Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Kardinal: Kirche in Nicaragua "offen unterdrückt"

26. Juli 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Opposition und Menschenrechtsgruppierungen klagen Regime an, Gefängnisse in Folterzentren umgewandelt zu haben, in denen auch außergerichtliche Tötungen vorgenommen worden sein sollen


Vatikanstadt-Managua (kath.net/KAP) Die Kirche in Nicaragua wird durch das Regime von Daniel Ortega gezielt verfolgt. Zu diesem Urteil kommt der Erzbischof von Managua, Kardinal Leopoldo Jose Brenes Solorzano, wie "Vatican News" am Dienstag berichtete. Brenes äußerte sich vor der am Montag (Ortszeit) abgehaltenen Beratung der Bischöfe des Landes. Sie wollten entscheiden, ob der nationale Dialog unter ihrer Federführung weitergehen soll. Die schwer wiegenden Anschuldigungen, die Präsident Ortega an ihre Adresse gerichtet hat, gelten dabei als großes Hindernis.

"Die Kirche ist heute in verschiedenen Gegenden der Welt verfolgt", betonte Brenes laut "Vatican Nes": "Das ist Teil der Kirche, die seit jeher verfolgt wird. Das betrifft auch uns." Es seien mindestens sieben tätliche Angriffe auf Kirchenvertreter oder Akte von Prophanisierung verzeichnet worden, seit die Bischöfe Ortega darum gebeten hätten, die Wahlen von 2021 auf März 2019 vorzuziehen.

Auch für die Demonstranten, die seit Monaten auf die Straße gehen, um gegen die zunehmenden Repressalien durch das Regime Ortegas einzutreten, hat sich die Situation spürbar verschärft. Sie müssen mittlerweile fürchten, willkürlich verhaftet und als Terroristen angeklagte zu werden. Mit dieser Anklage drohen ihnen 20 Jahre Haft.


Opposition und Menschenrechtsgruppierungen klagen das Regime an, die Gefängnisse in Folterzentren umgewandelt zu haben, in denen auch außergerichtliche Tötungen vorgenommen worden sein sollen. Verzweifelte Mütter campieren seit Tagen vor dem Hauptstadtgefängnis El Chipote, in der Hoffnung, Nachricht von ihren dort inhaftierten Kindern zu erhalten. Am Wochenende gab es trotz dieser Repressalien zahlreiche weitere Demonstrationen im gesamten Land.

Angesicht der jüngsten Eskalationen bei Massenprotesten in Nicaragua bat Kardinal Brenes das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" um Druckausübung gegenüber der Ortega-Regierung, damit diese "die Bevölkerung und die Kirchenvertreter wieder respektiert". Brenes berichtete über die angespannte Situation in Masaya. Die 30 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegene Stadt gilt als Symbol des Widerstands gegen Präsident Daniel Ortega. Seit 17. Juli wird sie von mehr als tausend Soldaten und Polizisten belagert. "Die Stadt steht unter Kugelhagel", so der Alarm des Kardinals. Über die Zahl der Verletzten lägen noch keine Angaben vor; glücklicherweise seien bislang aus der Stadt noch keine Todesopfer vermeldet worden.

Der Kardinal rief die Bevölkerung auf, nicht auf die Straße zu gehen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Im ganzen Land haben auch viele Kirchen ihre Türen für die Demonstranten geöffnet. "Wir haben den Aufruf von Papst Franziskus befolgt, Feldlazarett für die Verwundeten zu sein", so Brenes. Ziel sei es ebenso gewesen, die paramilitärischen Truppen einzudämmen und zu vermitteln. "Das hat der Regierung nicht gefallen. Die Unterdrückung richtet sich nun offen gegen die Kirche", so Kardinal Brenes in seinem Brief.

Seit April gibt es in Nicaragua Massenproteste gegen die Regierung unter Präsident Daniel Ortega. Er gehört der Partei der Sandinisten an, die aus einer Guerillaorganisation hervorgegangen ist. Diese hatte 1979 die Diktatur des Somoza-Clans gestürzt. Ortega übernahm in der Folge das Präsidentenamt. Nach einer Wahlniederlage 1990 regiert er seit 2006 erneut mit weitreichenden Vollmachten. Kritiker werfen Ortega Günstlingswirtschaft, Gewaltanwendung und Unterdrückung der Meinungsfreiheit vor.

"Es ist eine sehr schwierige Zeit für die Menschen in Nicaragua", sagte Solórzano gegenüber "Kirche in Not". Er rief die Katholiken weltweit deshalb dazu auf, eine "Gebetskette für unser leidendes Land zu bilden" und die Arbeit der Priester durch Mess-Stipendien zu unterstützen. Denn viele Geistliche seien gezwungen, die Messe unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu feiern.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Nicaragua

  1. Keine Einladung? Oder eher Schwierigkeiten mit Reiseerlaubnissen vom Staat?
  2. Nicaragua: Priester müssen ihre Predigten von der Polizei kontrollieren lassen
  3. Nicaragua: Rektor des Priesterseminars in Haft
  4. Nicaragua: Ortegas Regime schließt Radio Maria
  5. Nicaraguas Diktator Ortega verbietet öffentliche Kreuzwegprozessionen
  6. Nicaragua: Regierungskritischer Bischof von Polizei festgenommen
  7. Brandanschlag in Kathedrale: Vatikan fordert von Nicaragua Klärung
  8. Nicaragua: „Kirche in Not“ verurteilt Brandanschlag auf Kathedrale
  9. Managua: Mütter politischer Gefangener aus Kathedrale evakuiert
  10. Nicaragua: Eine Kirche an der Seite des Volkes







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  13. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  14. THESE: Warum die UNO weg muss!
  15. Papst ruft Legionäre Christi zu Erneuerung auf

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz