen, so wie wir das bei allen Büchern des YOUCAT-Projektes erlebt haben?

Dura: Wir beabsichtigen unser Buch auch in andere Sprachen zu übersetzen. Unser Erzbischof und Metropolit bekannte bei der Präsentation am 30.11. d.J.: „Ich bete zu Gott, dass dieser Bibel für junge orthodoxe Christen auf Deutsch auch Ausgaben in anderen Sprachen folgenmögen: auf Rumänisch, Russisch, Griechisch, Serbisch, Bulgarisch, Georgisch, usw.“

kath.net: Hat sich die enorme Kraftanstrengung gelohnt?

Dura: Meines Erachtens haben sich unsere Bemühungen gelohnt. Unsere orthodoxe Jugendausgabe kann Orientierung, Sinn und Begeisterung schenken. Die biblischen Texte sind durch Grafik, Bilder und kurze Erklärungen begleitet und sehr gut unterstützt eine Lebenspraxis der Auslegung und des Verständnis der Bibel. Die bewegenden Worte – sowohl von Kirchenvätern, Theologen aber als auch von Wissenschaftlern, Schriftstellern, Musikern, Sportler und Studierenden – können geistliche Nahrung und Stärkung, Optimismus und Freude in den Alltag bringen.

kath.net: Herr Prof. Dura, Sie sind Bischofsvikar, wie dürfen wir uns Ihre Aufgaben vorstellen?

Dura: Die wissenschaftliche/lehrende und pastorale Aufgaben verstehe ich als eine Symbiose, ein echtes Tandem. Als Diener Gottes und der Gläubigen sollen wir unsere Mitmenschen sowohl mit Wort Gottes ernähren als auch unbedingt auf dem Erlösungsweg mitbegleiten. Als Bischofsvikar für Österreich bin ich im Namen unseres rumänischen orthodoxen Erzbischofs und Metropoliten Vertreter für unsere 17 Rumänischen Orthodoxen Pfarren in Österreich zuständig.

Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar in Österreich, Erzpriester Prof. Nicolae Dura, mit der orthoxoxen Youcat-Bibel


Mit weiteren Persönlichkeiten bei Präsentation der orthoxoxen Youcat-Bibel



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

YOUCAT

  1. Neue orthodoxe Jugendbibel in Wien präsentiert
  2. DOCAT auf dem Weltjugendtag in Panama
  3. Kleine Philosophen, große Fragen - Weltpremiere des YOUCAT for Kids
  4. Großes Lob vom Kölner Kardinal Woelki für den neuen „Youcat for Kids“
  5. ‘YOUCAT for Kids’: Papst ermutigt Eltern, vom Glauben zu erzählen
  6. Kinderkatechismus "YOUCAT for KIDS" erscheint am 1. August
  7. Jugendkatechismus ‘Youcat’ bereits in 72 Sprachen übersetzt
  8. 'Die Welt verwandeln, weil Gott uns verwandelt!'
  9. Katechese ist Pflicht und Recht aller Gläubigen – Katechese reloaded
  10. Die rote Bibel mit dem roten Punkt








Top-15

meist-gelesen

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  3. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  4. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  5. Sizilien: Kirche der Heiligen Agatha verwüstet
  6. "Aus dem Star, der Himmel und Erde gemacht hat, wird also ein Sternchen. Kyrie eleison!"
  7. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  8. Weinendes Marienbildnis sorgt in Griechenland für Aufsehen
  9. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  10. Diese Ablehnung aus Rom war deutlich genug
  11. Klare Antwort von Bischof Overbeck: „Nein, für die Wandlungsworte ist das nicht denkbar“
  12. Eine nie dagewesene Glaubenskrise – hin zu einem Schisma?
  13. Kardinal Becciu verteidigt sich: Habe kein Geld unterschlagen
  14. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  15. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz