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| ![]() Blasphemie, die Dornenkrone auf die Tiroler Geschichte zu übertragen21. September 2009 in Österreich, keine Lesermeinung Innsbrucker Diözesanbischofs Manfred Scheuer bei Festmesse zum Tiroler Gedenkjahr: Dornenkrone ist ein Symbol für das Leiden Christi Innsbruck (kath.net/pdi/fs) Friede erwächst aus einem Klima des guten Umgangs miteinander, betonte der Bischof nachdrücklich. Er entspringe der inneren Freiheit von Menschen, die Mitmenschlichkeit leben, Hab und Gut, aber auch Rechte teilen und Stolz und Egoismus meiden. Bei der inneren Freiheit gehe es um selbstkritische Fragen wie: Wer manipuliert uns? Wem gehen wir auf den Leim? Wer treibt uns vor sich her? Wer hat die Definitionsgewalt über das, was wichtig ist in unserem Land? Oder auch: Welche Zwänge und Abhängigkeiten habe wir schon verinnerlicht? An wen haben wir unsere Seele verkauft? Scheuer sprach sich für Persönlichkeiten mit starkem Ich und für ein starkes Wir in Tirol aus. Entscheidend sei aber dass man für die eigene Identität nicht Feindbilder zur Bestätigung der eigenen Überlegenheit braucht, das Ich nicht gegen Andere absetzt, Andere nicht herabsetzt und schlecht macht. Der Wir-sind-wir-Mentalität erteilte der Bischof eine klare Absage. In der Gesellschaft seien vielmehr notwendig: Selbstkritische Beurteilung, Anerkennung und Wertschätzung der Mitmenschen, Gastfreundschaft, Hinwendung zu den Unterlegenen und Bedürftigen und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Dramatische Herausforderungen bringe gegenwärtig das Phänomen der Migration mit sich. Es sei ein soziales Phänomen epochaler Art, das auf der ganzen Welt Millionen von Menschen betreffe. Es gelte, die Migration wirtschaftlich, politisch, kulturell und religiös zu bewältigen. Auch zur Dornenkrone mit Rosen nahm der Bischof Stellung. Sie wurde beim großen Festumzug am Landesfesttag mitgetragen. Im Vorfeld hatte es um sie heftige Auseinandersetzungen gegeben. Die Dornenkrone, so der Bischof, sei klar ein Symbol für das Leiden Christi. Es sei zu fragen, ob es nicht Blasphemie sei, dieses Symbol auf die Tiroler Geschichte zu übertragen. Die Rosen deutete Scheuer als Merkzeichen, dass der Glaube an den Gekreuzigten selig macht. Rosen seien aber auch Symbol für Freude an der Heimat, für den Stolz auf das Miteinander, für die Zusammengehörigkeit auf vielen Ebenen. Und sie seien Zeichen für die Vernunft und für einen offenen, unverblendeten Blick auf Vergangenheit und Gegenwart des Landes. Diese seien gekennzeichnet von Gutem und Schönem, aber auch von Leid und Bösem. Nachdrücklich forderte der Bischof zu einer Lobby in Politik und Gesellschaft für die Kinder, die Jugendlichen und die Familien auf. Die Option für sie sei eine Option für Lebendigkeit und Zukunft. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuDiözese Innsbruck
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