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Das Herz Jesu steht offen. Wie begegnest du ihm?

12. Jänner 2023 in Jugend, 3 Lesermeinungen
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Die Jugendkolumne von kath.net von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Ich kann dir von meinem Herzen erzählen – wenn mich etwas trifft, dann so richtig. Wenn mein Herz etwas verletzt, dann fühlt sich das an wie Feuerpfeile, die auf es niederprasseln oder wie ein simples  zerschmettert werden. Dazu braucht es auch gar nicht viel. Mein Herz ist also sehr verwundbar. Diese Verwundbarkeit hat schon zu einigen segensreichen Begegnungen geführt. Dennoch gibt es immer wieder Zeiten, in denen ich mich frage, warum Gott mir so ein verletzliches Herz gegeben hat.

Worauf ich mit dieser Erzählung hinaus will: Wenn mein kleines menschliches Herz schon so verwundbar ist, so schmerzt, wenn es verwundet wird – wie sehr dann erst dieses menschlich-göttliche Herz Jesu? Dieses Herz Jesu, dass seit tausenden von Jahren offen steht – radikal offen steht – um für jeden erreichbar zu sein und dabei so verwundbar ist.


Das Herz, das einst mit einer Lanze für uns durchbohrt worden ist, ist das Herz, das wie kein anderes offen steht. Das Herz, das einst mit einer Lanze für uns durchbohrt worden ist, ist das Herz, das wie kein anderes verwundbar ist – das immer und immer wieder zum Bluten gebracht werden kann – und sich trotz dessen bewusst für die Offenheit entscheidet.

Gott selbst hat also gewählt: Es gibt etwas, das mehr wert ist als seine theoretisch mögliche Unverwundbarkeit – und das ist für dich nahbar, erreichbar zu sein. Du sollst nicht auf Stein stoßen, wenn du zu ihm kommst. Du sollst nicht auf Stein stoßen, wenn du dich nach einem Herzen sehnst, das für dich schlägt, das jeden Schmerz kennt und ihn mit dir tragen möchte.

Diese radikale Offenheit des Herzens Jesu ermöglicht Begegnung. Begegnung, die du wählen kannst – oder eben auch nicht.

Jetzt frage ich dich noch einmal: Wie begegnest du dem Herzen Jesu?

Stell dir vor du hältst sein Herz in deinen Händen.
Geht dir die Lüge leicht von den Lippen?
Steht Stolz über der Beichte?
Ist dir diese Gebetszeit nicht so wichtig wie etwas anderes?
Die schlechte Rede des Anderen über Gott und deinen Nächsten – nimmst du sie einfach hin?

Ich denke, selbst die scheinbar kleinsten Dinge treffen Jesu Herz. Ich denke, wir haben es in der Hand wie wir seinem Herzen begegnen – mit der größtmöglichen Achtsamkeit, mit dem Bestreben seinem Herzen nichts als Liebe und Achtung zu erweisen, wollen wir Geschehenes wieder gutmachen, oder tut es uns gar nicht mehr leid und weh, wenn wir der Wunde des Lanzenstichs noch ein paar Dornen hinzufügen?

In all unsere Handlungen, in all unsere Worten und Gedanken begegnen wir dem Herzen Jesu. Dieses Herz ist so offen als würde es Jesus in unsere Hände legen. Ein Stich mehr, eine Dorne mehr – oder doch eine Krönung aus Blüten der Liebe und Achtung? Wir entscheiden. Der Gott, dem wir dienen ist kein ferner Gott, der von weit, weit weg diese Welt nur in ihrem Sein erhält und unberührbar ist,  sondern es ist der Gott, der sein eigenes Herz verletzen ließ und das bis heute zulässt, um für dich nahbar, erfahrbar, greifbar zu sein.

Wie begegnest du also diesem Herzen, das für dich offen steht? Wie begegnest du also diesem Herzen, das er selbst in deine Hände gibt – über das er dir die Verfügungsgewalt gibt. Du entscheidest, ob du mehr Dornen in dieses offene Herz bohrst, oder es mit Blüten zierst. Wie begegnest du also diesem heiligsten Herzen Jesu?


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