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Wahrheit und Freiheit. Die zwei Pfeiler

6. Oktober 2021 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Franziskus: die Glaubenswahrheit ist keine abstrakte Theorie, sondern die Wirklichkeit des lebendigen Christus, die unmittelbar den täglichen und allgemeinen Sinn des persönlichen Lebens berührt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, 5 damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen. [...] Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Gal 4,4-5; 5,1).

Generalaudienz mit Pilgern und Besuchern in der Aula „Paolo VI“. Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Brief des Apostels Paulus an die Galater fort. Der zehnte Teil stand unter dem Thema „Freiheit und Wahrheit“.

„Morgen feiert die Kirche den Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Jetzt im Oktober lade ich euch ein, den Rosenkranz zu beten und euch von Maria zu ihrem Sohn Jesus führen zu lassen“, so der Papst in seinem Grußwort an die deutschsprachigen Pilger und Besucher.

Die Freiheit nehme im Galaterbrief einen zentralen Platz ein. Für den Apostel sei es unvorstellbar, dass Christen, welche die Wahrheit Christi erkannt und angenommen hätten, von der befreienden Gegenwart Jesu wieder in die Sklaverei der Sünde, des Legalismus und so weiter zurückfallen.

Im Fall der Galater „konnte der Apostel es nicht ertragen, dass diese Christen, nachdem sie die Wahrheit Christi erkannt und angenommen hatten, sich von trügerischen Angeboten anlocken ließen und von der Freiheit in die Sklaverei übergingen: von der befreienden Gegenwart Jesu in die Sklaverei der Sünde, der Gesetzlichkeit und so weiter“. Deshalb fordere er die Christen auf, in der Freiheit, die sie durch die Taufe erhalten hätten, zu verharren und sich nicht wieder unter das Joch der Sklaverei bringen zu lassen.


Paulus sei zu Recht „eifersüchtig“ auf die Freiheit. Er wisse, dass sich einige „falsche Brüder“ in die Gemeinschaft eingeschlichen hätten: „denn was die falschen Brüder betrifft, jene Eindringlinge, die sich eingeschlichen hatten, um die Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, auszuspähen und uns zu versklaven“ (Gal 2,4), und das könne er nicht dulden. Eine Verkündigung, die die Freiheit in Christus ausschließe, wäre niemals evangelisch. Im Namen Jesu könne man niemanden zwingen, man könne niemanden zum Sklaven machen im Namen Jesu, der uns frei mache.

Der Apostel rufe dazu auf, in Jesus zu bleiben, „denn er ist die Wahrheit, die uns befreit (vgl. Joh 8, 31-32)“. Für Paulus sei die Freiheit in erster Linie Gnade – ein Geschenk des Herrn. Sie sei die Frucht des Todes und der Auferstehung Jesu. Am Kreuz habe er uns von den Fesseln der Sünde und des Todes befreit und uns das neue Leben nach dem Heiligen Geist erschlossen.

„Führen wir uns immer wieder vor Augen, dass die befreiende Wahrheit des Glaubens keine abstrakte Theorie ist, sondern der lebendige Christus selbst“, so der Papst. Er befreie uns in dem Maße, in dem wir uns von ihm verändern und auf das Gute hin ausrichten ließen.

Die Lehre des Paulus über die Freiheit sei vor allem positiv. Der Apostel schlage die Lehre Jesu vor, die wir auch im Johannesevangelium finden: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“ (8,31-32). Der Aufruf laute daher vor allem, in Jesus zu bleiben, Quell der Wahrheit, die uns frei macht.

Die christliche Freiheit beruhe also auf zwei Grundpfeilern: erstens auf der Gnade des Herrn Jesus und zweitens auf der Wahrheit, die Christus uns offenbart und die er selbst ist.

Um wirklich frei zu sein, brauchten wir also nicht nur eine psychologische Selbsterkenntnis, sondern die Bereitschaft, uns in der Tiefe unseres Herzens für die Gnade Christi zu öffnen. Seine Liebe, die vom Kreuz ausgehe und uns die Wahrheit offenbare, stärke uns auf diesem Weg der Freiheit, damit wir zur Fülle und Vollendung des Lebens gelangen.

Paulus habe das Geheimnis der Liebe am eigenen Leib erfahren. Deshalb sage er den Galatern mit einem äußerst kühnen Satz: „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden“ (Gal 2,19). In diesem Akt der höchsten Vereinigung mit dem Herrn wisse er, dass er das größte Geschenk seines Lebens erhalten habe: die Freiheit.

Am Kreuz habe er nämlich „das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt“ (5,24). Wir verstünden, wie sehr der Apostel vom Glauben beseelt, wie groß seine Vertrautheit mit Jesus gewesen sei, „und während wir einerseits spüren, dass uns das fehlt, ermutigt uns andererseits das Zeugnis des Apostels“.

