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Der Fall Covington Catholic School – Wie wir heute Leben zerstören

24. Jänner 2019 in Chronik, 7 Lesermeinungen
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Die Kultur der USA sei mit einer Technologie verwoben, die wir nicht beherrschen. Stereotype und Vorurteile würden eine wichtigere Rolle spielen als Inhalte und Personen, schreibt New York Times-Kolumnist David Brooks.


New York City (kath.net/jg)
Politische Polarisierung habe bis jetzt immer etwas mit Inhalten zu tun gehabt, im Zeitalter der sozialen Medien stehe der soziale Typus im Mittelpunkt. Es gehe darum, „virale Seifenopern“ zu finden und zu verbreiten, die das „dunkle Herz“ des politischen Gegners offenbaren, schreibt David Brooks in einem Kommentar für die New York Times. (Siehe Link am Ende des Artikels)

Es würden Bilder gesucht, welche die negativen Stereotypen über Menschen bestätigen, die man nicht kenne. Ein komplexes Leben werde auf einen Moment reduziert, der sich über soziale Medien gut verbreiten lasse. Auf diese Weise werde die betroffene Person ein für allemal gebrandmarkt.

Das sei im Fall der Schüler der Covington Catholic School geschehen. Viele Medien hätten zunächst die falsche, von Nathan Phillips verbreitete Version übernommen und berichtet, der zufolge die Schüler Phillips, einen indigenen Amerikaner und andere Mitglieder der „Black Hebrew Israelites“ belästigt hätten.

Brooks warnt an dieser Stelle vor einer schnellen Verurteilung seiner Journalistenkollegen. Auch sie seien davon abhängig, Seitenaufrufe zu generieren. Das gelinge am besten mit Artikeln, die auf den Sozialen Medien für Aufregung sorgen. Auch das gelinge am Besten, wenn man die Vorurteile der Leser bestätige, schreibt er.

In dieser Version wurde ein 64jähriger indigener Amerikaner von einer Gruppe weißer, männlicher, adrett aussehender Unterstützer von Präsident Trump (die Schüler trugen Kappen mit der Aufschrift MAGA) belästigt.

Auch die Institutionen, denen die Schüler anvertraut sind, knickten angesichts der Verurteilungswelle auf den Sozialen Medien ein. Schule und Erzdiözese entschuldigten sich, der Bürgermeister von Covington verurteilte sie.

Am folgenden Tag tauchten dann längere Videos des Zwischenfalles auf, die zeigten, dass die von Phillips behauptete Version nicht stimmte. Nun waren die Vorurteile der konservativen Seite bestätigt, schreibt Brooks. Er räumt ein, dass die Fakten in diesem Fall für diese Seite sprechen würden.

Er wolle ein anderes Problem thematisieren, fährt er fort. Entscheidend sei, dass die Kultur der USA in eine Technologie verwoben sei, die wir nicht beherrschen würden. In dieser Technologie spiele der Stereotyp eine wichtigere Rolle als die Person, ein einzelner Moment sei wichtiger als die Geschichte eines Lebens. Die Hauptaktivität bestehe darin, zu beweisen dass die eigene Gruppe der anderen moralisch überlegen sei.

Er hoffe, dass der Fall der Schüler der Covington Catholic School zum Wendepunkt werde, weil er die Vorurteile und Stereotypen so klar zum Vorschein gebracht habe. Das könnte zum Ausgangspunkt für ein besseres Verhalten auf den sozialen Medien sein.


Link zum Artikel von David Brooks in der New York Times (englisch):

How We Destroy Lives Today


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Lesermeinungen

 Gandalf 24. Jänner 2019 

@Petrusbinsfeldus

Bitte hier keine Märchen erzählen und zum Thema mitreden, oder gar nicht. Diese ewigen AFD-Nebendebatten interessieren hier nicht und zeigen vor allem eines, so möchte hier Jmd. vom Thema ablenken!


7
 
 antonius25 24. Jänner 2019 
 

Systematische Lügen, kein Unfall

Der Mann lenkt davon ab, dass die Linken systematisch lügen und es hier nicht um ein Versehen sich handelt. In diesem Fall wurde der Lüge von Nathan Phillips ohne eigene Recherche (! Hallo, Qualitätsmedien!) gerne geglaubt, um eine Hetzjagd auf einfache Schüler zu veranstalten, deren Verbrechen war, dass sie gegen Kindstötung demonstrierten.

Die Gruppe um Phillips störte übrigens später am Tag eine Messe im National Shrine mit ihrem Gesang und Trommeln.

