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«Charlie Hebdo»-Chef: Linke unterwerfen sich dem Islamismus

20. Mai 2016 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
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Chefredakteur: Der aktuelle radikale Islamismus unterscheide sich von allen anderen Formen des religiösen Fundamentalismus dadurch, dass er von Staaten unterstützt werde, die «ein Meer von Erdöl und einen Sitz in der UNO unterm Hintern haben».


Berlin (kath.net/KNA) Der Chefredakteur der Pariser Satirezeitschrift «Charlie Hebdo», Gerard Biard, hat der politischen Linken vorgeworfen, sie unterwerfe sich dem Islamismus. «Die islamistische Propaganda hat es geschafft, uns einzureden, dass eine Kritik am Islamismus eine Kritik am Islam sei und folglich Rassismus bedeute», heißt es in einem Redemanuskript Biards, das am Donnerstag beim Frühjahrsempfang der Berliner Pressekonferenz vorgetragen wurde.

Es sei «skandalös», dass sich ein Teil der politischen Linken mehr dafür einsetze, dass Musliminnen die Burka tragen, als dafür, dass sie einen gerechten Lohn erhalten, so Biard. Seine Ansprache wurde krankheitsbedingt in seiner Abwesenheit von Antonio Fischetti verlesen, einem Mitglied der Charlie-Hebdo-Redaktion.


Biard kritisierte, dass sich eine Unterwürfigkeit gegenüber allem Religiösen wieder breitgemacht habe. Dies gelte sogar für ein religiöses Denken, das Totalitarismus den Weg ebne und Terrorismus rechtfertige. Religionskritische Demokraten würden heute als «islamophob» und als «rassistisch» behandelt. In einer «Mischung aus Angst, die wir Respekt nennen, und intellektueller Faulheit» nehme man Zuflucht zu der Illusion, dass Fanatismus für die Religionen nur eine Ausnahme sei.

In Wahrheit aber gehe es der Religion, wenn sie sich in die Politik einmische, nicht um Liebe, sondern um die Eroberung der Macht. «Und dies gilt insbesondere für den Extremismus mit dem Stempel Allah», beklagte Biard, der sich und seine Zeitschrift als Vertreter eines entschiedenen demokratischen Atheismus charakterisierte.

Der aktuelle radikale Islamismus unterscheide sich von allen anderen Formen des religiösen Fundamentalismus dadurch, dass er von Staaten unterstützt werde, die «ein Meer von Erdöl und einen Sitz in der UNO unterm Hintern haben». Diese Besonderheit verändere alles, erklärte Biard, und dies müsse jedem bewusst sein, der über den Islamismus diskutiere. Man müsse stets daran erinnern, dass die Gesetze, die im Iran, in Saudi-Arabien, in Katar oder in Afghanistan die Menschenrechte mit den Füßen träten, religiöse Gesetze seien.

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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