
Paul Zulehner: 'Unglaubliche Panik' in kirchlichen Finanzkreisen8. Dezember 2004 in Aktuelles, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Umfrage im Wirtschaftsmagazin: Meisten treten wegen der
Kirchensteuer aus - "Capital"-Chefredakteur Kai Stepp: Chance auf "weniger Bürokratie, mehr Besinnung auf die christliche Botschaft"
Köln (kath.net/idea) Für die Mehrheit der Kirchenmitglieder inDeutschland (53 Prozent) ist die Kirchensteuer ein möglicher Austrittsgrund.Das ergab eine repräsentative Befragung des Europressedienstes für dasWirtschaftsmagazin "Capital" (Köln). 73 Prozent der bereits Ausgetretenenbegründen danach ihren Schritt mit der Kirchensteuer. 18,6 Prozent nanntenGlaubensgründe, und 8,4 Prozent verließen die Kirche aus Unzufriedenheitüber die Kirchenführung. Die Zahl der Austritte aus den beiden großenKirchen lag nach jüngsten Angaben im Jahre 2002 bei knapp 300.000. In derneuen Ausgabe von "Capital" vom 9. Dezember ist die Krise der Kirche dasTitelthema. Wie es darin heißt, agierten die kirchlichen Manager wieSanierer in der Wirtschaft. Sie riefen Unternehmensberater zu Hilfe,drückten die Kosten und kündigten Mitarbeitern. So stünden in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche "3.000 Jobsauf dem Spiel". In der bayerischen Landeskirche drohten betriebsbedingteKündigungen. Das Blatt zitiert den Wiener Pastoraltheologen und Beratermehrerer katholischer Bistümer, Paul Zulehner, der von einer "unglaublichenPanik" in kirchlichen Finanzkammern spricht: "Bloß nicht pleitegehen, - dasblockiert, führt dazu, daß jeder visionslos, manchmal sogar gottlos vor sichhinspart". Nach Angaben des Magazins wird die dritte Stufe der Steuerreformdie beiden großen Kirchen ab 1. Januar zusätzlich 400 Millionen Euro kosten.Weil die Kirchensteuer an die Lohn- bzw. Einkommenssteuer gekoppelt ist,schlägt sich jede staatliche Entlastung negativ in den Kirchenkassen nieder."Capital"-Chefredakteur Kai Stepp sieht in der Sanierung der Kirchen aberauch eine Chance auf "weniger Bürokratie, mehr Besinnung auf die christlicheBotschaft, auf die Arbeit des Pfarrers vor Ort". 
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