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'Gesundheitsreligion' ist die teuerste Religion aller Zeiten

23. Jänner 2010 in Chronik, keine Lesermeinung
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Theologe Manfred Lütz beim zweiten Christlichen Gesundheitskongress: Inzwischen gebe es mehr Fitnessstudio-Besucher als katholische Kirchgänger. Das Heil werde heute nicht mehr vom Priester, sondern vom Arzt erwartet.


Kassel (kath.net/idea)
Die „Gesundheitsreligion“ ist die mächtigste und teuerste Weltreligion aller Zeiten. Diese Ansicht vertrat der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz (Köln) auf dem zweiten Christlichen Gesundheitskongress, der am 21. Januar in Kassel begonnen hat. An dem bis zum 23. Januar dauernden Treffen nehmen 1.200 Ärzte, Pfleger, Therapeuten und Seelsorger teil. Ziel des ökumenisch ausgerichteten Kongresses ist es, Gesundheitswesen und Kirche ins Gespräch zu bringen. Wie Lütz weiter sagte, seien die übersteigerten Vorstellungen von Gesundheit für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen verantwortlich. Inzwischen gebe es mehr Fitnessstudio-Besucher als katholische Kirchgänger. Das Heil werde heute nicht mehr vom Priester, sondern vom Arzt erwartet. Die Gesundheitsreligion habe auch die Kirchen erreicht. Selbst manche Pfarrer betrachteten Gesundheit als höchstes Gut. Lütz zufolge gilt eine Person heute nur noch dann als gesund, wenn sie nicht ausreichend untersucht worden ist. Realistischer sei es, einen Menschen als gesund anzusehen, der mit seinen Krankheiten leben kann. Gesundheit sei zwar ein hohes, aber nicht das höchste Gut. Die Gesundheitsreligion enttäusche daher die Heilssehnsucht der Menschen. Der Umgang mit dem Tod sei nicht in erster Linie ein medizinisches, sondern ein religiöses Thema. Es komme darauf an, selig zu sterben.





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