Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  3. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  11. Die Stunde der Heuchler
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  14. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  15. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich

'Associated Press' korrigiert Meldung über tote irische Waisenkinder

23. Juni 2014 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Irland: Schlagzeilen über Massengrab von Kindern aus katholischem Waisenhaus müssen angesichts der Faktenlage korrigiert werden. Doch werden wir die Korrekturen zu lesen bekommen? Von Petra Lorleberg


Dublin (kath.net/pl) „Ausgeburten des Satans“, so titelte die Berliner „taz“ am 9.6. Sie wollte damit suggerieren, was irische Katholiken früher angeblich über unehelich geborene Kinder gedacht hätten. Die „taz“ wusste dem Leser auch gleich zu vermitteln, wer für „Hunderte Kinderskelette in Irland“ verantwortlich war: „Eine irische Historikerin hat 800 Kinderleichen aufgespürt. Sie starben in einem Heim für ‚gefallene Mädchen‘, geführt von einem katholischen Orden.“ Über diese Vorwürfe wurde breit berichtet, und nicht nur die taz hatte versucht, daraus mal wieder einen antikatholischen Strick zu drehen: Katholische Offizielle hätten uneheliche Kinder bis zur mehr oder weniger absichtlichen Tötung oder totbringenden Auszehrung hin benachteiligt. Auch uns Katholiken hatten diese Nachrichten aufgeschreckt und entsetzt – und hätte sie gestimmt, wäre sie ja tatsächlich unsagbar furchtbar gewesen.

Nun hat die für die Nachricht verantwortliche US-amerikanische Nachrichtenagentur „Associated Press“ (AP) in einer Stellungnahme vom 20.6. ihre Nachricht korrigiert. Wir übersetzen die komplette Stellungnahme:


„In Beiträgen (veröffentlicht zwischen dem 3. und 8. Juni) über junge Kinder, die in anonymen Gräbern beigesetzt wurden, nachdem sie in einem früheren Waisenhaus für Kinder lediger Mütter gestorben waren, hat die Associated Press zu Unrecht berichtet, dass die Kinder keine römisch-katholische Taufe erhalten hätten; doch Dokumente belegen, dass viele der Kinder des Waisenhauses getauft worden waren.

Die AP berichtete ebenfalls zu Unrecht, dass es seinerzeit katholische Lehre gewesen sei, Kindern lediger Mütter Taufe und christliche Beerdigung zu verweigern; auch wenn dies in der Praxis vorgekommen sein mag, war es nicht Lehre der Kirche.

Außerdem zitierte die AP im Bericht vom 3. Juni eine Forscherin, die sagte, dass sie glaube, dass die Überreste der meisten verstorbenen Kinder in einem nicht mehr benutzten Klärbehälter beerdigt worden seien; die Forscherin hat inzwischen aber klargestellt, dass man ohne Ausgrabung und ohne forensische Untersuchung nicht wissen kann, wieviele sterbliche Überreste der Behälter enthalte, falls er überhaupt welche enthalte.

Außerdem enthält der Beitrag vom 3. Juni auch eine falsche Angabe über das Eröffnungsjahr des Waisenhauses, 1925 statt 1926.“

Notabene: Die Korrektur erfolgte bereits am 20.6. Es hat also schon beachtlich lang gedauert, bis diese Klarstellung seitens der AP erfolgte. Denn bereits am 7. Juni hatte die Forscherin Catherine Corless gegenüber der „Irish Times“ begonnen, die Berichterstattung über ihre Aussagen zu korrigieren: „Ich habe nie zu irgendjemandem gesagt, dass 800 Leichen in einem Klärbehälter entsorgt worden seien. Das habe ich nie von mir gegeben. Das sind nicht meine Worte.“

Zu dieser Selbstkorrektur der AP findet sich bisher (vom 20. bis zum 23. Juni, also von Freitag bis Montag) in keinem deutschsprachigen Medium eine Notiz. Auch in den englischsprachigen Medien lässt die Begeisterung für diese Meldung sehr zu wünschen übrig, doch immerhin kann sie ein Leser, der gezielt sucht, auffinden.

Offenbar ist die Erkenntnis, dass eine antikatholische Nachricht eine klassische Fehlmeldung war, keine Nachricht wert!

Mancher Leser mag nun den einschlägigen Medien eine gute Portion Selbstreflektion und Einsicht zu den Themen „wahrhaftige Berichterstattung“, „Religionsfreiheit“ und „Antikatholizität“ wünschen. Doch bleibt dies sehr wahrscheinlich nur „ein frommer Wunsch“. Die Motivation, die manche Berichterstattung kennzeichnet, schreit einem regelrecht ins Gesicht und wird dem Anspruch einer fairen und faktengetreuen Nachrichtenvermittlung keineswegs immer gerecht.

Der Autorin auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  2. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  3. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  4. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  5. "Hassprediger und Hofnarr"
  6. Die BBC hatte eine Trump-Rede gezielt frisiert, so dass sie zum angeblichen Gewaltaufruf wurde
  7. Skandal: ZDF bestätigt, dass langjähriger palästinischer Mitarbeiter der Hamas angehörte
  8. WELT-Reporter Bojanowski: Die Welt ist viel besser, als behauptet wird
  9. Aktuelle Daten zeigen: Keine Übersterblichkeit in Europa während der Hitzewelle
  10. NDR-Format ‚Zapp‘ erklärt konservatives Denken mit Gehirnanomalie und geringer Bildung






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  11. Die Stunde der Heuchler
  12. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  13. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  14. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  15. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz