
Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"vor 48 Minuten in Österreich, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Christen verschiedener Konfessionen setzen in Wiener Innenstadt Zeichen für Glauben, Einheit und Frieden.
Wien (kath.net/ KAP)
Rund 20.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag in Wien am überkonfessionellen "Marsch für Jesus" teilgenommen. Christen verschiedener Konfessionen, darunter viele Jugendliche, setzten damit ein öffentliches Zeichen für ihren gemeinsamen Glauben und die Einheit der Kirchen. Katholiken, Evangelische, Orthodoxe, Angehörige altorientalischer Kirchen sowie Mitglieder von Freikirchen und freien christlichen Gemeinden zogen laut Polizeiangaben ohne Zwischenfälle vom Schwarzenbergplatz über die Wiener Ringstraße und zurück zum Ausgangspunkt, wo bis in die Abendstunden ein "Fest für Jesus" gefeiert wurde.
Mehr als 100 Kirchen, Gemeinden und christliche Organisationen aus ganz Österreich hatten sich laut Angaben der Veranstalter beteiligt, 600 ehrenamtliche Helfer wirkten in insgesamt 10.000 Arbeitsstunden in den Bereichen Musik, Medien, Ordnerdienst und Kinderprogramm mit. Die Glaubensbotschaft dominierte auch das äußere Erscheinungsbild: Mehr als 2.200 weiße T-Shirts mit der Aufschrift "I love Jesus" wurden verkauft, 2.500 mitgetragene bunte Banner verbreiteten entlang der Marschroute christliche Botschaften. Politiker traten nicht auf, zudem waren auch kontroversielle Themen von den Veranstaltern bewusst ausgeklammert worden. 
Gebet für Miteinander in Österreich
Höhepunkt war ein Gebet, das nach dem Marsch von Vertretern verschiedener Konfessionen gesprochen und vom Lied "Vielgeliebtes Österreich" der Band "Himmelsstürmer" begleitet wurde. Der freikirchliche Pastor Peter Zalud betete für ein "versöhntes Miteinander der Christen", Christian Hofreiter von der Anglikanischen Kirche um mehr Einheit unter den Konfessionen. Thomas Dopplinger von der Evangelischen Gnadenkirche Wien machte das Zusammenleben an den Schulen zum Thema, insbesondere das "gute Miteinander der verschiedenen Religionen". Christen sollten dabei ein "Werkzeug des Friedens" sein.
Als Vertreter der katholischen Kirche sprach der neue Wiener Generalvikar Andreas Kaiser ein Gebet für verschiedene Verantwortungsträger und Gestalter der Gesellschaft, darunter für Politiker um "heiligen Geist, Kraft, Zuversicht und mutige Entscheidungen", für die Exekutive, im juristischen Bereich Tätige und für Künstler. Er erinnerte jedoch zugleich auch daran, "nicht jene zu vergessen, die am Rand der Gesellschaft stehen und Hilfe brauchen".
Gemeinsames Glaubenszeugnis
Auch Weihbischof Franz Scharl nahm am Marsch teil. Scharl verwies gegenüber Kathpress darauf, dass viele der Teilnehmenden ihr Mitgehen vor als persönliches öffentliches Glaubenszeugnis verstünden, und betonte zudem die Verbundenheit der vielen christlichen Traditionen trotz ihrer Unterschiedlichkeit. Christen hätten überall die Möglichkeit, ihr Bekenntnis zu Jesus abzulegen, "auch etwa in der Arbeit, im Sport, im Krankenhaus oder sogar im Gefängnis". Der "Marsch für Jesus" sei eine Gelegenheit, dies "gemeinsam" zu tun, auch über Konfessionsgrenzen hinweg.
Die Atmosphäre bei der Veranstaltung bezeichnete der Weihbischof als "sehr freudig und friedvoll" und hob insbesondere die vielen persönlichen Gespräche und Begegnungen hervor. Er selbst habe auf dem gemeinsamen Weg unter anderem mit einer kurdischen Konvertitin, einem persischen Pastor sowie evangelischen, freikirchlichen und altorientalisch-syrischen Christen Gespräche geführt. Auch die Vielfalt innerhalb der katholischen Kirche sei deutlich geworden, nicht zuletzt durch die stark vertretenen anderssprachigen Gemeinden, darunter etwa philippinische, lateinamerikanische, englischsprachige und afrikanische Gemeinden sowie ostkirchliche Gemeinden. Der Marsch mache das Christentum als "wanderndes Gottesvolk" erfahrbar, so der Bischof.
Am Abend traten unter anderem die Band Solarjet, der deutsche Rapper Copain und der britische Musiker Martin Smith auf. Zwischen den Konzerten berichteten junge Menschen über ihren persönlichen Glauben.
Der Wiener "Marsch für Jesus" knüpfte an eine internationale Bewegung an, deren Anfänge auf das Jahr 1987 in London zurückgehen. In Österreich fanden seit Ende der 1980er Jahre verschiedene Jesus-Märsche und überkonfessionelle Großveranstaltungen statt. Für Wien wurden für 1992 rund 4.000, für 2014 etwa 12.000 und für 2016 bis zu 18.000 Teilnehmer angegeben, was nun laut den Veranstaltern noch übertroffen worden sei.
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Foto: Marsch für Jesus 2026 (C) kathpress, Pernsteiner
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