In den Wochen davor wurden noch folgende Lügen verbreitet:
Trump würde Senator Lindsey Graham mit dessen angeblicher Homosexualität erpressen.
Trump hätte angeblich seinen Anwalt Cohen zur Lüge vor dem Kongress gezwungen und Mueller hätte das ermittelt. Wurde später von Mueller dementiert.
...


5
 
 wedlerg 24. Jänner 2019 
 

@Petrusbinsfeldus: völlig surreal

Ihr Beitrag bringt außer Klischee-Behauptungen rein gar nichts. Ich kann keinerlei Belastbarkeit ihrer Spekulationen erkennen. Sprich: das hat mit der Realität hier nicht viel zu tun, was Sie anführen.

Sie unterstellen dem Forum Dinge, die Sie belegen mögen - aber vermutlich nicht können.

Aber das ist gar nicht mein Punkt. Mein Punkt ist, dass der NYT-Kommentar - statt einer dringend gebotenen Entschuldigung der linken Seite und Aufklärung des Sachverhalts nicht zur Wahrheit mahnt, sondern dazu, die linken - sprich die Journalisten - nicht weiter anzugreifen!

Er tut dies taktisch clever und leicht durchschaubar, indem er mit dem Finger auf alle zeigt. Motto: "Männer sind Vergewaltiger" als Silvester in Köln aktuell wurde.

Nein: diese Methode, den pol. Gegner lächerlich machen, medial vernichten und beleidigen, ist modernistisch links. Sie war es und ist es. Und nur weil man jetzt ertappt wurde, ist es nicht redlich, Kollektivschuld anzumahnen.

Lesen Sie mal den link!

www.tichyseinblick.de/meinungen/zdf-1984-und-facecrime/


6
 
 Chris2 24. Jänner 2019 
 

Eine nachdenkliche Stimme,

wie man sie in Dsutschland kaum je vernimmt. Leider schiebt auch dieser Journalist es (auch) auf die Technik: Nein, vorsätzliche und bewusste Fälschungen und Lügen gab es schon immer und Bilder wurden von Anfang an "retuschiert" (z.B. das berühmte Lenin-Rede-Photo). Man kann bei (ganz besonders auch TV-) Bildern nicht vorsichtig genug sein. Allein die Wahl des Bildausschnittes (zeitlich wie räumlich) kann die Realität in ihr komplettes Gegenteil verkehren. Und das wird auch gemacht, nicht nur von skrupellosen Aktivisten, sondern auch von "Qualitätsmedien" (vgl. Marsch der Staatschefs nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo).


5
 
 Chris2 24. Jänner 2019 
 

@Petrusbinsfeldus

Aha, und wer steckte jetzt hinter dem (mindestens) brutalen Tritt ins Kreuz des AfD-Abgeordneten, wenn nicht skrupellose linke "Aktivisten"? Da er lt. Video offnsichtlich brutal angegriffen, aber nicht ausgeraubt wurde, ist diese zur Ablenkung sehr schnell verbreitete These ja wohl vom Tisch. Und was ist mit dem Bombenanschlag auf die AfD mitten in einer Stadt wenige Tage zuvor, bei dem es tote Passanten hätte geben können?


10
 
 Katholikheute 24. Jänner 2019 
 

Der Mensch als

moralisch voll legitimierte Genußmaschine ohne Gewissen - daran wird mit allen Mitteln gearbeitet.
"Wollt ihr den totalen Genuss?" Und alle schreien "Jaaaaaaaaa!!!".
Dafür müssen natürlich alle Gegenstimmen ausgeschaltet werden - alternativ auch weggeschaltet werden.


17
 
 wedlerg 24. Jänner 2019 
 

völlig falsch

Es sind weder die sozialen Medien schuld, noch die "beiden Seiten".

Wir erleben jetzt, mit den sozialen Medien, dass das Monopol der linken Seite nicht mehr haltbar ist, den verhassten Gegner (in der Regel weiß, männlich, christlich) dauerhaft lächerlich zu machen - etwas, was seit 50 Jahren gängige Praxis ist und zum guten Ton gehört. Jetzt wird man auf einmal selbst entlarvt und Ziel von Angriffen (in der Regel weit weniger klischeeartig). Und da dieses Monopol bröckelt, erfindet man auf einmal das Märchen vom Hass, von den bösen sozialen Medien etc.

Nein: es kommt endlich ein Missstand an die Oberfläche, den linke Kreise gerne weiter kultiviert hätten, um ihre billigen Ziele zu erreichen.

Wenn man geschichtlich zurückblickt, dann dürfte das ganze seit 500 Jahren so gehen (als Luthers Thesen ins Klischee verwandelt wurden, um damit Politik der regionalen Fürsten zu machen) und seit 250 Jahren intensiviert worden zu sein (die franz. Revolution lässt grüßen).


22
 

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