Der zweite Pfeiler der Freiheit sei die Wahrheit. Auch hier sei es notwendig, sich daran zu erinnern, dass die Glaubenswahrheit keine abstrakte Theorie ist, sondern die Wirklichkeit des lebendigen Christus, die unmittelbar den täglichen und allgemeinen Sinn des persönlichen Lebens berührt. Die Freiheit mache uns in dem Maße frei, wie sie das Leben des Menschen verändere und auf das Gute ausrichte. Um wirklich frei zu sein, „müssen wir uns eben nicht nur auf psychologischer Ebene kennen, sondern vor allem auf einer tieferen Ebene die Wahrheit in uns selbst finden“. Und dort, im Herzen, öffneten wir uns für die Gnade Christi.

Die Wahrheit „muss uns beunruhigen, sie muss uns immer wieder Fragen stellen, damit wir immer tiefer in das eindringen können, was wir wirklich sind“. Auf diese Weise entdeckten wir, dass der Weg zu Wahrheit und Freiheit ein mühsamer Weg ist, der ein Leben lang dauert. Ein Weg, auf dem wir von der Liebe geführt und unterstützt werden, die vom Kreuz kommt: die Liebe, die die Wahrheit offenbart und uns die Freiheit schenkt. Und das sei der Weg zum Glück.

Die Pilger und Besucher sowie die Zuschauer und Zuhörer aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ich grüße die Gläubigen deutscher Sprache, insbesondere die Teilnehmer am Schnupperwochenende der Päpstlichen Schweizergarde. Morgen feiert die Kirche den Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Jetzt im Oktober lade ich euch ein, den Rosenkranz zu beten und euch von Maria zu ihrem Sohn Jesus führen zu lassen. Gott segne und beschütze euch!

 


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Lesermeinungen

 savonarola2 7. Oktober 2021 
 

Wahrheit und Freiheit,

werden beide nicht durch die Moralkeule, Impfen gegen das Sars-Cov-2 Virus und Covid-19 mittels genmanipulierter und genmanipulierender Therapeutika sei ein Akt der Nächstenliebe, mit Füßen getreten?


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 Chris2 6. Oktober 2021 
 

Wenn wir schon bei Paulus-Zitaten sind:

"Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel. Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht."
Gal 1,8-1,9
Und ja, den Rosenkranz zu beten, dazu kann man nicht oft genug einladen. Ein Gesätz davon (knapp 1/5) dauert übrigens kaum 5 Minuten...


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 ecclesiam 6. Oktober 2021 
 

Übereinstimmung von Wort und Tat

Der Papst sagt:
"Für den Apostel sei es unvorstellbar, dass Christen, welche die Wahrheit Christi erkannt und angenommen hätten, von der befreienden Gegenwart Jesu wieder in die Sklaverei der Sünde, des Legalismus und so weiter zurückfallen."

Der Papst tut:
Keine Antwort des Papstes auf die Dubia, welche Verschwommenes klären, ans Licht, in die Wahrheit bringen möchte. Die Dubia nimmt u.a. Bezug auf Veritas Splendor ("Glanz der Wahrheit").

Quintessenz:
Reden und Tun des Papstes stimmen nicht überein. Gläubige werden dadurch wieder in die Sklaverei der Sünde zurückfallen. Weiterer Kommentar überflüssig.


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 Robensl 6. Oktober 2021 
 

"Im Namen Jesu könne man niemanden zwingen"

Richtig. Und deswegen kann PF im Namen der "Nächstenliebe" u.a. schon zur Impfung mehr oder weniger zwingen, oder wie? Weil die "Wahrheit" ist, dass Impfung und sonstige freiheitsraubende Coronamassnahmen uneingeschränkt "gut" sind, oder was?

Ich kann dieses Wasser predigen usw kaum noch ertragen.


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 Karlmaria 6. Oktober 2021 

In Legalismus und so weiter zurückfallen

Das ist natürlich ein schwieriges Wort mit dem Legalismus. Denn wir sollen ja aus Liebe zu Jesus Christus die Gebote Gottes halten. Nur ist es eben so dass wir weit von der Vollkommenheit entfernt sind. Und da wird es dann schwierig. Denn man kann ja auch nicht aus der Gnade ein Gesetz machen. Das ist der Hauptfehler von Luther und dem ganzen Protestantismus: Gott muss uns ja gnädig sein und wir haben einen Anspruch auf Gottes Barmherzigkeit das ist natürlich eine falsche Lehre. Sondern Gott ist gnädig wem Er gnädig sein will und Gott ist Barmherzig wem Er barmherzig sein will. Nicht wir bestimmen wem Gott Barmherzig sein muss. Trotzdem ist es wiederum auch so dass Gottes Barmherzigkeit unsere einzige Hoffnung ist. Denn wir fehlen alle mannigfach. Ich habe auch lange gebraucht um die umstrittene Fußnote zu verstehen. Man kann eben aus der Gnade kein Gesetz machen. Trotzdem ist die Gnade und Barmherzigkeit Gottes unsere einzige Hoffnung!


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