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Wer die Kreuze aus unseren Gerichtssälen entfernt …

18. Februar 2010 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
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... der trennt demonstrativ unsere Rechtsordnung von ihren Wurzeln (Kölner Generalvikar Schwaderlapp) - Der Verzicht auf Kreuze im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf hat heftige Kritik ausgelöst.


Düsseldorf/Köln (kath.net/KNA)
Der Verzicht auf Kreuze im neuen Amts- und Landgerichtsgebäude in Düsseldorf hat heftige Kritik ausgelöst. Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp wandte sich am Mittwoch gegen die Entscheidung der Gerichtspräsidenten, in dem neuen Justizgebäude nicht mehr die Kreuze aus den alten Sälen anzubringen. Unterdessen forderte die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) die Verantwortlichen auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es sei aber nicht Aufgabe der Justizministerin, «in das Hausrecht der Gerichtspräsidenten einzugreifen» und auf die Anbringung von Kreuzen in Gerichtssälen politisch Einfluss zu nehmen.

Schwaderlapp verwies darauf, dass die deutsche Rechtsordnung auf dem christlichen Menschenbild beruhe. «Wer die Kreuze aus unseren Gerichtssälen entfernt, der trennt demonstrativ unsere Rechtsordnung von ihren Wurzeln», so der Generalvikar. Die unantastbare Würde des Menschen sei kein Zugeständnis des Staates, sondern Geschenk Gottes.


Landgerichtspräsident Heiner Blaesing berief sich gegenüber der «Rheinischen Post» (Mittwoch) auf das sogenannte Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Danach müssten Kreuze in Gerichtsälen abgehängt werden, wenn Angeklagte sich daran stoßen. Dieses Hin und Her von Abhängen und Aufhängen störe das Ansehen des Symbols mehr als der komplette Verzicht. Die Entscheidung sei mit der Präsidentin des Oberlandesgerichts, Anne-Jose Paulsen, abgesprochen. In zwei Wochen verlässt die Justiz das bisherige Gebäude in der Altstadt und zieht in neue Räume am Oberbilker Markt um.

Eine Sprecherin des Landesjustizministerium sagte auf Anfrage, Kreuze hingen nicht auf staatliche Anordnung in Gerichtsälen, sondern aufgrund «überlieferter Übung». In NRW gebe es auch keine Verwaltungsvorschrift, nach der das Ministerium über die Um- oder Neugestaltung von Gerichtssälen zu entscheiden habe. Darüber befinde allein die nutzende Verwaltung. Im Sinne des Kruzifix-Urteils des Bundesverfassungsgerichts entscheide in jedem Einzelfall der Vorsitzende Richter, ob nach einer Beanstandung ein Kreuz entfernt werde.

Der Düsseldorfer Stadtdechant Rolf Steinhäuser sagte, ein Kreuz sei kein beliebiger Einrichtungsgegenstand, den man wie eine Vase oder einen Aktenschrank zurücklassen könne. Er verwies darauf, dass Kreuze im Nationalsozialismus und im Kommunismus abgehängt worden seien. «Beide Systeme haben unser Rechtssystem und unsere Justiz korrumpiert», so Steinhäuser.

Der Düsseldorfer Superintendent Ulrich Lilie sprach von einer «fatalen Entwicklung». In der «Rheinischen Post» betonte er: «Wir sind noch immer eine christliche Mehrheitsgesellschaft.» Der Zeitgeist sei derzeit so liberal, «dass wir nach allen Seiten offen sind und dabei nicht mehr wissen, für was wir stehen».

Der Vertreter der katholischen Kirche am Sitz der Landesregierung, Prälat Karl-Heinz Vogt, kritisierte, dass einem Teil der Richter der Sinngehalt des Kreuzes verloren gegangen sei. Das Symbol wolle das Gewissen zur Wahrheit mahnen, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er begrüßte geplante Gespräche zwischen Vertretern der Gerichte und der Kirchen.

Bereits 2006 hatte die Entscheidung bundesweit für Aufsehen gesorgt, in dem renovierten Trierer Justizgebäude keine Kreuze mehr anzubringen. Der rheinland-pfälzische Justizminister Heinz Georg Bamberger (SPD) hatte damals die Entscheidung verteidigt.

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



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Lesermeinungen

 Prophylaxe 18. Februar 2010 
 

gerecht ?

Es ist jedem, der mit dieser Justiz zu tun hat, dringendst zu raten, zu beantragen, das Kreuz abnehmen zu lassen. Aber nicht, weil man unchristlich wäre, sondern weil das, was bei dieser BRD- Politjustiz stattfindet unter Legitimationserschleichung des christlichen Kreuzes, eine Verhöhnung der eigenen Glaubensüberzeugung gleichkommt.
Zur Verdeutlichung kann man dann sein eigenes Kreuz mitbringen und bei Beanstandung wegen Diskriminierung religiöser Überzeugungen klagen bzw. einen Befangenheitsantrag gegen den Richter stellen.


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 Calimero 18. Februar 2010 
 

@ der Epikuräer

Im großen und ganzen gebe ich dir Recht. Doch man sollte auch die christlichen Elemente in unserem westlichen Rechtssystem würdigen.

\"Vor Gott sind alle Menschen gleich\". Auch die Sklaven, Kinder und Frauen konnten sich davon angesprochen fühlen. Eine ganz frühe Aussage des Christentums. Damit war eine revolutionäre Idee geboren, die meiner Meinung nach in unserem Rechtssystem wiederzuerkennen ist. Auch die Gobote Nr. 3 bis Nr.10 kann ich in der modernen Gesetzgebung erkennen.
Leider viel zu Vieles in unserem Rechtssystem musste und muss auch gegen die Kirche erkämpft werden. Ein Kruzifix im Gerichtsaal halte ich daher auch nicht für angebracht.


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 Monika Elisabeth 18. Februar 2010 

es gibt noch mehrere

Gründe... aber eigentlich erübrigt sich das.

Wenn nicht ein Wunder in Sachen Evangelisierung geschieht, werden sämtliche Gerichtssäle \"entkreuzt\" und das sogar rechtlich gesehen auf sicherem Boden.

1. haben wir eine kaputte Demokratie 2. haben wir eine Staatsregierung die sich von NGO\'s steuern lässt und 3. wächst die Anzahl von Atheisten und für Atheisten gilt nun mal das negative Recht auf Religionsfreiheit, nämlich das Recht von der Religion bestmöglichst unbehelligt zu leben.

Ist rechtlich gesehen einwandfrei... aber erst möglich seit dem Deutschland so massiv vom Glauben abgefallen ist und es immer mehrere Dammbrüche gab. Es werden ständig neue Gesetze entworfen, die andere Gesetze umdeuten oder gar sinnlos dastehen lassen.


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 Monika Elisabeth 18. Februar 2010 

Meine Güte, wie schade

dass der moderne europäische Mensch seine eigenen Wurzeln nicht kennt und wie schade, dass die Menschen wie \"Der Epikuräer\" nicht mehr wissen WARUM ursprünglich in jedem Gerichtssaal ein Kreuz hing.

Der Grund war nämlich die Verweisung darauf, dass der Richter, der vor dem Angeklagten sitzt, nur in diesem Leben die Befugnis hat über eine einzelne Straftat zu richten, dass aber selbst über diesen irdischen Richter noch ein größerer Richter steht - nämlich Gott. Aus diesem Grunde hat man eben direkt hinter dem Richterstuhl und gut sichtbar ÜBER dem Richter den Gekreuzigten angebracht. Auch unter anderem deswegen, um dem Angeklagten zu Verstehen zu geben, dass er vielleicht das irdische Gericht belügen kann, aber nicht das Gericht Gottes, denn dieser Gott sieht alles und weiß alles über die tiefsten Regungen des Menschen. Dies gab dem Angeklagten - sofern er etwas auf Christus setzte - die Ermahnung: Sag lieber gleich die Wahrheit.

Wer damit ein Problem hat, hat auch ein Problem damit, dass es Gott gibt. Nun, er kann dann freilich das Kreuz aus den Gerichtssälen nehmen, aber er wird nichts daran ändern, dass er sich bald vor dem Richterstuhl Gottes befinden wird.


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 loyalbushie 18. Februar 2010 

Oh Schreck...

\"Ich jedenfalls werde jede Aussage in einem Gerichtssaal verweigern, solange dort ein religiöses Symbol hängt.\"

Keine Bange... Du darfst dafür auf \"Das Kapital\" schwören... :)


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 loyalbushie 18. Februar 2010 

Kunstsinnig

Ein schmuckes Wandgemälde würde die Stimmung an einem so ernsten Ort auch stärker aufhellen als ein einzelnes Kreuz auf einer kargen Wand: http://www.noows.de/gallery/Bildergalerie/Politik_08/Nordkorea_will_Grenzen_schliessen/500/korea07.jpg

bluthilde.wordpress.com


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 Der Epikuräer 18. Februar 2010 
 

Gerichtssaal ist keine Kirche!

Justitia hat bekanntlich verbundene Augen: Sie \"kennt\" den Angeklagten nicht, gewichtet nur seine einzelne Tat. Und sie bestraft auch nur diese einzelne Tat, ohne den ganzen Menschen und seine Würde anzutasten.

Dies steht in klarem Gegensatz zur christlichen Rechtsauffassung: Der Richter des \"Jüngsten Gerichts\" hat keine Augenbinde. Und er betrachtet keine Einzeltat, sondern urteilt über den ganzen Menschen - wie weit er ihm ein Leben lang genehm war. Zudem kann er ihm die Menschenwürde gänzlich entziehen, indem er ihn in die ewige Verdammnis stößt.

Die Behauptung, unser Rechtswesen basiere auf dem Christentum, ist also schlicht falsch. Es basiert auf dem römischen Recht, und das gab es bereits vor dem Christentum. Und es geht weit über das christliche Menschenbild hinaus, indem es die Menschenwürde nicht als \"Gnade\" sieht (die erteilt und entzogen werden kann), sondern als bedingungslosen und unverwirkbaren Anspruch.

Deshalb haben Kruzifixe im Gerichtssaal nichts verloren. Ich jedenfalls werde jede Aussage in einem Gerichtssaal verweigern, solange dort ein religiöses Symbol hängt.


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 Ummon 18. Februar 2010 
 

Angemessen

Ich würde ein neutrales immer noch einem (gleich wie) religiös motivierten Gericht vorziehen.


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 Bartholomäus 18. Februar 2010 
 

Kreuze

Auch im katholischen Trier wurden Kreuze aus dem Gerichtssaal entfernt, bzw. in einem neuen Saal gar nicht mehr angebracht. Man lese dazu: M. Pera, Warum wir uns Christen nennen müssen, Augsburg (St. Ulrich) 2009.


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