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"Wo waren die Verteidiger des Lebens, als man sie brauchte?"

30. April 2020 in Prolife, 20 Lesermeinungen
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WELT-Journalist R. Alexander kritisierte Heuchelei um Aussagen von Boris Palmer zu Corona und wünscht sich ein T-SHIRT beim Marsch für das Leben in Berlin "Ich war schon für Lebensschutz, als es noch nicht cool war" - kath.net-T-SHIRT des Monats Mai


Berlin (kath.net)
„Wo waren die Verteidiger des Lebens, als man sie brauchte?“ Dies fragt Robin Alexander, der stellvertretende Chefredakteur der WELT, in einem aktuellen Kommentar zu der Debatte um Aussagen des grünen Bürgermeister Boris Palmer im SAT-Frühstücksfernsehen zu Corona-Maßnahmen, die zu aufgeregten Reaktionen geführt hatten. Alexander nennt es erstaunlich, dass viele erst jetzt das Leben als absoluten Wert erkennen. Palmer hatte gemeint: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“. Später hatte sich Palmer aber dafür entschuldigt, dass er aber niemals älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen würde und gegenüber deutschen Medien präzisiert: „Ich habe darauf hingewiesen, dass die Methode unseres Schutzes so schwere Wirtschaftsschäden auslöst, dass deswegen viele Kinder sterben müssen. Das will ich nicht hinnehmen und fordere einen besseren Schutz unsere Risikogruppen ohne diese Nebenwirkungen.“


Der stellvertretende Chefredakteur der WELT zeigt sich erstaunt, dass alle, die der Meinung seien, dass Leben ein absoluter Wert habe, jetzt plötzlich überall Mitstreiter haben. Er erinnerte aber daran, dass man als in Deutschland das Verfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe kippte, nichts gehört hatte und dass es auch viele im deutschen Bundestag für richtig fanden, Kinder mit Trisomie 21 vor der Geburt durch einen Blutest aufzuspüren.

Abschließend schrieb Alexander: "Eine Mehrheit möchte sogar das Werbeverbot für Abtreibungen kippen. Christliche Aktivisten, die jährlich 100.000 Schwangerschaftsabbrüche für eine Tragödie halten, trauen sich nur einmal im Jahr zur Demo ins Regierungsviertel und werden dabei von Gegendemonstranten verhöhnt und bespuckt. In diesem Jahr sollten sie vielleicht T-Shirts tagen: ‚Ich war schon für Lebensschutz, als es noch nicht cool war.‘“

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