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Der Advent: Zeit des Kommens und der Gegenwart des Herrn

2. Dezember 2012 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Benedikt XVI.: Inmitten der Wirrnisse der Welt oder in den Wüsten der Gleichgültigkeit und des Materialismus empfangen die Christen von Gott das Heil und bezeugen es mit einer anderen Lebensart. Tag der Menschen mit Behinderung. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Mit dem heutigen ersten Adventsonntag beginnen die Zeit der Erwartung des Kommens des Herrn und das neue Kirchenjahr. Dieses werde, so der Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache vor dem traditionellen Gebet des Angelus, durch das Jahr des Glaubens bereichert.

„Advent“, so der Papst, bedeute „Kommen“ oder „Gegenwart“. In der Welt der Antike bezeichne es den Besuch des Königs oder des Kaisers. In der christlichen Sprache beziehe es sich auf das Kommen Gottes, „auf seine Gegenwart in der Welt“: „ein Geheimnis, das ganz den Kosmos und die Geschichte umfasst“. Dieses Ereignis sei durch zwei Höhepunkte ausgezeichnet: durch das erste und das zweite Kommen Christi. Das erste Kommen bestehe in der Menschwerdung, das zweite in der glorreichen Wiederkunft am Ende der Zeiten.

Diese beiden zeitlich voneinander getrennten Momente „berühren sich in der Tiefe, da Jesus mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung diese Verwandlung des Menschen und des Kosmos bereits verwirklicht hat, die das Endziel der Schöpfung ist“. Dieses beständige Kommen des Herrn in der Verkündigung des Evangeliums erfordere fortwährend unsere Mitarbeit. Die Kirche als „Verlobte, als verheißene Braut des gekreuzigten und auferstandenen Lammes Gottes“, arbeite in Gemeinschaft mit ihrem Herrn an diesem Kommen des Herrn mit, "in dem bereits seine glorreiche Wiederkehr beginnt".


Die Lesungen des heutigen Sonntags zeichnen für Benedikt XVI. eine Verhaltenslinie ab, um für das Kommen des Herrn bereit zu sein. Dazu gehören: Nüchternheit und Gebet sowie beständiges Wachsen in der Liebe. Inmitten der Wirrnisse der Welt oder in den Wüsten der Gleichgültigkeit und des Materialismus „empfangen die Christen von Gott das Heil und bezeugen es mit einer anderen Lebensart, wie eine Stadt, die auf einem Berg steht“.

Die Gemeinschaft der Glaubenden „ist Zeichen der Liebe Gottes, seiner Gerechtigkeit, die in der Geschichte gegenwärtig, jedoch noch nicht voll verwirklicht ist“. Daher „ist sie immer zu erwarten, zu erflehen, geduldig und mutig zu suchen“.

Nach dem Angelus erinnerte Benedikt XVI. an den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der am morgigen 3. Dezember begangen wird. Jede Person sei trotz ihrer auch schweren physischen oder psychischen Grenzen immer ein unschätzbarer Wert und müsse als solcher betrachtet werden. Der Papst ermutigte die kirchlichen Gemeinschaften, gegenüber diesen Brüdern und Schwestern aufmerksam und aufnahmebereit zu sein. Er ermahnte die Gesetzgeber und Regierenden, die Menschen mit Behinderungen zu schützen und ihre volle Anteilnahme am Leben der Gesellschaft zu fördern.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß sage ich den Pilgern und Besuchern aus den Ländern deutscher Sprache. Mit dem ersten Advent treten wir aufs neue ein in die Zeit der Erwartung und der Vorbereitung auf die Ankunft Christi. Als Christen sind wir adventliche Menschen: Unser Leben muß ausgerichtet sein auf das Kommen des Herrn hin. In diesem Jahr des Glaubens wollen wir uns im Advent mit neuer Kraft darum mühen, Christus entgegenzugehen, ihm unser Herz zu öffnen, damit er in uns wohnen kann, und mit Taten der Liebe seine Wiederkunft zu bereiten. Der Herr erfülle euch allezeit mit seiner lebendigen Gegenwart.




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