Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  5. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  6. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  7. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  8. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Was auch immer Synodalität sein soll
  13. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  15. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'

Der Jünger Christi und die Kraft aus der Sanftmut

20. Februar 2022 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: die andere Wange hinzuhalten ist nicht der Rückzug des Verlierers, sondern die Tat desjenigen, der über eine größere innere Stärke verfügt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz am siebten Sonntag im Jahreskreis: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“.

Im Evangelium der heutigen Liturgie gibt Jesus den Jüngern einige grundlegende Richtlinien für das Leben. Der Herr spreche von den schwierigsten Situationen, von denen, die uns auf die Probe stellten, von denen, die uns feindlich gesinnt seien, von denen, die immer versuchten, uns zu schaden.

In solchen Fällen sei der Jünger Jesu aufgerufen, nicht dem Instinkt und dem Hass nachzugeben, sondern weiter zu gehen, viel weiter. Jesus sage: „ Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen!“ (Lk 6,27). Und noch konkreter: „Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin“(V. 29).

Der Herr scheine das Unmögliche zu verlangen. Und „warum sollte man dann seine Feinde lieben? Wenn man nicht auf die Tyrannen reagiert, hat jeder Machtmissbrauch freie Bahn, und das ist nicht richtig. Aber ist das wirklich so? Verlangt der Herr wirklich unmögliche und ungerechte Dinge von uns?“.


„Betrachten wir zunächst das Gefühl der Ungerechtigkeit, das wir empfinden, wenn wir die andere Wange hinhalten’“, so der Papst: „und lasst uns an Jesus denken“. Während seiner Passion, bei seinem ungerechten Prozess vor dem Hohepriester, erhalte er einmal einen Schlag von einem der Wächter. Was mache er? Er sage zu dem Wächter: „Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich?“ (Joh 18,23). Er bitte um eine Rechtfertigung hinsichtlich des erlittenen Übels.

Die andere Wange hinzuhalten bedeute nicht, stillschweigend zu leiden und Ungerechtigkeit hinzunehmen. Mit seiner Frage prangere Jesus an, was ungerecht seo. Aber er tue dies ohne Zorn oder Gewalt, sondern mit Freundlichkeit. Er wolle keinen Streit entfachen, sondern den Groll entschärfen: „Hass und Ungerechtigkeit gemeinsam auslöschen und versuchen, den schuldigen Bruder wiederzufinden“.

Das sei das „Hinhalten“ der anderen Wange: „Jesu Sanftmut ist eine stärkere Reaktion als die Schläge, die er erhalten hat. Die andere Wange hinzuhalten ist nicht der Rückzug des Verlierers, sondern die Tat desjenigen, der über eine größere innere Stärke verfügt, der das Böse mit dem Guten überwindet, der eine Bresche in das Herz des Feindes schlägt und die Absurdität seines Hasses entlarvt“.

Sie werde nicht vom Kalkül diktiert, sondern von der Liebe. Es sei dies die unentgeltliche und unverdiente Liebe, die wir von Jesus empfingen, die in unserem Herzen eine ähnliche Handlungsweise wie die seine hervorbringe, die jede Rache ablehne.

„Kommen wir zu dem anderen Einwand“, so Franziskus weoter : „ist es möglich, dass ein Mensch dazu kommt, seine Feinde zu lieben?“. Wenn es nur von uns abhinge, wäre es unmöglich. Doch wenn der Herr um etwas bitte, wolle er es auch geben. Wenn er mir sage, ich solle meine Feinde lieben, dann wolle er mir die Fähigkeit dazu geben. Augustinus bete so: „Herr, gib mir, worum du bittest, und bitte mich darum, was du willst“ (Bekenntnisse, X, 29.40).

„Was gibt es da zu bitten?“, so der Papst: „was schenkt uns Gott gerne?“ Die Kraft der Liebe, die nicht eine Sache sei, sondern der Heilige Geist. Mit dem Geist Jesu könnten wir auf Böses mit Gutem reagieren, wir könnten diejenigen lieben, die uns verletzten. Das sei es, was Christen tue. Wie traurig sei es, „wenn Menschen und Völker, die stolz darauf sind, Christen zu sein, andere als Feinde betrachten und daran denken, Krieg gegeneinander zu führen!“.

„Was ist mit uns?“, fragte sich Franziskus: „versuchen wir, die Einladungen von Jesus zu leben? Denken wir an eine Person, die uns verletzt hat. Vielleicht gibt es in uns einen Groll. Stellen wir also diesen Groll dem Bild des sanftmütigen Jesus während seines Prozesses gegenüber“. Und dann „bitten wir den Heiligen Geist, in unseren Herzen zu wirken. Beten wir schließlich für diese Person: das Gebet für diejenigen, die uns schlecht behandelt haben, ist das erste, was das Böse in Gutes verwandelt“.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Das 'Schwert des Heiligen Michael': Eine mysteriöse Linie, die sieben Heiligtümer verbindet
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst Leo XIV. entgeht knapp einer Geldstrafe in Peru
  6. Kardinal Müller ruft zum Marsch fürs Leben 2026 in Wien auf: Über 3.000 Teilnehmer erwartet
  7. Australien: 400 Prozent Anstieg von Euthanasiefällen in fünf Jahren
  8. Frankreich: Über 23 Millionen Zuschauer verfolgten die Reise von Papst am Bildschirm
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  12. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  15. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz