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Franz Xaver SJ – Apostel der Missionen

3. Dezember 2020 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: der leidenschaftliche Wunsch, dem dreieinigen Gott immer größere Ehre zu geben und für die Verkündigung des Evangeliums Christi unter den Völkern zu arbeiten. Der katholische "Great Reset". Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) 3. Dezember, Gedenktag des heiligen Franz Xaver SJ. Er wurde 1506 auf dem Schloss Javier (Navarra) geboren und kam 1525 zum Studium nach Paris. Noch während des Studiums befreundete sich Ignatius von Loyola mit ihm und anderen fünf Kommilitonen: Peter Faber (1506–1546), Simão Rodrigues de Azevedo (1510–1579), Diego Laínez (1512–1565), Alfonso Salmerón (1515–1585) und Nicolás Bobadilla (1511–1590). Am 15. August 1534 (Mariä Himmelfahrt) gelobten die sieben Männer in der Kapelle St. Denis am Montmartre Armut, Keuschheit und Mission in Palästina. Das gemeinsame Gelöbnis „am Montmartre gilt als Keimzelle jener Gemeinschaft, die sich ab 1539 ‚Compañía de Jesús’ nannte“.

Am 22. April 2006 empfing Benedikt XVI. die Wallfahrt der Gesellschaft Jesu zum Grab des heiligen Petrus in Audienz. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Johannes Paul I. und Johannes Paul II. hegte Benedikt XVI. stets eine große Sympathie für die Gesellschaft, und dies nicht allein aufgrund der großen Heiligen, die aus ihr erwachsen waren. Vielleicht spielte da eine Rolle die enge Zusammenarbeit mit einem Theologen wie Karl Rahner (der schon früh den Kontakt mit dem jungen Ratzinger gesucht hatte), als die „deutsche Gruppe“ zu Beginn des II. Vatikanischen Konzils den „Neuanfang“ einleiten wollte, eine Art „Great Reset“ auf Katholisch mit den bekannten Gestalten, dem dann der "Konzilsgeist" folgte. Wertvoll (und geboten) in dieser Hinsicht ist die Lektüre der monumentalen Biographie Benedikts XVI. von Peter Seewald „Benedikt XVI. – Ein Leben“, besonders Kapitel 32 ff.

Der Papst würdigte damals die Geschichte der Heiligkeit in der Gesellschaft und ihren ureigensten Auftrag: „Euer heutiger Besuch gibt mir Gelegenheit, zusammen mit euch dem Herrn dafür zu danken, dass er eurer Gesellschaft Männer von so außergewöhnlicher Heiligkeit und herausragendem apostolischen Eifer geschenkt hat wie den hl. Ignatius von Loyola, den hl. Franz Xaver und den sel. Petrus Faber. Sie sind für euch die Ordensväter und Ordensgründer“.

„Ich glaube, dass es wichtig ist, unter diesen besonders die kulturelle Arbeit auf den Gebieten der Theologie und der Philosophie hervorzuheben, die traditionelle Bereiche apostolischer Präsenz der Gesellschaft Jesu sind, sowie den Dialog mit der modernen Kultur, die zwar einerseits wunderbare Fortschritte auf wissenschaftlichem Gebiet vorzuweisen hat, andererseits jedoch stark von einer positivistischen und materialistischen Wissenschaftsgläubigkeit gekennzeichnet bleibt.“


Benedikt XVI. an die Teilnehmer der Pilgerfahrt der Jesuiten vom 22. April 2006 in der Petersbasilika:

Liebe Patres und Brüder der Gesellschaft Jesu!

Mit großer Freude begegne ich euch heute hier in der historischen Petersbasilika nach der heiligen Messe, die Kardinal Angelo Sodano, mein Staatssekretär, anläßlich verschiedener Jubiläen der ignatianischen Familie gefeiert hat. Euch allen gilt mein herzlicher Gruß. Allen voran begrüße ich den Generaloberen, P. Peter-Hans Kolvenbach, und danke ihm für die freundlichen Worte, mit denen er mir gegenüber eure gemeinsamen Empfindungen zum Ausdruck gebracht hat. Ich begrüße die Herren Kardinäle zusammen mit den Bischöfen und Priestern und allen, die an der heutigen Veranstaltung teilgenommen haben. Gemeinsam mit den Patres und Brüdern begrüße ich auch die hier anwesenden Freunde der Gesellschaft Jesu und unter ihnen die vielen Ordensmänner und Ordensfrauen, die Mitglieder der Gemeinschaften Christlichen Lebens und des Gebetsapostolats, die Alumnen und ehemaligen Alumnen mit ihren Familien aus Rom, aus Italien und aus Stonyhurst in England, die Dozenten und Studenten der akademischen Einrichtungen, die zahlreichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Euer heutiger Besuch gibt mir Gelegenheit, zusammen mit euch dem Herrn dafür zu danken, daß er eurer Gesellschaft Männer von so außergewöhnlicher Heiligkeit und herausragendem apostolischen Eifer geschenkt hat wie den hl. Ignatius von Loyola, den hl. Franz Xaver und den sel. Petrus Faber. Sie sind für euch die Ordensväter und Ordensgründer: Zu Recht gedenkt ihr in diesem Jubiläumsjahr ihrer mit Dankbarkeit und betrachtet sie als leuchtende und sichere Leitbilder eures geistlichen Weges und eures apostolischen Wirkens.

Der hl. Ignatius von Loyola war vor allem ein Mann Gottes, der an die erste Stelle in seinem Leben Gott, die größere Ehre Gottes und den größeren Dienst für Gott setzte; er war ein Mann des tiefen Gebets, dessen Mittel- und Höhepunkt die tägliche Eucharistiefeier war. Auf diese Weise hat er seinen Schülern ein kostbares geistliches Erbe hinterlassen, das nicht verlorengehen oder vergessen werden darf. Gerade weil er ein Mann Gottes war, war Ignatius ein treuer Diener der Kirche, in der er die Braut des Herrn und die Mutter der Christen sah und verehrte.

Und aus dem Verlangen heraus, der Kirche auf möglichst nützliche und wirksame Weise zu dienen, ist das Gelübde des besonderen Gehorsams gegenüber dem Papst entstanden, das er selbst als »unser Richtmaß und Fundament« bezeichnete (Constitutiones de Missionibus, Declarationes circa Missiones, cap. I, in: Monumenta Historica Societatis Iesu, Monumenta Ignatiana, Series III, Tomus primus, Rom 1934, S. 162). Möge dieser kirchliche Charakter, der so bezeichnend ist für die Gesellschaft Jesu, auch weiterhin in euch und in eurer apostolischen Arbeit präsent bleiben, liebe Jesuiten, damit ihr treu den dringenden gegenwärtigen Bedürfnissen der Kirche entgegenkommen könnt. Ich glaube, daß es wichtig ist, unter diesen besonders die kulturelle Arbeit auf den Gebieten der Theologie und der Philosophie hervorzuheben, die traditionelle Bereiche apostolischer Präsenz der Gesellschaft Jesu sind, sowie den Dialog mit der modernen Kultur, die zwar einerseits wunderbare Fortschritte auf wissenschaftlichem Gebiet vorzuweisen hat, andererseits jedoch stark von einer positivistischen und materialistischen Wissenschaftsgläubigkeit gekennzeichnet bleibt.

Zweifellos erfordert das Bemühen, in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den anderen Bereichen der Kirche eine Kultur zu fördern, die sich an den Werten des Evangeliums orientiert, eine gründliche geistliche und kulturelle Bildung. Eben deshalb wollte der hl. Ignatius, daß die jungen Jesuiten eine langjährige Ausbildung im geistlichen Leben und im Studium erhalten. Es ist gut, daß diese Tradition gerade angesichts der wachsenden Vielschichtigkeit und der immer größeren Bandbreite der modernen Kultur beibehalten und verstärkt wird. Eine weitere große Sorge war für ihn die christliche Erziehung und die kulturelle Ausbildung der Jugend: Von ihr rührt der Anstoß, den er der Errichtung von »Kollegien« gab, die nach seinem Tod in Europa und in der ganzen Welt Verbreitung fanden. Liebe Jesuiten, führt dieses wichtige Apostolat fort und bewahrt unverändert den Geist eures Ordensgründers!

Wenn ich vom hl. Ignatius spreche, kann ich den hl. Franz Xaver nicht unerwähnt lassen, dessen 500. Geburtstag am 7. April gefeiert wurde: Nicht nur waren ihre Lebensläufe in Paris und Rom über lange Jahre hinweg miteinander verflochten, sondern ihr Leben war, wenn es auch für beide sehr unterschiedlich verlief, von einem einzigen – man könnte sagen, leidenschaftlichen – Wunsch beseelt und getragen: vom leidenschaftlichen Wunsch, dem dreieinigen Gott immer größere Ehre zu geben und für die Verkündigung des Evangeliums Christi unter den Völkern, die nichts von ihm wußten, zu arbeiten. Der hl. Franz Xaver, den mein Vorgänger seligen Angedenkens Pius XI. zum »Patron der katholischen Missionen« erklärt hat, spürte, daß er gesandt war, dem Evangelium »auf dem riesigen asiatischen Kontinent neue Wege zu eröffnen«. Sein Apostolat im Fernen Osten dauerte nur knappe zehn Jahre; es hat sich aber in den viereinhalb Jahrhunderten, seit denen die Gesellschaft Jesu besteht, auf wunderbare Weise als fruchtbar erwiesen, da sein Beispiel unter den jungen Jesuiten sehr viele Berufungen für die Mission hervorgerufen hat und bis heute dazu aufruft, die Missionstätigkeit in den großen Ländern des asiatischen Kontinents weiterzuführen.

Wenn der hl. Franz Xaver in den Ländern des Ostens arbeitete, so wirkte sein Mitbruder, mit dem er seit der gemeinsamen Zeit in Paris befreundet war, der sel. Petrus Faber aus Savoyen, geboren am 13. April 1506, in den europäischen Ländern, wo die gläubigen Christen eine echte Reform der Kirche anstrebten. Der sel. Petrus Faber, ein bescheidener, einfühlsamer Mann mit einem tiefen Innenleben, besaß die Gabe, freundschaftliche Beziehungen zu Menschen jeder Art zu knüpfen, wodurch er viele junge Männer für die Gesellschaft Jesu gewann. Er verbrachte sein kurzes Leben in verschiedenen europäischen Ländern, besonders in Deutschland, wo er im Auftrag Pauls III. auf den Reichstagen von Worms, Regensburg und Speyer an den Gesprächen mit den führenden Köpfen der Reformation teilnahm. So hatte er Gelegenheit, das Gelübde des besonderen Gehorsams gegenüber dem Papst »in bezug auf die Sendungen« in ganz außergewöhnlicher Weise zu erfüllen, und wurde so für alle künftigen Jesuiten zu einem Vorbild, dem sie folgen sollten.

Liebe Patres und Brüder der Gesellschaft Jesu, am heutigen Tag blickt ihr mit besonderer Verehrung auf die allerseligste Jungfrau Maria, in Erinnerung daran, daß am 22. April 1541 Ignatius und seine ersten Gefährten vor dem Marienbild in der Basilika St. Paul vor den Mauern die feierlichen Gelübde ablegten. Möge Maria weiterhin über die Gesellschaft Jesu wachen, damit jedes ihrer Mitglieder das »Bild« des gekreuzigten Christus in sich trage, um an seiner Auferstehung teilzuhaben. Ich versichere euch dafür meines Gebetsgedenkens, während ich allen heute hier Anwesenden und eurer ganzen geistlichen Familie gern meinen Segen erteile, den ich auf alle anderen Ordensleute und geweihten Personen, die an dieser Audienz teilgenommen haben, ausweite.

 


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Lesermeinungen

 girsberg74 4. Dezember 2020 
 

Es waren sein Feuer und seine Glaubwürdigkeit!

Die außerordentlichen Erfolge von Franz Xaver für die Annahme von Jesus als Gottessohn (des Christentums) hat sicherlich etwas zu tun mit seiner persönlichen Glaubwürdigkeit, mit dem Einssein von Lehre und Leben.

Es war kein Christentum in der Art von „Christentum und“ wie es C. S. Lewis den teuflischen Undersecretary Screwtape an seinen Neffen Wormwood hat schreiben lasssen wie etwa „Christentum und Fortschritt“, „Christentum und parapsychologische Forschung“, „Christentum und historischer Jesus“ - und jener schriebe vielleicht heute: „Christentum und Synodaler Weg“.

Siehe „Dienstanweisung für einen Unterteufel“ Kapitel XXV


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