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Über drei Gebirge

11. November 2019 in Aktuelles, 29 Lesermeinungen
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Hindernisse beim Kennenlernen der Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus. Dann: jenseits der Hindernisse – Schönheit und Tiefe des über Jahrzehnte vorenthaltenen Schatzes, die ergreifen und nicht mehr loslassen. Von Michael Berger*


Rund um den Bodensee (kath.net/mb) Seit einigen Jahren schießen sie überall auf der Welt wie die Champignons aus dem Boden – Kirchen und Messorte mit wachsenden Gemeinschaften, in welchen man die traditionelle lateinische Messe im sogenannten alten Ritus erleben und mitfeiern kann. An immer mehr Orten strömen Gläubige, und auffällig viele und junge Familien mit zahlreichen Kindern, in diese Gemeinden. Die beiden Länder mit dem größten Zuwachs sind die Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich. Was hat es nun mit dieser Form der Liturgie auf sich, dass sie wachsende Zahlen an Menschen anzieht?

Seit dem Motu Proprio „Summorum Pontificum“ (2007) ist es Priestern erlaubt, die heilige Messe in beiden Formen zu feiern, der ordentlichen Form, also der „normalen“, auch volkssprachlichen Messe, und der außerordentlichen Form, das heißt die traditionelle lateinische Messe, die bis zur Liturgiereform des heiligen Papstes Paul VI. im Jahr 1969 der einzig allgemein gebräuchliche römische Ritus war. Damit jedoch ein Katholik im deutschsprachigen Raum eine „traditionelle“ lateinische Messe (TLM) besuchen kann, muss er drei beinahe unüberwindliche Gebirge bewältigen.

Es sind dies die Gebirge:
der Vorurteile,
der Verfügbarkeit und schließlich
der Fremdheit.

Das größte dieser Gebirge ist sicher das der Vorurteile. Was denken die meisten von uns über Besucher von traditionellen lateinischen Messen, ja was habe ich selber bis vor zwei Jahren über diese Leute und „ihren“ Ritus gedacht? Das ist ein Haufen von zumeist alten Sonderlingen, die sich an etwas aus der Vergangenheit festklammern, weil sie die Gegenwart nicht ertragen können. Das sind Menschen, die völlig vernarrt in lateinische Gesänge sind oder sich an Weihrauch und überladenen Messgewändern erfreuen. Ich erinnere mich lebhaft an meine eigenen irritierten Gefühle, als ich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre zweimal ohne große Vorwarnung in traditionelle Messen geschleppt wurde. Was wollen die überhaupt mit ihren 25 Kniebeugen bei jeder Messe und, das Allerschlimmste, einige der Frauen tragen dort den Schleier, die Mantilla, als ob die Errungenschaften der Moderne in diesen Kirchen noch nicht angekommen wären? Und warum dreht der Priester den Menschen den Rücken zu, und warum ist alles auf Latein?


Das sind, wie gesagt, alles Sonderlinge. Die da sind gegen das II. Vatikanische Konzil, Gegner von Papst Franziskus sind sie angeblich auch, also bleibt mir vom Leib damit.

Ich möchte jetzt nicht auf jeden einzelnen Punkt eingehen, es genügt zu sagen, dass ich persönlich gregorianische Gesänge langweilig finde, und ich bemerke überhaupt nicht, was für Gewänder die Priester tragen oder wie viel Weihrauch gegen die Kirchendecke steigt. Ich kann nur sagen, dass die Gründe, warum man in eine TLM geht, völlig andere sind.

Was den Altersschnitt angeht: ich habe selten so viele junge Menschen, ja junge Männer, in einer Messe gesehen wie dort.

Das zweite Gebirge ist das der Verfügbarkeit. Wenn man im deutschsprachigen Raum anfängt, sich nach so einer Messe umzuschauen, stellt man fest, dass sie nur selten angeboten wird und wenn ja, dann meistens zu besonders unpassenden Zeiten und an abgelegenen Orten. Das liegt natürlich erstens daran, dass noch nicht sehr viele Gläubige zu diesem Zeitpunkt TLMs besuchen. Das liegt aber auch daran, dass die Kirchenstrukturen inklusive der Bischöfe durchaus mit Feindseligkeit auf diese alte Liturgie reagieren und versuchen, es ihren Anhängern möglichst schwer zu machen. Diese Feindseligkeit ist schwer nachzuvollziehen, weil eine starke und bunt-vielfältige Kirche von heute ja ein paar Sonderlinge in einer kleinen Kirche durchaus aushalten können müsste. Wenn es möglich ist, eigene Liturgien für LGBTQ-gläubige zu feiern, dann sollte man meinen, dass man diesen bedauernswerten traditionalistischen Gestalten mit einem „lasst sie doch, die Armen“ begegnen könnte. Aber nein, rund um die TLM legt sich ein Nebel aus irrationalen Aggressionen.

Und hat jemand dann die Vorteile für eine Weile hinter sich gelassen und sogar einen Ort gefunden, an dem er dieser Messe begegnen kann, dann taucht plötzlich das unerwartete dritte Gebirge auf: das der Fremdheit.

Ja, natürlich erkennt man als Katholik die außerordentliche Form des Ritus in ihren Grundzügen wieder, aber vieles ist ungewohnt. Seit unserer Jugend sind wir eben die Messe im ordentlichen Ritus gewohnt, die wir der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil verdanken, und diese Liturgie hat bei uns gewisse Sensoren und Rezeptoren ausgebildet. Und viele der Knöpfe, welche wir aus der Liturgie gewohnt sind, werden von der TLM einfach nicht gedrückt. Und das irritiert. Für mich war es anfangs das Schwerste, dass ich nicht hören konnte, wo man genau war, und in den ersten Monaten fehlte mir sehr stark die Interaktion mit dem Priester, die ich aus der Messe im ordentlichen Ritus gewohnt war.

Es ist über lange Phasen still in der Kirche, der Priester tut vorne seine Dinge, und wenn man genau verstehen will, was gerade geschieht, hat man am allerbesten ein kleines Büchlein dabei, das einem das zweisprachig erklärt. Auch wird man beim Eintreffen bei einer solchen Messe nicht strahlend begrüßt und in Gespräche verwickelt, sondern die meisten Teilnehmer an der Messe sind bereits im stillen Gebet versunken, bis die Messe beginnt (und bleiben nach Ende der Messe oft sitzen oder knien und beten noch eine Weile). Eine sehr stille Angelegenheit.

Ich wiederhole, die Fremdheit dieser Abläufe ist am Anfang sehr groß. Man spürt das geradezu körperlich.

Mir ist es überhaupt nur gelungen, durchzuhalten, weil ich zwei Gedanken hatte. Erstens, das ist die Messe, in der alle großen Heiligen, die ich bewundere, gelebt haben und gestorben sind, von Gregor den Großen über Thomas von Aquin bis zum heiligen Franziskus und zu Therese von Lisieux. Für all sie war sie das Zentrum ihres Lebens, so verkehrt und schlecht kann das eigentlich gar nicht sein. Zweitens, mir fiel von Anfang an die große Ehrfurcht auf, die der Wandlung entgegengebracht wurde. Alles scheint in Stille innezuhalten, wenn das große Wunder auf dem Altar passiert. Eine Liturgie, die so etwas tut, kann für meine Begriffe gar nicht daneben sein.

Wann immer ich in der Eingewöhnungsphase etwas nicht verstand, wurde mir von etwas erfahrenen Messgehern bedeutet, ich solle einfach über mehrere Wochen immer wieder gehen. Dann würde ich schon verstehen. Und das ist eigentlich der beste Tipp, wenn man sich in diese Form der Liturgie hineindenken will. Langsame Gewöhnung von Seele und Körper an diese neue (alte) Form der Liturgie. Wichtig dabei: im Idealfall sollte man sich jemanden finden, der die außerordentliche Form der Messe kennt und einen liebevoll und geduldig mit kleinen Hinweisen hinein begleitet. Man muss eben das Gebirge der Fremdheit auf die bestmögliche Weise überklettern, und das braucht Zeit.
Anmerkung zum Schluss. Ich besuche mit Freuden beide Formen, die außerordentliche und die ordentliche, die uns alle beide von unsere Mutter Kirche geschenkt worden sind. Weder führt der Besuch der außerordentlichen Form der Alten Messe zu einer völligen Abkapselung, noch zu Feindseligkeit gegen die Liturgie, wie sie in den 60er Jahren entstanden ist. Was schon stimmt, ist, dass es einem wichtiger wird, ob der Priester die Liturgie mit Würde und Sammlung feiert. Aber das sollte ja sowieso immer der Fall sein.

Was allerdings für mich ab dem Besuch der TLM relativ sofort Folgen hatte, war, dass ich öfters zur Messe zu gehen begann, öfters die Sakramente empfange und mich mehr mit meinem Glauben auseinandersetze als vorher. Das war ein fast automatischer Effekt dieser neuen liturgischen Erfahrung. Ich habe angefangen, den Schatz neu zu entdecken, der mir, so muss ich es leider sagen, über Jahrzehnte vorenthalten worden ist.

Also: die katholische Messe in ihrer außerordentlichen Form, der traditionelle lateinische Ritus gehört nicht der Vergangenheit an, sondern ist vielerorts und in wachsendem Maße die Zukunft. Ich habe immer gelernt, dass kat-holos allumfassend bedeutet. Wenn uns unsere Kirche in ihrer Großzügigkeit beide Formen der Messe anbietet, dann sollten wir die „drei Gebirge“ schwungvoll übersteigen und mal ausprobieren, wie das ist: mit beiden Flügeln der katholischen Lunge zu atmen.

* Michael Berger ist ein Pseudonym, da der Autor im Umfeld der katholischen Kirche arbeitet.


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Lesermeinungen

 Fatima 1713 12. November 2019 
 

@ThomasMoore

Man kann auch eine "Betsingmesse" würdig feiern, habe ich bei den Petrusbrüdern erlebt. Aber so richtig schön und innig ist die Liturgie mit gregorianischem Choral, übrigens auch im novus ordo möglich. Ich habe das Glück so eine hl. Messe auch gelegentlich erleben zu dürfen: novus ordo, bis auf den Wortgottesdienst alles auf Latein und gesungen, und auch sonst kein unnötiger "Firlefanz".


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 ThomasMoore 12. November 2019 

AO Form - eben keine Rückkehr zum Stand von 1962

Einen Aspekt möchte ich noch anmerken: Die Messen der AO Form heute (zumindest an den Messorten die ich kenne (Damenstiftskirche München, Wigratzbad)) sind eben keine Rückkehr zum Stand von 1962. Laut Berichten älterer Kirchgänger war die Standardform hierzulande vor der Liturgiereform die Betsingmesse, d.h. der Priester rasselte die Gebete im Eiltempo herunter, die Messbesucher sangen anstelle des Ordinariums mehr oder weniger passende Messgesänge wie die Schubert- Deutsche Messe und beteten ansonsten den Rosenkranz, nach 25 Minuten war die Messe vorbei. Sinn und Gespür für ars celebranda kann da keiner entstehen. Wie wohltuend anders sind die AO Messen die ich kenne: Ordinarium gregorianischer Choral oder Orchestermesse an hohen Festtagen, die Gebete des Ordinariums sind damit immer vollständig, der Priester singt und spricht die Gebete würdig, das ganze wirkt feierlich - wie ein Fenster zur himmlischen Liturgie.


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 Zeitzeuge 12. November 2019 
 

Lieber Herr Fleischer,

Entschuldigung: Die Information des
Erzbistums Salzburg bzgl. der Messbesucher b.d. Piusbrüdern befindet
sich

auf Seite 85

des von mir verlinkten Verordnungsblattes!


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 Stefan Fleischer 12. November 2019 

@ Zeitzeuge

Meine Frage war eigentlich - aber wahrscheinlich habe ich mich schlecht ausgedrückt - spielt es für einen einfachen Gläubigen keine Rolle, ob er bei der Petrusbruderschaft die Heilige Messe mitfeiert oder bei einer anderen, mit Rom voll verbundenen Gemeinschaft, wie ich es aus verschiedenen Voten hier heraus lese? Wenn ja, weshalb führt dann die Pro Missa Tridentina diese Messen nicht auf ihrer Liste?
Zum anderen die habe ich neu die Frage: Kann man, wie Diadochus es formuilierte, wirklich sagen, Satan habe beim Vat. II Regie geführt? Welche Konsequenzen müsste ein einfacher Gläubiger daraus ziehen?


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 Herbstlicht 12. November 2019 
 

@Diadochus

Sie haben m.E. auf einen wichtigen Aspekt hingewiesen.
Es hat den Anschein, als orientiere sich Papst Franziskus einseitig an Franz von Assisi, was dessen Treffen mit dem Sultan in Ägypten betrifft.

Wie Sie dankenswerterweise in Erinnerung rufen:
Franz von Assisi hatte eine Vision vor dem Kreuz in der kleinen verfallenen Kirche in Damiano.
Eine Vision, verbunden mit dem Auftrag, die Kirche wieder aufzubauen.
Dass dies vor allem im übertragenen Sinne zu verstehen war, wurde ihm bald klar.
Christi Auftrag galt nicht nur für das Jahr 1219 und die damalige Zeit, sondern gilt auch heute, gerade heute!


5

0
 
 Zeitzeuge 12. November 2019 
 

Lieber Stefan Fleischer!

Ich hatte ja bereits bemerkt, daß in meinem Link ausschl. die hl.
Messen im a.o. Ritus der Ecclesia-Dei-
Gemeinschaften aufgeführt sind.

Die hl. Messen im a.o. Ritus bei den anderen Gemeinschaften sind natürlich
ident. mit den "Summorum Pontificum"
Messen nach dem Missale von 1962!

Auch die Piusbrüder nennen unseren heiligen Vater, Papst Franziskus, im
Messkanon!

Allerdings ist z.B. der Lehrunterschied
bzgl. der Moraltheologie zwischen einem
Dozenten der besagten Bruderschaften und den meisten deutschspr. Universitätstheologen/innen elementar,
da geht es um fundamentale
Grundsätze der überlieferten, verbindl. Ehe- und Sexualmoral!

Der Missbrauch der "Missio Canonica"
z.B. in Deutschland geschieht ungestraft alltäglich, ohne das die Verantwortlichen eingreifen und mit der "Königsteiner Erklärung" der DBK wird in D seit 1968 "Humanae Vitae" relativiert, ohne das es dem Vatikan gelungen ist, einen Widerruf zu erwirken, wieso entzieht sich meiner
Kenntnis!

Gesegneter Tag!

www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Ein-aermlicher-Konter;art312,198030


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 Fatima 1713 12. November 2019 
 

@Wynfried

Danke!

Der gregorianische Choral ist viel enger mit der Liturgie verwoben als irgendeine andere "Begleitmusik". Das spüre ich in der Praxis sehr deutlich. Ich mache selbst viel Musik bei hl. Messen in vielen verschiedenen Stilrichtungen.


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 Diadochus 12. November 2019 
 

@Stefan Fleischer

"Haben Sie noch nie überlegt, ob nicht vielleicht doch Satan das grösste Interesse an der Zerrissenheit unserer Kirche hat?"
An Ihren Worten können Sie ermessen, wer beim Vat. II Regie geführt hat. Es war ein voller Erfolg. Die Kirche ist zerrissen. Papst Franziskus ist das Gegenstück zu seinem Namenspatron. Christus sagte einst zum hl. Franziskus in einer Vision: „Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ Das Haus verfällt. Die Liturgie verfällt.


7

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 Hadrianus Antonius 12. November 2019 
 

@Stefan Fleischer Pseudonym

Der geehrte Poster @laudetur JC hat hier festgestellt, daß der AUTOR dieses Artikels auf kath.net ein Pseudonym benutzte: das ist äusserst selten (Kardd. Burke, Brandmüller, Eick, Ruini, Sarah tun das nicht).
Die kath.net-Redaktion, die genau ist und die ich als streng kennenlernen dürfte ;-) , hat diese Veröffentlichung unter Pseudonym deshalb zugelassen, weil der im kirchlicen Rahmen tätige autor sonst berufliche Konsequenzen fürchten müßte.
Das ist jetzt wohl das Anti-Beispiel des"Seht wie sie einander lieben" :-(
Übrigens intelligent.
Ich habe selbst gut miterlebt wie in der 2. Hälfte der 80er Jahren die FSSPX mit allen möglichen Tricks und Verleumdungen bekämpft wurde (und Danneels zugleicherzeit "vergaß" eine Pädo-Hekatombe zu bekämpfen).
Deshalb ist das Dokumentieren und Archivieren so wichtig.


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 Wynfried 12. November 2019 

Der Gregorianische Choral ist nicht langweilig!

Es geht hier doch nicht um subjektive Befindlichkeiten. Der Gregorianische Choral ist zeitlos und drückt die Verbundenheit mit dem Ewigen aus.

Ansonsten natürlich ein sehr guter und interessanter Artikel! ;-)


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 Kostadinov 12. November 2019 

@laudeturJC - ging mir genauso

als ich aus meiner ersten trid. Messe kam, hatte ich das Gefühl, über 30 Jahre lang um etwas betrogen worden zu sein. Sie haben dieses Gefühl natürlich viel schöner beschrieben.
Und dass Rom bei einer derartigen Neukonstruktion der Messe (Kommissionsprodukt, Zitat Ratzinger) nicht darauf vorbereitet war, dass eine Gruppe von Gläubigen weiterhin die alte bevorzugt, zeugt entweder von Dilletantismus oder eben Ideologie. Wenn Paul VI gegenüber progressiven Auswüchsen die gleiche Härte gezeigt hätte wie gegenüber Lefebvre, hätten wir ein paar Probleme weniger heute. Aber die Einstellung war "anything goes, nur nicht das was bisher die Norm war"


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 Stefan Fleischer 12. November 2019 

@ laudeturJC

Nur so nebenbei: Sie schreiben ja auch ungter Pseudonym.
Ansonsten: Haben Sie noch nie überlegt, ob nicht vielleicht doch Satan das grösste Interesse an der Zerrissenheit unserer Kirche hat? Was schon die alten Römer wussten, das weiss er sicher auch: Divide et impera!


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 laudeturJC 12. November 2019 

Was an ihr gut ist, ist nicht neu; was an ihr neu ist, ist nicht gut.

Dass dieser Autor nur unter Pseudonym schreibt, sagt mehr als der ganze Artikel...Als ich die alte Messe kennenlernte, fühlte ich mich wie der Kaufmann aus dem Gleichnis, der seine Perlensammlung für d i e eine verkaufte...
Ansonsten trifft es m. M. nach das Bonmot über die neue Messe am besten: Was an ihr gut ist, ist nicht neu; was an ihr neu ist, ist nicht gut.


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 Hadrianus Antonius 11. November 2019 
 

@Stefan Fleischer

Sehr geehrter Herr Stefan Fleischer,
"Die kirchenzerstörende Kräfte der Moderne" wurden nach meinem persönlichen Erfahren und Erleben nie von den konziliären Revolutionären und den postkonziliären Hierarchien angepackt.
Der revolutionäre Impetus und Begeisterung führte bei vielen sehr schnell zu einem Kater und viel Frust, bei Nichtwenigen zu noch mehr Modernisierung und für die Meisten zu schwerem Glaubensverlust.
Von den vielangepriesenen "Früchten" wollen nur wenige noch etwas sagen.
Die Liturgie steht nicht in einem luftleeren Raum; die Liturgie ist das Zentrum, der richtige Dienst an Gott.
Eine Entscheidung nach Gewissen und im Glauben kann niemals von harmoniebestimmter Negoziation und Teppichhandel bestimmt werden.
Wein ist Wein: weder mit Wasser verdünnt oder mit Schnaps versetzt (Porto).
Wir werden in 30 Jahren mehr wissen ;-)


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 Zeitzeuge 11. November 2019 
 

Sehr geehrter Herr Fleischer!

Die beiden Lager, von denen Sie zu Recht
sprechen, existierten analog bereits während des II.Vaticanums.

Es würde sicher zu weit gehen, hier im
Forum jetzt eine Einzelexegese der Texte
des Konzils vorzunehmen, wozu natürlich
deren Entstehungsgeschichte von großer
Bedeutung ist.

Wie Sie wissen, bin ich kein vorbehaltloser Anhänger der Piusbrüder,
was aber nicht heisst, daß alle Texte
des II. Vaticanums, wörtlich genommen,
sich in absolut nahtloser Kontinuität
mit der vorkonziliaren Lehrüberlieferung
befinden und deswegen durchaus einer
gläubig-kritischen Betrachtung unterzogen werden können, natürlich rede
ich nicht von dogmatischen Inhalten, sondern von Erklärungen, die auch nach
Erzbischof Pozzi, der a.d. Verhandlungen
mit den Piusbrüdern beteiligt war, einen
geringeren Verbindlichkeitsgrad haben.

Wenn Sie möchten, können Sie sich das
im Link gezeigte umfangreiche Buch, 667
nicht 867 Seiten, über die Gesch. des
II.Vat. v. Roberto de Mattei besorgen,
darin etl. Hintergrundinfos!

digna-media.de/glaube-und-kirche/656/das-zweite-vatikanische-konzil-eine-bislang-ungeschriebene-geschichte


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 Fink 11. November 2019 
 

Darauf kommt es bei der Messfeier an: Gott die Ehre geben, würdig, erfürchtig,

innerlich, aus dem Alltag herausgehoben.
Ich kenne die alte Messe seit 2004 und gehe überwiegend dorthin. Wenn die neue Messe würdig gefeiert wird, habe ich damit kein Problem. Bloß wo finde ich das? Übrigens: Zur Feierlichkeit tragen entscheidend auch die Organisten bei. Da sollte man auch kritisch hinschauen!


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 Fink 11. November 2019 
 

@ Stefan Fleischer -Widerspuch !

Die Piusbruderschaft ist die Bestandsgarantie für die Petrusbruderschaft!
Papst Franziskus und seine liberale Fraktion könnte auf die Idee kommen, die Petrusbruderschaft aufzulösen (sie würden es wohl gern tun). Aber weil es die Piusbruderschaft gibt, lassen sie das bleiben.


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 antonius25 11. November 2019 
 

Anfahrt in Kauf nehmen

Ich habe leider fast 100km Anfahrt, sodass ich das nur alle paar Wochen schaffe. Aber wenn wir die existierenden Messzentren nicht anfahren und 'überfüllen' , gibt es wenig Argumente für weitere Messzentren. Und einen übergroßen Besuch konnte ich in Deutschland bisher nur bei 'Events' beobachten, z.B. an bestimmten Festtagen, Nachprimizen, Patrozinium,...


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 Zeitzeuge 11. November 2019 
 

Zur vollen Einheit zurückfindet? Form und Theologie des hl. Messopfers

Wenn man einen "modernen", o. Ritus- Priester nach
der Messopfer-Theologie befragt und zwar konkret nach dem Opfercharakter
als Lob-, Dank- Bitt- und Sühnopfer,
wie vom Konzil von Trient definiert,
kann man mehr als einmal eine negative
Überraschung erleben. Die Älteren werden sich an die 180(!) Priester
des Bistums Rottenburg erinnern, die
1977, ohne sanktioniert zu werden, leugneten, daß das eine Opfer Christi
immer neu dargebracht wird (durch seine
Gegenwärtigsetzung in jeder hl. Messe)!

Wenn man dann einen Priester der Bruderschaften oder der Ecclesia Dei-
Gemeinschaften befragt, wird man mit
moralischer Gewissheit immer die dogmat. korrekte Antwort auf die
Frage nach dem Wesen des hl. Messopfers erhalten.

Es geht also um vielmehr, als "nur" um Erklärungen od. Verlautb. des
II.Vaticanums, bei denen die unterschiedl. Verbindlichkeitsgrade zu beachten sind, es geht um das Dogma
der hl. Messe als Opfer der Kirche!

Da müßten wohl viele Modernisten zur vollen Einheit zurückfinden!


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 Fatima 1713 11. November 2019 
 

Also für mich gab es diese drei Gebirge nie

Was die Verfügbarkeit angeht, ist das allerdings ein wirkliches Privileg, dessen bin ich mir bewusst.
Gregorianischer Choral ist nicht Musik im eigentlichen Sinn, kein nettes oder weniger nettes Beiwerk zur Liturgie, sondern gesungenes Wort Gottes, also eigentlich Teil der Verkündigung.


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 Diadochus 11. November 2019 
 

Erster Schritt

Vielen Dank für den Artikel. Er hilft, Vorurteile abzubauen. Wichtig ist der erste Schritt, die Schwelle zu überwinden, ins Heiligtum einzutreten. Wer Gott aufrichtig dienen möchte, der wird in die lateinische hl. Messe leicht hineinwachsen. Wenn wir Gott ein würdiges Opfer in Ehrfurcht darbringen, das Ihm wohlgefällt, dann wird Er uns Seine Gnaden nicht versagen. Eine Vertiefung des Glaubens ist für mein Befinden nur in der lateinischen Messe möglich und lebbar. Wagt den ersten Schritt. Wer in die Zukunft aufbrechen möchte, sollte ins Heiligtum eintreten.


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 Stefan Fleischer 11. November 2019 

Sehr geehrter Herr Berger

Ich kann Ihren Optimismus nicht ganz teilen. Solange die Bruderschaft Pius X nicht zur vollen Einheit mit der Kirche zurückfindet und sich auch wieder mit der Petrusbruderschaft versöhnt, werden sich viele Freunde der ausserordentlichen Form immer wieder in ihrer - wenn auch oft sogar unbewussten - grundsätzlichen Ablehnung der ordentlichen Form bestätigt fühlen und sich entsprechend verhalten oder gar äussern, was dann auf die auf der anderen Seite bestehenden Vorurteile weiter verhärtet. Dabei ist doch klar; Ohne die Zusammenarbeit, besonders das gemeinsame Zeugnis aller gutgläubigen Katholiken werden wir den kirchenzerstörenden Kräfte der modernen Seite kaum Paroli bieten können.


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 karlmeyer 11. November 2019 
 

Ich habe geweint

Die ersten 20 Jahre meines Lebens kannte ich nur die lateinische Messe. Nach weiteren 20 Jahren mit der neuen Messe besuchte ich einmal in den USA eine lateinische Messe. Ich war gerührt und hatte geweint; der alte Schatz war zurück.


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 Zeitzeuge 11. November 2019 
 

Dank an die kath.net - Redaktion für den Artikel!

Wir besuchen ebenfalls die hl. Messen
in beiden Formen, auch wenn die Anfahrt
zur a.o. Ritus-Messe etwas weiter ist,
leider ist das im Winter dann schwieriger!

Im Link die Internetpräsenz der Vereinigung

Pro Missa Tridentina.

Diese Vereinigung versucht, die Messorte zu erfassen, an denen
hl. Messen nach dem a.o. Ritus
aufgrund des MP Papst Benedikt XVI.
"Summorum Pontificum" gefeiert werden.

Vielleicht interessiert das ja einige
hier, GOTTES Segen wünsche gerne!

www.pro-missa-tridentina.org/


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 Herbstlicht 11. November 2019 
 

Vielleicht entsteht etwas, was sich die zeitgeistigen Bischöfe noch gar nicht vorstellen können.

Da kommt mir gerade ein Gedanke:
Augustinus hörte die Worte: "Komm und lies!"
Das Hören auf diese Worte war der Beginn seiner Bekehrung.

Ich möchte gerne sagen: "Komm und schau! Mache Dir ein eigenes Bild!"
Gut möglich, dass dieses Hingehen zur Hl. Messe im alten Ritus einen inneren Prozess einläutet.

Mein erster Kontakt nach vielen Jahren entstand dadurch, dass mich eine ehemalige Freundin aus der Jugendzeit fragte, ob ich sie in die Kreistadt zur Hl. Messe fahren könnte, da die bisherige Fahrererin erkrankt war.
Ich tat es. Alles war mir etwas ungewohnt, aber doch noch vertraut aus der Zeit vor dem Konzil.
Mittlerweile ist mir der alte Ritus wieder ganz vertraut und ich liebe ihn.
Und jedesmal freue ich mich aufs Neue über die Anwesenheit relativ vieler jungen Menschen.


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 Tisserant 11. November 2019 

Wir dürfen uns nicht in Äußerlichkeiten ergehen.
Sondern den Weg zur Heilung ist der Glaube und dieser muss wieder erlernt werden.
Da ich in beiden Formen zu Hause bin, kann ich beiden ihren jeweiligen Anspruch bestätigen.
Auch das NWO in sehr würdiger Form gefeiert, Weihrauch, Orgelmusik und die Aufrechte Haltung im Glauben der Zelebrierenden ist ein Zeugnis des Glaubens.
Wir müssen verstehen lernen, dass viele Menschen welche zur hl Messe kommen, nicht einmal wissen weshalb.
Himmel, Hölle, das Wunder der Wandlung von Brot und Wein hin zu Leib und Blut unseres Herrn, das verstehen viele nicht.
Weder vom Verstand noch vom Herzen her.
Deutschland bzw Europa und unsere Kirche selbst sind Missionsland bzw müssten bekehrt werden.
Raus mit diesem sozialistischen denken.
Es bedarf eines neuen Aufbruchs im Herrn!


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 Einfach 11. November 2019 
 

Einfach

Außerordentlicher Ritus ist katholisch pur. Die lateinischen Gebete lernen wie Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei und Pater Noster und man kann wunderbar mitfeiern. Ich möchte diesen Ritus nicht mehr missen. Und jeglicher Ärger von vorne herein ausgeschlossen !! Sehr heilige Priester.


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 Dottrina 11. November 2019 
 

Theatinerkirche in München

Ich habe mal eine Messe in der Münchner Theatinerkirche mitgefeiert. Die wurde zwar im ordentlichen Ritus zelebriert, allerdings mit wunderschönen lateinischen Chorälen hinterlegt. Das war sehr würdig. Dort sind m.W. Dominikaner angesiedelt; war auch mal zum Beichten bei ihnen.


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 ottokar 11. November 2019 
 

Ich finde gregorianische oder alte Mainzer Choräle wunderbar

Auch Weihrauch trägt zur wunderbaren Stimmung eines lateinischen Hochamtes bei.Dennoch, jeder findet seinen Zugang zur Innerlichkeit auf seine Weise.Und so soll es auch sein.


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