Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  4. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  5. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  8. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  9. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  10. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  11. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  12. Australien wirf Iran Steuerung von antisemitischen Terroranschlägen vor
  13. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"
  14. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  15. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“

'Übertragungen durch Weihwasser bisher nicht beschrieben'

2. März 2020 in Interview, 62 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


kath.net-Interview mit Dr. Markus Franz, Internist und Experte beim Thema "Corona-Virus": Messen abzusagen ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig. Priester sollten nur Handkommunion durchführen und selber ganz penibel auf Händehygiene achten


Wien (kath.net/rn)
Markus Franz ist Facharzt für Innere Medizin in Wien, Katholik und ehemaliger politischer Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und als Experte beim Thema "Coronavirus" seit Tagen in österreichischen Medien unterwegs. kath.net sprach mit ihm über den Virus und auch damit, wie sinnvoll manche Maßnahmen in der katholischen Kirche hier sind.

kath.net: Das Corona-Virus bewegt derzeit die Menschen, Hysterie und Panik breiten sich täglich aus. Sie sind Internist und gelten als österreichischer Experte bei dem Thema Wie ernst ist die Lage wirklich? Für wen ist die Lage wirklich gefährlich?

Dr. Markus Franz Dazu gibt es mehrere Antworten:

Das Virus ist sehr infektiös, das heißt, es verbreitet sich relativ rasch und kann daher viele Menschen befallen. Allerdings ist seine Pathogenität (also seine krankmachende Eigenschaft) eher gering, weil es fast nur für Risikogruppen Auswirkungen hat bzw. für diese gefährlich ist.

Insgesamt ist die Lage also auch bei einer größeren Ausbreitung aus heutiger Sicht für die Mehrzahl der Bevölkerung nicht dramatisch oder wirklich gefährlich.


Für bestimmte Menschen besteht aber ein eindeutig erhöhtes Risiko:

Das sind grundsätzlich ältere Leute (ab 50) und Personen, die chronische Krankheiten (besonders Lungen- und Herzerkrankungen) haben.

Männer sind prinzipiell häufiger betroffen als Frauen. Kinder haben dagegen fast kein Erkrankungsrisiko. Das ist ein Lichtblick, weil man muss sich um die Kinder und Jugendlichen eigentlich keine Sorgen machen.

Die Schulsperren, über die aktuell immer wieder gesprochen wird (und wo eine in Wien schon stattgefunden hat), dienen dazu, die Verbreitung des Virus einzudämmen, weil Schulen bei allen Infektionskrankheiten und Epidemien als "Hot Spots" gelten. In Schulen wird das Virus von symptomlosen Überträgern an viele Kinder weitergegeben, die wiederum die Viren nach Hause bringen.


Generell gilt:

Von den Infizierten erkranken 80% nur leicht und bekommen lediglich verkühlungsähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Viele von diesen 80% haben aber überhaupt keine Symptome.

20% der Infizierten erkranken jedoch schwerer und entwickeln hohes Fieber und Lungenentzündungen. 5% der Infizierten können sogar schwerstkrank werden, sodass sie eine stationäre Versorgung und auch Intensiv-Behandlung bzw. manchmal Beatmungshilfe benötigen.

Dieses Risiko betrifft wie erwähnt vor allem Alte und polymorbide Patienten, die an mehrere Krankheiten leiden und einen bereits angegriffenen Gesundheitszustand haben.

Die Sterblichkeit beträgt zwischen bei 0,7% bis 2,5% - aber auch hier gilt, dass die Sterblichkeit bei den jüngeren Menschen praktisch bei Null liegt, ab dem 50. Lebensjahr jedoch deutlich ansteigt.

kath.net: Warum wird dann aber so viel von Abriegelungen und Quarantäne gesprochen?

Dr. Markus Franz Das hat einen einfachen Grund: Man muss davon ausgehen, dass sehr viele Menschen infiziert werden. Wissenschaftler schätzen, dass ca 40-60% aller Menschen irgendwann das Virus erwerben werden. In absoluten Zahlen betrachtet wird es dann natürlich auch mehr Kranke und auch eine insgesamt höhere Sterblichkeit geben.

Andererseits werden die meisten Infizierten nach der Infektion eine Immunität entwickeln und damit für die Zukunft geschützt sein.

kath.net: Wie können sich Menschen effektiv schützen und was ist eher sinnlos?

Dr. Markus Franz Der beste Schutz ist die Hände-Hygiene: Ordentliches Händewaschen mit Seife (mindestens 20-30 Sekunden) und Hände-Desinfektion mit hochprozentigen Desinfektions-Mitteln, wie sie schon seit Jahrzehnten im Handel sind.

Ebenso ist das bei uns übliche Händeschütteln als Gruß derzeit dringend zu unterlassen. Das Meiden großer Menschenansammlungen ist ebenfalls günstig. Weiters sollte man versuchen, im öffentlichen Raum zu anderen Menschen zumindest eine Armlänge Abstand zu halten. Um hustende oder schnupfende Mitmenschen sollte man derzeit einen Bogen machen und wenn man selber hustet oder niest, bitte in die Ellenbeuge! ("Sogenannte Husten- und Nies-Etikette)

Sinnlos ist das Tagen einer Maske. Das ist nur für medizinisches Personal zu empfehlen, weil Ärzte und Pfleger sehr oft und intensiv Kontakt zu Infizierten haben (werden).

Ebenso ist die Maske Leuten anzuraten, die starken Husten haben, damit sie andere nicht anstecken - grundsätzlich ist es für diese Personen aber am besten, zu Hause zu bleiben („Selbst-Quarantäne“).

kath.net: Auch in der katholischen Kirche gibt es lokal schon Maßnahmen, die bei Katholiken zum Teil für Kopfschütteln sorgen. So gibt es in manchen Kirchen kein Weihwasser mehr, der Friedensgruß und die Mundkommunion wurde schon untersagt. In manchen italienischen Diözesen wurden schon Kirchen völlig zugesperrt, Beerdigungen sollen nur mehr im engen Familienkreis stattfinden, sogar Messen wurden abgesagt? Was ist wirklich sinnvoll und wo herrscht hier auch Panik in der Kirche?

Dr. Markus Franz: Übertragungen durch Wasser bzw. Weihwasser sind bisher in der Wissenschaft nicht beschrieben. Allerdings hat man in der Kirche meist wenig Abstand zu anderen Gläubigen, man sollte daher versuchen, auch dort diese Maßnahme einzuhalten, was bei gut besuchten Messen schwierig ist.

Die daraus zwingend hervorgehende Empfehlung lautet: wenn die Kirche am Sonntag sehr voll erscheint, lieber an einem anderen Tag zur Messe zu gehen.

Der Friedensgruß ist naturgemäß "Händeschütteln", man sollte ihn zur Zeit nicht in der traditionellen Form durchführen, sondern nur die Hand grüßend Richtung Nachbarn heben.

Von der Mundkommunion ist abzuraten, die Priester sollten nur eine Handkommunion durchführen und selber ganz penibel auf Händehygiene achten (zB mittels Desinfektionsflasche vor der Kommunion)

Messen abzusagen ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig. Ebenso kann man Beerdigungen, Hochzeiten und Taufen besuchen - aber immer unter der Prämisse der hier erwähnten und einfach durchzuführenden Vorsichtsmaßnahmen.

kath.net: Danke für das Interview





Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesundheit

  1. Weiterhin Hl. Messen in Regensburg, Passau und Bamberg
  2. Schönborn: Kirche hält sich an staatliche Vorgaben zu Coronavirus
  3. Bekannte Kirche in Rom wegen Coronavirus geschlossen
  4. Kapitänin der Fußballnationalmannschaft: Lungenembolie durch Pille
  5. Die Skandale des Alder Hey Kinderkrankenhauses
  6. Sie drückte sich im Drogenrausch die Augen aus
  7. US- Studie: Wer verheiratet ist, hat weniger Stress
  8. Kein Platz für Übergewichtige im Lobpreisteam?
  9. Wissenschaftliche Studie: Verhütungspille erhöht Depressionsrisiko
  10. US-Studie: Häufige Kirchgängerinnen leben länger






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. Papst Leo an Politiker: Man kann nicht katholisch sein und gleichzeitig für Abtreibung sein
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  8. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  9. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  10. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  11. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  12. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln
  13. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  14. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  15. Ökumenische Begegnungen zwischen Rom und Konstantinopel

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz