Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

Wer die Kreuze aus unseren Gerichtssälen entfernt …

18. Februar 2010 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


... der trennt demonstrativ unsere Rechtsordnung von ihren Wurzeln (Kölner Generalvikar Schwaderlapp) - Der Verzicht auf Kreuze im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf hat heftige Kritik ausgelöst.


Düsseldorf/Köln (kath.net/KNA)
Der Verzicht auf Kreuze im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf hat heftige Kritik ausgelöst. Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp wandte sich am Mittwoch gegen die Entscheidung der Gerichtspräsidenten, in dem neuen Justizgebäude nicht mehr die Kreuze aus den alten Sälen anzubringen. Unterdessen forderte die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) die Verantwortlichen auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es sei aber nicht Aufgabe der Justizministerin, «in das Hausrecht der Gerichtspräsidenten einzugreifen» und auf die Anbringung von Kreuzen in Gerichtssälen politisch Einfluss zu nehmen.

Schwaderlapp verwies darauf, dass die deutsche Rechtsordnung auf dem christlichen Menschenbild beruhe. «Wer die Kreuze aus unseren Gerichtssälen entfernt, der trennt demonstrativ unsere Rechtsordnung von ihren Wurzeln», so der Generalvikar. Die unantastbare Würde des Menschen sei kein Zugeständnis des Staates, sondern Geschenk Gottes.


Landgerichtspräsident Heiner Blaesing berief sich gegenüber der «Rheinischen Post» (Mittwoch) auf das sogenannte Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Danach müssten Kreuze in Gerichtsälen abgehängt werden, wenn Angeklagte sich daran stoßen. Dieses Hin und Her von Abhängen und Aufhängen störe das Ansehen des Symbols mehr als der komplette Verzicht. Die Entscheidung sei mit der Präsidentin des Oberlandesgerichts, Anne-Jose Paulsen, abgesprochen. In zwei Wochen verlässt die Justiz das bisherige Gebäude in der Altstadt und zieht in neue Räume am Oberbilker Markt um.

Eine Sprecherin des Landesjustizministerium sagte auf Anfrage, Kreuze hingen nicht auf staatliche Anordnung in Gerichtsälen, sondern aufgrund «überlieferter Übung». In NRW gebe es auch keine Verwaltungsvorschrift, nach der das Ministerium über die Um- oder Neugestaltung von Gerichtssälen zu entscheiden habe. Darüber befinde allein die nutzende Verwaltung. Im Sinne des Kruzifix-Urteils des Bundesverfassungsgerichts entscheide in jedem Einzelfall der Vorsitzende Richter, ob nach einer Beanstandung ein Kreuz entfernt werde.

Der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser sagte, ein Kreuz sei kein beliebiger Einrichtungsgegenstand, den man wie eine Vase oder einen Aktenschrank zurücklassen könne. Er verwies darauf, dass Kreuze im Nationalsozialismus und im Kommunismus abgehängt worden seien. «Beide Systeme haben unser Rechtssystem und unsere Justiz korrumpiert», so Steinhäuser.

Der Düsseldorfer Superintendent Ulrich Lilie sprach von einer «fatalen Entwicklung». In der «Rheinischen Post» betonte er: «Wir sind noch immer eine christliche Mehrheitsgesellschaft.» Der Zeitgeist sei derzeit so liberal, «dass wir nach allen Seiten offen sind und dabei nicht mehr wissen, für was wir stehen».

Der Vertreter der katholischen Kirche am Sitz der Landesregierung, Prälat Karl-Heinz Vogt, kritisierte, dass einem Teil der Richter der Sinngehalt des Kreuzes verloren gegangen sei. Das Symbol wolle das Gewissen zur Wahrheit mahnen, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er begrüßte geplante Gespräche zwischen Vertretern der Gerichte und der Kirchen.

Bereits 2006 hatte die Entscheidung bundesweit für Aufsehen gesorgt, in dem renovierten Trierer Justizgebäude keine Kreuze mehr anzubringen. Der rheinland-pfälzische Justizminister Heinz Georg Bamberger (SPD) hatte damals die Entscheidung verteidigt.

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kulturkampf

  1. Freispruch für deutschen Pastor Latzel: Kritik an Schwulenparade ist keine Volksverhetzung
  2. Friedrich Merz thematisiert Verbot der Gendersprache
  3. "Mainstream-Bischöfe sind das Letzte, was wir brauchen!"
  4. Nach der Synode laufen die Angriffe auf Kardinal Woelki
  5. Synodaltheater zweiter Akt
  6. Relativismus und Intoleranz. Das Ende der Bemühung um Objektivität.
  7. 'Je leerer die Kirchen, umso größer die Friday for Future Umzüge'
  8. Peter Hahne: "Der wahre 'Friday for Future' ist der Karfreitag"
  9. Deutsche trauen sich nicht, offen ihre Meinung zu sagen!
  10. "Ich bin ein Klimaaktivist wider Willen"







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz