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Der sichere Weg zur Glückseligkeit

7. Juni 2021 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: die Seligpreisungen sind ein neues Lebensprogramm, um sich von den falschen Werten der Welt zu befreien und für die wahren Güter in Gegenwart und Zukunft zu öffnen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Selig, die arm sind vor Gott“: Montag der 10. Woche im Jahreskreis: die Seligpreisungen. Die Seligpreisungen „sind Umsetzung von Kreuz und Auferstehung in die Jüngerexistenz“, so Benedikt XVI. in seinem ersten Jesus-Buch im Jahr 2007. Sie sind das Programm des christlichen Lebens.

Im Januar 2020 hatte Papst Franziskus dann eine Katechesenreihe bei den Generalaudienzen  zu den Seligpreisungen begonnen. Die Seligpreisungen, so der Papst, bildeten den Anfang der Bergpredigt und stellten gleichsam den Personalausweis des Christen dar.

Der Herr richte diese Botschaft an seine Jünger wie auch an die vielen Menschen, die ihm zuhörten und für die ganze Menschheit stünden. Jesus knüpfe dabei an die Zehn Gebote und an das Gesetz des Alten Bundes an, lege uns aber nicht einfach die Beobachtung von Vorschriften auf. Vielmehr offenbare er uns den Weg, seinen Weg zum Glück.

Es sei dies eine Botschaft der Freude, die aber nicht mit vorübergehenden Genüssen zu verwechseln sei. Diese Freude könne nämlich auch mit dem Leiden bestehen, nicht selten sei sie sogar dessen Frucht.

Jede der acht Seligpreisungen gliedere sich in drei Teile: zuerst stehe das Wort “selig“, darauf folge die Situation der Seligen und schließlich werde der Grund für die Seligpreisung genannt. Dieser finde sich nicht in der beschriebenen Situation, sondern im neuen Leben der Gnade, das Gott uns schenke.

Jesus zeige uns somit in den Seligpreisungen acht „Türen“ auf, die uns oftmals über unsere Niederlagen hin zur österlichen Freude führten, die von Gott her komme und das Herz des Menschen zu erfüllen vermöge.


Gott wähle, um sich uns zu schenken, oft unvorstellbare Wege, vielleicht die unserer Grenzen, unserer Tränen, unserer Niederlagen. Es sei dies die Osterfreude, von der unsere östlichen Brüder sprechen, die die Stigmata habe, aber lebendig sei, den Tod durchquert und die Kraft Gottes erfahren habe.

„Die Seligpreisungen führen dich zur Freude, immer“, so Franziskus: „sie sind der Weg, um die Freude zu erlangen. Es wird uns gut tun, heute das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Vers eins bis elf, zur Hand zu nehmen und die Seligpreisungen zu lesen – vielleicht noch einige Male mehr in der Woche –, um diesen so schönen, so sicheren Weg zur Glückseligkeit zu verstehen, den der Herr uns anbietet“.

***

Die „Acht Türen“:

„Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und snger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt“ (Mt 5,1-12).

Benedikt XVI., zum Angelus am 30. Januar 2011:

Die erste große Rede vor, mit der sich der Herr im Hügelland um den See von Galiläa an die Leute wendet: »Als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten«, schreibt der hl. Matthäus, »stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie« (Mt 5,1–2). Jesus, der neue Mose, »nimmt auf der ›Kathedra‹ des Berges Platz« (Jesus von Nazareth, Freiburg-Basel-Wien 2007, S. 95) und preist jene »selig«, die arm sind vor Gott, die Trauernden, die Barmherzigen, alle die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, die ein reines Herz haben, die verfolgt werden (vgl. Mt 5,3–10). Es handelt sich um keine neue Ideologie, sondern um eine Lehre, die aus der Höhe kommt und das Menschsein angeht, gerade jenes, das der Herr mit seiner Fleischwerdung annehmen wollte, um es zu retten.

Aus diesem Grund »ist die Bergpredigt in die Weite der Welt, Gegenwart und Zukunft hinein gerichtet … und kann nur in der Nachfolge Jesu, im Mitgehen mit ihm verstanden und gelebt werden« (Jesus von Nazareth, S. 98). Die Seligpreisungen sind ein neues Lebensprogramm, um sich von den falschen Werten der Welt zu befreien und für die wahren Güter in Gegenwart und Zukunft zu öffnen. Wenn nämlich Gott tröstet, den Hunger nach Gerechtigkeit stillt und die Tränen der Trauernden trocknet, so bedeutet dies, daß er nicht nur einen jeden in spürbarer Weise belohnt, sondern das Himmelreich öffnet. »Die Seligpreisungen sind Umsetzung von Kreuz und Auferstehung in die Jüngerexistenz« (ebd., S. 104). Sie spiegeln das Leben des Sohnes Gottes wider, der sich verfolgen und bis zur Verurteilung zum Tod verachten läßt, damit den Menschen das Heil geschenkt werde.

Ein Eremit aus dem Altertum sagt: »Die Seligpreisungen sind Gaben Gottes, und wir müssen ihm für sie und den aus ihnen hervorgehenden Lohn großen Dank sagen, das heißt für das Himmelreich in der kommenden Zeit, die Tröstung hier, die Fülle aller Güter und die Barmherzigkeit seitens Gottes …, wenn wir einmal Bild Christi auf Erden geworden sind«(Petrus von Damaskus, in: Philokalie [Filocalia, 3. Bd., Turin 1985, S. 79]).

Das Evangelium der Seligpreisungen wird durch die Geschichte der Kirche kommentiert, die Geschichte der christlichen Heiligkeit, denn – wie der hl. Paulus schreibt – : »Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten« (1 Kor 1,27–28). Deshalb hat die Kirche keine Angst vor der Armut, der Verachtung, der Verfolgung in einer Gesellschaft, die oft von materiellem Wohlstand und weltlicher Macht angezogen ist. Der hl. Augustinus ruft uns in Erinnerung, daß »es einträglich ist, nicht an diesen Übeln zu leiden, sondern sie im Namen Jesu nicht nur gelassenen Herzens, sondern auch mit Freude zu ertragen« (De sermone Domini in monte, I, 5,13: CCL 35,13).

 


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